Zah­lungs­ein­stel­lung – und die Nach­fra­ge wegen einer Raten­zah­lung

Die Bit­te des Schuld­ners auf Abschluss einer Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung ist, wenn sie sich im Rah­men der Gepflo­gen­hei­ten des Geschäfts­ver­kehrs hält, als sol­che kein Indiz für eine Zah­lungs­ein­stel­lung oder Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Schuld­ners 1.

Zah­lungs­ein­stel­lung – und die Nach­fra­ge wegen einer Raten­zah­lung

Die Bit­te um eine Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung kann auf den ver­schie­dens­ten Grün­den beru­hen, die mit einer Zah­lungs­ein­stel­lung nichts zu tun haben, etwa der Erzie­lung von Zins­vor­tei­len oder der Ver­mei­dung von Kos­ten und Mühen im Zusam­men­hang mit der Auf­nah­me eines ohne wei­te­res erlang­ba­ren Dar­le­hens.

Eine Bit­te um Raten­zah­lung ist nur dann ein Indiz für eine Zah­lungs­ein­stel­lung, wenn sie vom Schuld­ner mit der Erklä­rung ver­bun­den wird, sei­ne fäl­li­gen Ver­bind­lich­kei­ten (anders) nicht beglei­chen zu kön­nen 2.

Der Umstand, dass die Schuld­ne­rin im hier ent­schie­de­nen Fall die ver­ein­bar­ten Raten jeweils um eini­ge Tage ver­spä­tet, wenn auch jeweils voll­stän­dig, bezahlt hat, hat zwar das Ein­grei­fen der ver­ein­bar­ten drei­tä­gi­gen Ver­fall­klau­sel aus­ge­löst, so dass der gesam­te noch offe­ne Rest­be­trag jeweils zur Zah­lung fäl­lig wur­de. Ein Wie­der­auf­le­ben einer Zah­lungs­ein­stel­lung war damit aber schon des­halb nicht ver­bun­den, weil eine zuvor vor­han­den gewe­se­ne Zah­lungs­ein­stel­lung nicht fest­ge­stellt ist. Das Ein­grei­fen der Ver­fall­klau­sel kann zwar Indiz für eine Zah­lungs­ein­stel­lung sein. Unter den hier gege­be­nen Umstän­den wäre es aber nicht zu bean­stan­den, im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung die jeweils um eini­ge Tage ver­spä­te­te voll­stän­di­ge Zah­lung der Raten für eine Fest­stel­lung der Zah­lungs­ein­stel­lung nicht aus­rei­chen zu las­sen, zumal die Gläu­bi­ge­rin in der Zwi­schen­zeit jeweils in kei­ner Wei­se tätig gewor­den war, weder durch Mah­nung noch durch Ein­lei­tung der Zwangs­voll­stre­ckung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. April 2015 – IX ZR 6/​14

  1. im Anschluss an die stän­di­ge Recht­spre­chung, zuletzt BGH, ZIP 2014, 1887 Rn. 28[]
  2. BGH, Urteil vom 01.07.2010 – IX ZR 70/​08, WM 2010, 1756 Rn. 10; vom 30.06.2011 – IX ZR 134/​10, ZIn­sO 2011, 1410 Rn. 17; vom 15.03.2012 – IX ZR 239/​09, WM 2012, 711 Rn. 27; vom 06.12 2012 – IX ZR 3/​12, WM 2013, 174 Rn. 21; vom 03.04.2014 – IX ZR 201/​13, WM 2014, 1009 Rn. 34; vom 10.07.2014 – IX ZR 280/​13, ZIP 2014, 1887 Rn. 28[]