Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge gegen einen Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­be­schluss

Mit der Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge gegen einen Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­be­schluss nach § 11 RVG kön­nen ent­spre­chend § 767 Abs. 2 ZPO nur sol­che Ein­wen­dun­gen gel­tend gemacht wer­den, die erst nach Erlass des Beschlus­ses ent­stan­den sind 1.

Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge gegen einen Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­be­schluss

Das beruht dar­auf, dass ein Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­be­schluss nach § 11 RVG – anders als ein Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss nach § 104 ZPO – den Ver­gü­tungs­an­spruch nicht nur unter gebüh­ren­recht­li­chen Gesichts­punk­ten der Höhe nach fest­stellt, son­dern über den Anspruch als sol­chen ent­schei­det.

Ein­wen­dun­gen, über die im Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­ver­fah­ren nicht ent­schie­den wer­den kann, blei­ben nicht, wie im Ver­fah­ren nach den §§ 103 ff. ZPO, unbe­ach­tet, son­dern füh­ren gemäß § 11 Abs. 5 Satz 1 RVG dazu, dass die Fest­set­zung unter­bleibt 2.

Nach die­sen Grund­sät­zen sind die Ver­gü­tungs­schuld­ner dar­an gehin­dert, mit ihrer Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge ein­zu­wen­den, dass eine Ver­pflich­tung schon nicht wirk­sam begrün­det wor­den sei. Denn der­ar­ti­ge anspruchs­ver­nei­nen­de Ein­wen­dun­gen kön­nen in dem Ver­fah­ren nach § 767 ZPO nicht gel­tend gemacht wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Novem­ber 2015 – II ZR 446/​13

  1. BGH, Urteil vom 05.12 1996 – IX ZR 67/​96, WM 1997, 324 zu § 19 BRAGO mwN; K. Schmidt/​Brinkmann in Münch­Komm- ZPO, 4. Aufl., § 767 Rn. 74 f.; Lack­mann in Musielak/​Voit, ZPO, 12. Aufl., § 767 Rn. 31; Mül­ler-Rabe in Gerold/​Schmidt, RVG, 22. Aufl., § 11 Rn. 339; Ahl­mann in Riedel/​Sußbauer, RVG, 10. Aufl., § 11 Rn. 55[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 05.12 1996 – IX ZR 67/​96, WM 1997, 324 zu § 19 BRAGO mwN; Ahl­mann in Riedel/​Sußbauer, RVG, 10. Aufl., § 11 Rn. 55[]