Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge – und die Klau­sel­um­schrei­bung

Dass der Klä­ger eine Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge gemäß § 767 ZPO erhe­ben woll­te, liegt nahe, wenn er Ein­wen­dun­gen gegen den titu­lier­ten Anspruch aus der Grund­schuld nach § 1192 Abs. 1, § 1147 BGB vor­ge­tra­gen hat. Bezieht sich sein Kla­ge­an­trag aller­dings auf die von dem Notar der Gläu­bi­ge­rin erteil­te Voll­stre­ckungs­klau­sel, ist der Antrag, die Zwangs­voll­stre­ckung aus der voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gung für unzu­läs­sig zu erklä­ren, bei einer Klau­sel­ge­gen­kla­ge nach § 768 ZPO zu stel­len 1.

Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge – und die Klau­sel­um­schrei­bung

Mit die­ser Klau­sel­ge­gen­kla­ge macht ein Schuld­ner gel­tend, dass die Zwangs­voll­stre­ckung aus einer von dem Notar nach §§ 726 ff. ZPO erteil­ten qua­li­fi­zier­ten Voll­stre­ckungs­klau­sel unzu­läs­sig ist 2.

Unter Anwen­dung des Aus­le­gungs­grund­sat­zes, dass eine Par­tei mit ihren Pro­zess­hand­lun­gen im Zwei­fel das errei­chen will, was nach den Maß­stä­ben der Rechts­ord­nung ver­nünf­tig ist und ihrer recht ver­stan­de­nen Inter­es­sen­la­ge ent­spricht 3, ist davon aus­zu­ge­hen, dass der Klä­ger bei­de Rechts­schutz­zie­le ver­folgt.

Ein sol­ches Vor­ge­hen ist mög­lich; die Kla­gen nach § 767 ZPO und nach § 768 ZPO haben zwar unter­schied­li­che Streit­ge­gen­stän­de, sie kön­nen aber mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Okto­ber 2014 – V ZR 45/​13

  1. vgl. Münch­Komm-ZPO/K. Schmidt/​Beckmann, 4. Aufl., § 768 ZPO Rn. 6; Musielak/​Lackmann, ZPO, 10. Aufl., § 768 Rn. 9[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 27.01.2012 – V ZR 92/​11 11; BGH, Urteil vom 14.05.1992 – VII ZR 204/​90, BGHZ 118, 229, 234[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 02.07.2004 – V ZR 290/​03, NJW-RR 2005, 371, 372 mwN[]
  4. KG, MDR 2008, 591, 592; Zöller/​Herget, ZPO, 30. Aufl., § 768 Rn. 2[]