Vor­ab­ent­schei­dung über die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit des deut­schen Gerichts

Die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit folgt nicht bereits aus dem Beschluss des Arbeits­ge­richts, mit dem die­ses sich für ört­lich zustän­dig erklärt hat.

Vor­ab­ent­schei­dung über die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit des deut­schen Gerichts

Damit hat es nur über die ört­li­che Zustän­dig­keit iSv. § 48 ArbGG, nicht aber über die Fra­ge der inter­na­tio­na­len Zustän­dig­keit der deut­schen Gerich­te ent­schie­den.

Will das ange­ru­fe­ne Gericht die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der deut­schen Gerichts­bar­keit vor­ab bin­dend fest­stel­len, hat es im Wege eines Zwi­schen­ur­teils gemäß § 280 ZPO, nicht aber durch Beschluss nach § 17a GVG zu ent­schei­den [1].

Die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der deut­schen Gerich­te ist eine in der Revi­si­ons­in­stanz von Amts wegen zu prü­fen­de Sachur­teils­vor­aus­set­zung [2]. § 545 Abs. 2 ZPO steht dem nicht ent­ge­gen. Die­se Rege­lung bezieht sich – soweit man sie im arbeits­ge­richt­li­chen Revi­si­ons­ver­fah­ren über­haupt für anwend­bar hält [3] – unge­ach­tet ihres weit gefass­ten Wort­lauts nicht auf die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit [4].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 7. Mai 2020 – 2 AZR 692/​19

  1. vgl. BAG 21. März 2017 – 7 AZR 207/​15 – Rn. 56, BAGE 158, 266[]
  2. BAG 12. Dezem­ber 2017 – 3 AZR 305/​16 – Rn. 22, BAGE 161, 142[]
  3. vgl. GMP/­Mül­ler-Glö­ge 9. Aufl. § 72 Rn. 53[]
  4. vgl. BGH 28. Novem­ber 2002 – III ZR 102/​02 – zu II 1 der Grün­de, BGHZ 153, 82[]