Vor­mer­kung trotz noch aus­ste­hen­der fami­li­en­ge­richt­li­cher Geneh­mi­gung

Der Ein­tra­gung einer Vor­mer­kung zur Siche­rung eines sich aus einem Schen­kungs­ver­trag erge­ben­den Anspruchs auf Eigen­tums­über­tra­gung steht als Hin­der­nis nicht ent­ge­gen, dass die­ser Ver­trag zu sei­ner Wirk­sam­keit der fami­li­en­ge­richt­li­chen Geneh­mi­gung bedarf.

Vor­mer­kung trotz noch aus­ste­hen­der fami­li­en­ge­richt­li­cher Geneh­mi­gung

Der Ver­trag wäre in die­sem Fall der­zeit schwe­bend unwirk­sam. Schwe­bend unwirk­sa­me Ansprü­che wer­den hin­sicht­lich ihrer Vor­mer­kungs­fä­hig­keit wie künf­ti­ge Ansprü­che behan­delt 1. Künf­ti­ge Ansprü­che kön­nen nach § 883 Abs. 1 S. 2 BGB durch eine Vor­mer­kung geschützt wer­den, wenn eine bestimm­te Grund­la­ge für die Gestal­tung (Rechts­bo­den) des Anspruchs bereits vor­han­den ist und eine vor­läu­fi­ge Bin­dung des Ver­pflich­te­ten bereits begrün­det ist, die die­ser nicht ein­sei­tig besei­ti­gen kann, die Ent­ste­hung des Anspruchs nur noch von dem Wil­len des künf­ti­gen Berech­tig­ten abhängt.

Eine sol­che vor­läu­fi­ge Bin­dung ist ins­be­son­de­re dann gege­ben, wenn die wirk­sa­me Ent­ste­hung des Anspruchs nur noch von der Ertei­lung einer fami­li­en­ge­richt­li­chen Geneh­mi­gung abhängt und dem Ver­pflich­te­ten kei­ne Mög­lich­keit ein­ge­räumt ist, sich ein­sei­tig vom Ver­trag lösen zu kön­nen 2. So lie­gen die Din­ge hier. Dem Antrag auf Ein­tra­gung der Auf­las­sungs­vor­mer­kung hät­te schon aus die­sem Grund ent­spro­chen wer­den müs­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschluss vom 6. August 2014 – 15 W 94/​14

  1. BayO­bLG DNotZ 1990, 297; KG FGPrax 2011, 79, 81; Schöner/​Stöber, Grund­buch­recht, 15. Aufl., Rdnr. 1490[]
  2. BayO­bLG DNotZ 1994, 182; KG a.a.O.[]