Vor­ver­trag­li­che Auf­klä­rungs­pflich­ten einer rech­ten Mie­te­rin

Ver­letzt der Mie­ter eine ihn oblie­gen­de vor­ver­trag­li­che Auf­klä­rungs­pflicht, ist der Ver­mie­ter berech­tigt, den Miet­ver­trag frist­los zu kün­di­gen.

Vor­ver­trag­li­che Auf­klä­rungs­pflich­ten einer rech­ten Mie­te­rin

Mit dire­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den die Beru­fung einer Mie­te­rin zurück­ge­wie­sen, mit der sie sich gegen das Urteil des Land­ge­richts Zwi­ckau gewandt hat, das sie ver­ur­teilt hat, ihr Laden­lo­kal im Ein­kaufs­cen­ter »Die Kolon­na­den« in Plau­en zu räu­men, in dem sie aus­schließ­lich Tex­ti­li­en der Mar­ke »Thor Stei­nar« ver­kauft.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Dres­den war die kla­gen­de Ver­mie­te­rin berech­tigt, den Miet­ver­trag frist­los zu kün­di­gen, weil die beklag­te Mie­te­rin eine ihr oblie­gen­de vor­ver­trag­li­che Auf­klä­rungs­pflicht ver­letzt hät­te. Die Beklag­te hät­te die Ver­mie­te­rin vor Ver­trags­schluss dar­über auf­klä­ren müs­sen, wel­chen Stel­len­wert die Tex­ti­li­en der Mar­ke »Thor Stei­nar« im Laden­lo­kal ein­neh­men soll­ten, da ihr deren Beden­ken betref­fend den Ver­kauf von Tex­ti­li­en die­ser Mar­ke bekannt waren. Es hät­te der Beklag­ten daher oble­gen, die Klä­ge­rin auf die Mög­lich­keit hin­zu­wei­sen, dass im Laden­ge­schäft Tex­ti­li­en der Mar­ke »Thor Stei­nar« nicht nur unter einer Viel­zahl von ange­bo­ten Mar­ken son­dern aus­schließ­lich ange­bo­ten wer­den wür­den.

Ober­lan­des­ge­richt Dres­den, Beschluss vom 27. Juli 2012 – 5 U 68/​12