War­te­pflicht des abge­lehn­ten Rich­ters – und ihr Ende

Die War­te­pflicht des abge­lehn­ten Rich­ters gemäß § 47 Abs. 1 ZPO endet bereits mit der erst­in­stanz­li­chen Zurück­wei­sung des Ableh­nungs­ge­suchs; die Rechts­kraft der Zurück­wei­sung muss nach Ansicht des Amts­ge­richts Stral­sund nicht abge­war­tet wer­den [1].

War­te­pflicht des abge­lehn­ten Rich­ters – und ihr Ende

Dass eine zweit­in­stanz­li­che Ent­schei­dung über die Beschwer­de sei­ner­zeit noch aus­stand, hat die Ter­mins­durch­füh­rung und hät­te ggf. auch den Erlass einer inst­anz­ab­schlie­ßen­den Ent­schei­dung nicht gehin­dert, denn der Beschwer­de kam nach der inso­weit kla­ren gesetz­li­chen Rege­lung kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung zu (§ 570 Abs. 1 ZPO). Die "War­te­pflicht" des abge­lehn­ten Rich­ters (§ 47 Abs. 1 ZPO) war damit been­det [2].

Amts­ge­richt Stral­sund, Urteil vom 29. April 2016 – 20 C 11/​15 WEG

  1. Anschluss u.a. an BFHE 134, 525 = BB 1982, 605[]
  2. so u.a. RG, JW 1895, 539 [Nr. 11]; RGZ 66, 46 [47]; BFHE 134, 525 = BB 1982, 605; BFH, Beck­RS 1999, 25004012; KG, MDR 1954, 750; OLG Cel­le, NdsRpfl.1971, 230 [Nr. 9]; OLG Frank­furt a.M., NJW-RR 1992, 571; OLG Kiel, HRR 1933, 1696; OVG Müns­ter, NJW 1990, 1749; LG Stral­sund, Urteil vom 08.05.2012 – 6 O 39/​11 [S. 9 f.; I.3]; AG Ber­gen auf Rügen, Beschluss vom 05.04.2013 – 14 K 38/​10 [Juris; Tz. 5]; Gün­ther, MDR 1989, 695; Schä­fer, NJOZ 2014, 681 [683]; a.A. u.a. BGH, ZVI 2004, 753 [754]; OLG Schles­wig, Beck­RS 2002, 17746; Zöller/​Vollkommer, ZPO, 31. Aufl.2016, § 47 Rdnr. 1, m.w.N.[]