Wech­sel­sei­ti­ge Bestel­lung einer Gesamt­grund­dienst­bar­keit

Regel­mä­ßig kann nur der Eigen­tü­mer eines ande­ren als des die­nen­den Grund­stücks Berech­tig­ter einer Grund­dienst­bar­keit sein. Dies schließt die die wech­sel­sei­ti­ge Bestel­lung einer Gesamt­grund­dienst­bar­keit zu Guns­ten der Eigen­tü­mer meh­re­rer Grund­stü­cke aus.

Wech­sel­sei­ti­ge Bestel­lung einer Gesamt­grund­dienst­bar­keit

Nach dem gesetz­li­chen Inhalt einer Grund­dienst­bar­keit kann deren Berech­tig­ter immer nur der Eigen­tü­mer eines ande­ren als des die­nen­den Grund­stücks sein, § 1018 BGB. Das schließt die Ein­tra­gung einer ein­heit­li­chen, dem Vor­teil der Eigen­tü­mer meh­re­rer Grund­stü­cke die­nen­den Grund­dienst­bar­keit nicht aus [1]. Vor­aus­set­zung ist aber auch dann die Ver­schie­den­heit der Berech­tig­ten von dem Eigen­tü­mer des belas­te­ten Grund­stücks, weil die Betei­lig­ten wegen des sachen­recht­li­chen Typen­zwangs vom gesetz­li­chen Inhalt ding­li­cher Rech­te nicht abwei­chen kön­nen [2].

Inso­weit nützt es auch nichts, die Berech­ti­gung an der Grund­dienst­bar­keit ein­zu­schrän­ken, soweit der Eigen­tü­mer des jeweils die­nen­den Grund­stücks betrof­fen ist. Die­ses Vor­ge­hen über­sieht nach Ansicht des Kam­mer­ge­richts, dass es sich dann aber nicht mehr um ein ein­heit­li­ches (Gesamt-)Recht im Sin­ne von § 1018 BGB han­delt. Die Berech­tig­ten sind im Hin­blick auf die ein­zel­nen die­nen­den Grund­stü­cke nicht iden­tisch, weil deren jewei­li­gen Eigen­tü­mer inso­weit aus­ge­schlos­sen sind. Folg­lich kann nicht eine Gesamt­grund­dienst­bar­keit, son­dern ledig­lich ein­zel­ne, auf die acht betrof­fe­nen Grund­stü­cke bezo­ge­ne Grund­dienst­bar­kei­ten ein­ge­tra­gen wer­den [3].

Kam­mer­ge­richt, Beschluss vom 12. März 2013 – 1 W 33–50/13, 1 W 33/​13, 1 W 34/​13, 1 W 35/​13, 1 W 36/​13, 1 W 37/​13, 1 W 38/​13, 1 W 39/​13, 1 W 40/​13, 1 W 41/​13, 1 W 42/​13, 1 W 43/​13, 1 W 44/​13, 1 W 45/​13, 1 W 46/​13, 1 W 47/​13, 1 W 48/​13, 1 W 49/​13, 1 W 50/​13

  1. KG, Beschluss vom 03.04.1970 – 1 W 1324/​70, OLGZ 1970, 372, 377[]
  2. vgl. Palandt/​Bassenge, BGB, 72. Aufl., Einl v § 854, Rdn. 3[]
  3. vgl. Dem­har­ter, GBO, 28. Aufl., § 48, Rdn. 10[]