Wegen Magen-Darm-Grip­pe: kein Flug aber Kos­ten

Ist in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen einer Rei­se­ab­bruchs­ver­si­che­rung aus­drück­lich gere­gelt, dass beim Rei­se­ab­bruch nur die nach­weis­lich ent­stan­de­nen zusätz­li­chen Rück­rei­se­kos­ten erstat­tet wer­den kön­nen, bringt die Ver­si­che­rung mit die­ser Klau­sel ein­deu­tig zum Aus­druck, dass sie gera­de kei­ne Erstat­tung für von Anfang an gebuch­te, jedoch ledig­lich nicht in Anspruch genom­me­ne Rück­rei­se­leis­tun­gen erbrin­gen will, son­dern nur für spä­ter ent­stan­de­ne, unge­plan­te Rei­se­kos­ten.

Wegen Magen-Darm-Grip­pe: kein Flug aber Kos­ten

Mit die­ser Ent­schei­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen die Kla­ge einer Mut­ter abge­wie­sen, die Flug­kos­ten erstat­tet haben woll­te. Die Mut­ter eines Aus­tausch­schü­lers, der ab August 2010 für ein Jahr nach Mexi­ko gehen woll­te, buch­te für die­sen die Hin- und Rück­flü­ge sowie einen Flug zur Weih­nachts­zeit nach Deutsch­land und wie­der zurück. Gleich­zei­tig schloss sie auch eine Rei­se­rück­tritts-/Rei­se­ab­bruchs­ver­si­che­rung ab. Dabei war in den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen gere­gelt, dass beim Rei­se­ab­bruch nur die nach­weis­lich ent­stan­de­nen zusätz­li­chen Rück­rei­se­kos­ten erstat­tet wer­den kön­nen.

Kurz vor sei­nem Flug im Dezem­ber erkrank­te der Sohn an einer schwe­ren Magen-Darm-Grip­pe und muss­te in Mexi­ko blei­ben. Sei­ne Mut­ter ver­lang­te dar­auf hin die Flug­kos­ten Mexi­co City – Mün­chen und zurück in Höhe von 781 Euro. Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men wei­ger­te sich jedoch, die­se zu bezah­len. Schließ­lich sei der Sohn in Mexi­ko geblie­ben, zusätz­li­che Rei­se­kos­ten sei­en daher nicht ange­fal­len. Die Flug­kos­ten als sol­che hät­te die Mut­ter sowie­so bezah­len müs­sen. Dar­auf hin erhob die Mut­ter Kla­ge.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen sei­en die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ein­deu­tig. Dabei kön­ne offen blei­ben, ob es sich um einen Rei­se­ab­bruch han­de­le, wenn der Rei­sen­de län­ger als geplant im Rei­se­land ver­wei­len müs­se und ledig­lich eine „Rei­se­pau­se“ aus­fie­le. Nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen wür­den nur die zusätz­li­chen Rück­rei­se­kos­ten erstat­tet. Mit die­ser Klau­sel brin­ge die Ver­si­che­rung ein­deu­tig zum Aus­druck, dass sie gera­de kei­ne Erstat­tung für von Anfang an gebuch­te, jedoch ledig­lich nicht in Anspruch genom­me­ne Rück­rei­se­leis­tun­gen erbrin­gen wol­le, son­dern nur für spä­ter ent­stan­de­ne, unge­plan­te Rei­se­kos­ten.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 14. Okto­ber 2011 – 242 C 16294/​11