Wei­sun­gen an den gericht­li­chen Sach­ver­stän­di­gen

Anord­nun­gen des Pro­zess­ge­richts nach § 404a Abs. 4 ZPO sind als Bestand­teil oder Ergän­zung des Beweis­be­schlus­ses (§§ 358, 358a ZPO) wie die­ser nicht selbst­stän­dig mit Rechts­mit­teln anfecht­bar, es sei denn, die Zwi­schen­entsch­ei-dung hat bereits für eine Par­tei einen blei­ben­den recht­li­chen Nach­teil zur Fol­ge, der sich im wei­te­ren Ver­fah­ren nicht mehr oder jeden­falls nicht mehr voll­stän­dig behe­ben lässt.

Wei­sun­gen an den gericht­li­chen Sach­ver­stän­di­gen

Die Rechts­be­schwer­de gegen einen Beschluss ist statt­haft, wenn dies im Gesetz aus­drück­lich bestimmt ist (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO) oder das Beschwer­de­ge­richt sie in dem ange­foch­te­nen Beschluss zuge­las­sen hat (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO). Von Geset­zes wegen ist die Rechts­be­schwer­de daher bei Wei­sun­gen des Gerichts an den von ihm bestell­ten Sach­ver­stän­di­gen nicht eröff­net.

Anord­nun­gen des Pro­zess­ge­richts nach § 404a Abs. 4 ZPO sind als Bestand­teil oder Ergän­zung des Beweis­be­schlus­ses (§§ 358, 358a ZPO) wie die­ser nicht selbst­stän­dig mit Rechts­mit­teln anfecht­bar [1]. Bei einem Beweis­be­schluss han­delt es sich um eine pro­zess­lei­ten­de Anord­nung. Die­se kann nur mit den gegen die End­ent­schei­dung gege­be­nen Rechts­mit­teln zur Über­prü­fung durch das Rechts­mit­tel­ge­richt gestellt wer­den, weil mit der Zulas­sung einer selbst­stän­di­gen Anfech­tung der Beweis­an­ord­nung durch die Beschwer­de­instanz unzu­läs­si­ger­wei­se in die Sach­ent­schei­dungs­kom­pe­tenz des Pro­zess­ge­richts ein­ge­grif­fen wür­de [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Dezem­ber 2008 – I ZB 118/​07 (Hohl­fa­ser­mem­bran­spinn­an­la­ge)

  1. vgl. Baum­bach/Lau­ter-bach/Hart­man­n/Al­bers, ZPO, 67. Aufl., § 404a Rdn. 11, § 355 Rdn. 9; Stein/​Jonas/​Leipold, ZPO, 22. Aufl., § 404a Rdn. 17[]
  2. allg. M., vgl. BGH, Beschl. v. 4.7.2007 – XII ZB 199/​05, NJW-RR 2007, 1375 Tz. 8; MünchKomm.ZPO/Heinrich, 3. Aufl., § 355 Rdn. 20; Musielak/​Stadler, ZPO, 6. Aufl., § 358 Rdn. 3; Stein/​Jonas/​Berger aaO § 358 Rdn. 5; Zöller/​Greger, ZPO, 27. Aufl., § 358 Rdn. 4; Rosenberg/​Schwab/​Gottwald, Zivil­pro­zess­recht, 16. Aufl., § 115 Rdn. 36[]