Wenn der Haus­ei­gen­tü­mer den Strom­ver­brau­cher ver­schweigt

Ein Haus­ei­gen­tü­mer, der weiss, wer den Strom­an­schluss im Haus nutzt, aber dem Strom­ver­sor­ger den Name des Anschlus­s­in­ha­bers bös­wil­lig vor­ent­hält, muss wegen vor­sätz­li­cher sit­ten­wid­ri­ger Schä­di­gung (§ 826 BGB) den Scha­den erset­zen und die Strom­rech­nung selbst bezah­len.

Wenn der Haus­ei­gen­tü­mer den Strom­ver­brau­cher ver­schweigt

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Nürn­berg in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und einen Klä­ger, der sich wei­ger­te, Aus­kunft dar­über zu geben, wer den Strom­an­schluss nutzt, dazu ver­ur­teilt, selbs die Strom­kos­ten zu tra­gen. Der Ener­gie­ver­sor­ger hat­te sich an den spä­te­ren Klä­ger gewandt, weil er die­sen für den Anschlus­s­in­ha­ber hielt. Das Haus, von des­sen Anschluss aus der Strom ent­nom­men wur­de, hat­te ursprüng­lich der Ehe­frau des Klä­gers gehört, war aber dann im Wege der Zwangs­ver­stei­ge­rung von einem Unter­neh­men mit Sitz in Eng­land erwor­ben wor­den. Chef die­ses Unter­neh­mens war der Klä­ger. Der aber wei­ger­te sich nicht nur die Rech­nung zu bezah­len. Er woll­te auch nicht sagen, wer den Strom­an­schluss nutzt. Tat­säch­lich waren unter der Anschrift des Hau­ses meh­re­re Fir­men gemel­det, die alle von dem Klä­ger ver­tre­ten wur­den, nicht aber der Klä­ger als Per­son. Als der Strom­ver­sor­ger schließ­lich den Anschluss mit Hil­fe des Gerichts­voll­zie­hers sper­ren ließ, wur­de im Haus die Ehe­frau des Klä­gers ange­trof­fen. Der Klä­ger behaup­te­te, dass er selbst jeden­falls nicht in dem Haus woh­nen wür­de und daher auch kei­nen Strom ent­nom­men habe. Er erhob des­halb Kla­ge gegen den Strom­ver­sor­ger und woll­te vom Gericht bestä­tigt bekom­men, dass er nicht ver­pflich­tet sei, die bis zur Sper­rung auf­ge­lau­fe­ne Strom­rech­nung in Höhe von rund 5.000 Euro zu bezah­len. Der ver­klag­te Strom­ver­sor­ger hat im Wege der Wider­kla­ge bean­tragt, den Klä­ger die Strom­kos­ten auf­zu­er­le­gen.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Nürn­berg aus­ge­führt, dass zwar dem Klä­ger nicht nach­zu­wei­sen sei, dass er selbst den Strom ent­nom­men habe. Für das Ober­lan­des­ge­richt war aber ent­schei­dend, dass der Klä­ger als Ver­tre­ter des Haus­ei­gen­tü­mers zumin­dest wuss­te, wer den Strom­an­schluss nutz­te. Offen­sicht­lich wei­ger­te er sich nur des­halb den Anschlus­s­in­ha­ber zu benen­nen, um den Strom­ver­sor­ger dar­über im Unkla­ren zu las­sen, wer den ent­nom­me­nen Strom zu bezah­len hat.

Der Klä­ger müs­se des­halb wegen vor­sätz­li­cher sit­ten­wid­ri­ger Schä­di­gung (§ 826 BGB) den Scha­den erset­zen, der dem Strom­ver­sor­ger dadurch ent­stand, dass ihm der Name des Anschlus­s­in­ha­bers bös­wil­lig vor­ent­hal­ten wur­de.

Ober­lan­des­ge­richt Nürn­berg, Urteil vom 23. Mai 2014 – 2 U 2401/​12