Wenn der Kunde am Geldautomat was auf die Finger bekommt…

Eine Bank ist nicht verpflichtet, über ihre Pflichten zur regelmäßigen Wartung und Kontrolle eines Geldautomaten hinaus, ihre Kunden vor fernliegenden und nicht absehbaren Gefahren zu schützen.

Wenn der Kunde am Geldautomat was auf die Finger bekommt…

Mit dieser Begründung hat das Landgericht Düsseldorf in dem hier vorliegenden Fall die Schadensersatzklage eines Bankkunden abgewiesen, der sich beim Geldabheben am Automaten einen Finger gebrochen hat und von der Bank Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangt hat. Als der Kläger an einem Bankautomaten der Beklagten Geld abhob und das Geld aus dem Fach entnehmen wollte, hat sich das Geldfach verschlossen und dabei seine Finger gequetscht sowie seinen Mittelfinger gebrochen. Daraufhin nahm der Kläger die Bank auf Schadensersatz und Schmerzensgeld von mehr als 5.000,00 Euro in Anspruch.

Nach Auffassung des Landgerichts Düsseldorf habe die beklagte Bank ihre Pflichten zur regelmäßigen Wartung und Kontrolle des Geldautomaten erfüllt. Sie sei nicht verpflichtet, darüber hinaus ihre Kunden vor fernliegenden und nicht absehbaren Gefahren zu schützen. Insbesondere habe die Bank nicht voraussehen müssen, dass ein Kunde mit seiner ganzen Hand in das Geldausgabefach hineingreift. Denn die Geldscheine werden bei der Ausgabe etwa daumendick über die Klappe aus dem Ausgabeschacht hinausgeschoben.

Der Kläger habe auch nicht bewiesen, dass es bei dem Geldautomaten bereits in der Vergangenheit zu einer vergleichbaren Betriebsstörung gekommen sei, die die Bank zum Handeln hätte veranlassen müssen.

Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. April 2014 – 6 O 330/13

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