Wenn die Grund­buch­ein­tra­gung hin­ter dem Antrag zurück­bleibt

Dass die Ein­tra­gung hin­ter der ding­li­chen Eini­gung zurück­ge­blie­ben ist, muss nicht die Unrich­tig­keit des Ein­ge­tra­ge­nen her­bei­ge­führt haben, wenn das Recht jeden­falls in dem ein­ge­tra­ge­nen Umfan­ge gewollt und damit ent­stan­den sein kann [1].

Wenn die Grund­buch­ein­tra­gung hin­ter dem Antrag zurück­bleibt

Ande­res ist auch nicht des­halb anzu­neh­men, weil die Beweis­re­gel des § 139 BGB, nach der die Nich­tig­keit eines Teils des Rechts­ge­schäfts die Nich­tig­keit des gan­zen Rechts­ge­schäfts zur Fol­ge hat, wenn nicht anzu­neh­men ist, dass es auch ohne den nich­ti­gen Teil vor­ge­nom­men wor­den wäre, im Grund­buch­be­rich­ti­gungs­ver­fah­ren nach § 22 GBO nicht gilt [2] und selbst bei Anwen­dung des § 139 BGB davon aus­zu­ge­hen wäre, dass die Eini­gung über ein wei­ter­ge­hen­des Recht in der Regel den Wil­len der Betei­lig­ten über das Ent­ste­hen wenigs­tens des Teil­rechts umfasst [3].

Ent­hält eine im Grund­buch in Bezug genom­me­ne Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung nicht ein­tra­gungs­fä­hi­ge Ver­ein­ba­run­gen, müs­sen die­se Tei­le durch die Ein­tra­gung eines Ver­merks von der Bezug­nah­me aus­ge­nom­men wer­den [4]. Ein sol­cher Ver­merk kann auch zur Klar­stel­lung der Ein­tra­gung erfor­der­lich sein, wenn der vor­han­de­ne Ein­trag im Grund­buch Umfang und Inhalt des ein­ge­tra­ge­nen Rechts nicht in einer Wei­se ver­laut­bart, die Zwei­fel aus­schließt [5]. So ver­hält es sich, wenn – wie hier – bei der Buchung des Rechts im Grund­buch zwar ganz oder teil­wei­se über den nach § 874 BGB zuläs­si­gen Umfang hin­aus auf die Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung Bezug genom­men wor­den ist, die Ein­tra­gung des Rechts im Grund­buch selbst sich aber als inhalt­lich zuläs­sig dar­stellt. Das Grund­buch­amt hat dann von Amts wegen einen Ver­merk in das Grund­buch ein­zu­tra­gen, durch den klar­ge­stellt wird, wel­che Tei­le der Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung nicht Inhalt des Grund­buchs gewor­den sind. Dadurch wird für den Ver­kehr deut­lich, dass dem Berech­tig­ten aus der­Dienst­bar­keit nur die sich aus dem Grund­buch­ein­trag selbst erge­ben­den Nut­zungs­be­fug­nis­se zuste­hen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Novem­ber 2014 – V ZB 131/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 15.02.1985 – V ZR 131/​83, WM 1985, 876, 878[]
  2. Bay­O­bLG, NJW-RR 1990, 722, 723; NJW-RR 1997, 590, 591[]
  3. NK-BGB/­Krau­se, 3. Aufl., § 873 Rn. 56; Staudinger/​Gursky, BGB [2012], § 873 Rn.196[]
  4. vgl. OLG Frank­furt, NJW-RR 1992, 345; Hügel/​Kral, GBO, 2. Aufl., § 44 Rn. 91; Dem­har­ter, GBO, 29. Aufl., § 44 Rn. 39[]
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 06.03.2014 – V ZB 27/​13, NJW 2014, 1450 Rn. 12[]