Wenn im Restau­rant der Stuhl zusam­men­bricht

Einem Gast, des­sen Stuhl im Restau­rant zusam­men­bricht, steht nach Ansicht des Land­ge­richts Mag­de­burg kein Scha­dens­er­satz und kein Schmer­zens­geld zu.

Wenn im Restau­rant der Stuhl zusam­men­bricht

In dem hier ent­schie­de­nen Fall such­te der Gast mit sei­ner Ehe­frau eine Gast­stät­te im Zen­trum vom Mag­de­burg auf, um dort zu früh­stü­cken. Als er sich auf einen Stuhl hin­set­zen woll­te, stürz­te er mit dem Stuhl und ver­letz­te sich. Ursa­che des Stur­zes war ein Defekt des Stuh­les, womit der Gast nicht hät­te rech­nen müs­sen. Der Gast wirft dem Gast­wirt vor, dass er sein Mobi­li­ar nicht aus­rei­chend kon­trol­liert habe.

Das Land­ge­richt Mag­de­burg hat die Kla­ge des Gas­tes abge­wie­sen. Es gebe, so das Land­ge­richt, Lebens­be­rei­che, in denen ein Unglück ein­tre­ten kann und trotz­dem dem Schä­di­ger kein schuld­haf­tes Ver­hal­ten zuzu­schrei­ben ist. Zwar hat grund­sätz­lich ein Gast­wirt dafür Sor­ge zu tra­gen, dass von den Ört­lich­kei­ten und dem Inven­tar kei­ne Gefah­ren aus­ge­hen. Der Gast­wirt muss grund­sätz­lich sein Sitz­mo­bi­li­ar auf Taug­lich­keit über­prü­fen. Nach dem Foto des Stuh­les war jedoch weder für den Gast noch für den Gast­stät­ten­be­trei­ber eine Vor­schä­di­gung des Stuh­les erkenn­bar. Dem Gast­stät­ten­be­trei­ber ist auch ledig­lich eine Sicht­kon­trol­le zuzu­mu­ten. Er muss nicht an jedem sei­ner Stüh­le rüt­teln, um fest­zu­stel­len, ob die Leim­ver­bin­dung zwi­schen Nut und Fuge noch sta­bil und aus­rei­chend ist.

Land­ge­richt Mag­de­burg, Urteil vom 13. Novem­ber 2015 – 10 O 1311/​15