Werk­lohn­an­spruch – und die Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund

Der Ver­gü­tungs­an­spruch aus § 649 S. 2 BGB besteht nicht, wenn der Werk­ver­trag aus wich­ti­gem Grund gekün­digt wur­de.

Werk­lohn­an­spruch – und die Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund

Eine Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund führt viel­mehr zur sofor­ti­gen Ver­trags­be­en­di­gung, ohne dass dem Werk­un­ter­neh­mer ein Anspruch hin­sicht­lich der von ihm noch nicht erbrach­ten Leis­tung zusteht 1.

Für ein außer­or­dent­li­ches Kün­di­gungs­recht des Bestel­lers aus wich­ti­gem Grund ist es erfor­der­lich, dass einer­seits der Werk­ver­trag auf län­ger­fris­ti­ge Zusam­men­ar­beit ange­legt ist, ande­rer­seits dem Bestel­ler die Fort­set­zung des Ver­tra­ges unzu­mut­bar ist 2.

Ein wich­ti­ger Grund für die Kün­di­gung eines Bau­ver­tra­ges liegt vor, wenn es unter Abwä­gung der bei­der­sei­ti­gen Inter­es­sen­la­ge für den Kün­di­gen­den unzu­mut­bar ist, den Ver­trag fort­zu­set­zen 3.

Ergibt sich der wich­ti­ge Grund für die Kün­di­gung aus einem schuld­haf­ten Ver­hal­ten des ande­ren Ver­trags­part­ners, ist eine Abmah­nung oder vor­he­ri­ge Frist­set­zung mit Kün­di­gungs­an­dro­hung dann nicht erfor­der­lich, wenn es sich um eine schwer­wie­gen­de Ver­trags­ver­let­zung han­delt 4.

Die Bege­hung einer vor­sätz­li­chen Straf­tat gegen den Ver­trags­part­ner oder ihm nahe ste­hen­de Per­so­nen und Mit­ar­bei­ter ist stets ein wich­ti­ger Grund für eine außer­or­dent­li­che Kün­di­gung, ohne dass es zuvor einer Abmah­nung bedarf 5.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 4. Dezem­ber 2013 – 13 U 1/​09

  1. BGHZ 31, 224; BGH NZBau 2001, 621; Palandt-Sprau, 70. Aufl., § 649 Rn. 15; Beck­OK/BGB-Voit, § 649 Rn. 24[]
  2. Palandt-Sprau, 70. Aufl., § 649 Rn. 14; Münch­Komm-BGB/Bu­sche § 649 Rn. 32[]
  3. BGH, NJW-RR 1996, 1108; BGH NJW 1975, 825; BGH BauR 1993, 469[]
  4. BGH, NJW-RR 1996, 1108; BGH NJW 1975, 825[]
  5. Beck­OGK-Unbe­rath, § 314 Rn. 12; juris­PK-Weth, § 314 Rn. 14[]