Wichtige Punkte, die vor dem Abschluss eines Mietvertrages zu prüfen sind

Ist die neue Wohnung gefunden, schweben die meisten Menschen auf Wolke sieben. Es ist jedoch wichtig den Mietvertrag genauestens zu studieren, damit weder während der Mietzeit, noch beim Auszug Missverstände entstehen.

Wichtige Punkte, die vor dem Abschluss eines Mietvertrages zu prüfen sind

Am Wohnungsübergabetag wird der Zustand der Wohnung festgehalten. Oftmals enthalten die Verträge Klauseln, die rechtlich betrachtet unwirksam sind.

Wer kein Mietvertragsformular vonseiten des Vermieters nutzen möchte, kann auf Muster Mietverträge zurückgreifen.

Vermieteranschrift

Unabdingbar ist die korrekte und vollständige Anschrift des Vermieters. Ist diese im Mietvertrag nicht exakt vermerkt, ist auf den Abschluss eines solchen Mietvertrages unbedingt zu verzichten.

Wohnungsgröße

Ein wichtiger Aspekt ist die Angabe hinsichtlich der Wohnungsgröße. Unverbindliche Angaben der Quadratmeter sind nicht hinnehmbar. Zwar ist eine Abweichung von bis zu zehn Prozent noch im Toleranzbereich, bei einer Abweichung von 15 Prozent gibt es die rechtliche Möglichkeit, die Miete um 15 Prozent zu reduzieren.

Räumlichkeiten unter einer Raumhöhe von zwei Metern gelten nicht als volle Wohnfläche. Terrassen, Dachgärten, Balkone und Loggien zählen hälftig dazu. Dachböden, Waschküchen und Keller sind Nutzflächen. Genauso wichtig zu prüfen ist, ob Nebenräume wie Garage und Keller akkurat bezeichnet sind.

Nutzungsbestimmungen

Dem Vermieter obliegt es, ob er einer gewerblichen Nutzung der Wohnung zustimmt oder nicht. Genauso zustimmungspflichtig ist eine Untervermietung. Soll eine Untervermietung eine Option sein, muss dies im Vertrag festgehalten sein.

Mieter dürfen ihre Wohnung nach ihren Wünschen innerhalb gesetzlicher Auflagen gestalteten. Bei größeren Maßnahmen ist die Zustimmung des Vermieters einzuholen. Im Mietvertrag ist festzuhalten, ob die vorgenommenen Veränderungen beim Auszug zurückzubauen sind.

Eine Zustimmung des Vermieters ist in Sachen Haustiere einzuholen. Wohingegen das Halten von Kleintieren wie Hamstern, Meerschweinchen, Vögeln und Fischen ohne Zustimmung erfolgen kann, sieht dies bei Katzen und Hunden anders aus.

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Mietvertragsdauer und Kündigung

Prinzipiell sind Mietverträge unbefristet. Ist für eine Befristung ein zulässiger Grund angegeben, ist diese zulässig.
Wer als Mieter im Mietvertrag genannt ist, hat Anspruch auf die Wohnung. Bei auftretenden Schäden ist er haftbar. Eine Kündigung des Mietvertrages ist nur gültig, wenn alle im Mietvertrag genannten Personen kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate, sofern im Mietvertrag nichts anderes geregelt ist. Bei Verträgen mit vereinbarter Staffelmiete können längere Kündigungsfristen gelten.

Miete

Es ist zu überprüfen, ob es sich hinsichtlich der Miete um eine ortsübliche Miete handelt und in welchem Zeitraum Mieterhöhungen vorgesehen sind. Generell hat der Vermieter die Möglichkeit, alle zwölf Monate die Miete zu erhöhen. Die Miete darf innerhalb von drei Jahren um maximal 20 Prozent steigen, ohne dass die ortsübliche Vergleichsmiete überschritten wird. Dies gilt nicht für Staffelmietverträge. Die Miete steigt maximal einmal im Jahr zum festgeschriebenen Zeitpunkt um einen bestimmten Betrag.

Nebenkostenhöhe

Genauso abzuklären sind, welche Nebenkosten der Vermieter auf den Mieter umlegt. Es ist wichtig, dass die Nebenkosten angemessen sind, sodass keine hohen Nachzahlungen zu erwarten sind.

Für Betriebskosten sind etwa 1,50 Euro pro Quadratmeter und für Heizkosten 0,85 Euro pro Quadratmeter anzusetzen.

Nebenkostenregelung

Die Betriebskosten und Nebenkosten sind im Mietvertrag festgeschrieben und an die Mieter anteilig übertragbar. Die Betriebskosten fallen höher aus und müssen genau bezeichnet sein. Es ist zu prüfen, ob es sich um umlagefähige Nebenkosten handelt.

Kosten für Schornsteinfeger, Müllabfuhr, Hausmeister oder Heiz-, Wasser- und Abwasserkosten, Beleuchtung, Versicherungen und Aufzug sind umlagefähig. Kosten, die für die Hausverwaltung anfallen, den Austausch eines defekten Bodens oder eine Heizungsreparatur sind vom Eigentümer zu tragen.

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