Wider­ruf bei eBay-Geschäf­ten

Grund­sätz­lich beträgt die Wider­rufs­frist bei Fern­ab­satz­ge­schäf­ten zwei Wochen. Bedin­gung hier­für ist jedoch, daß dem Ver­brau­cher eine ent­spre­chen­de Wider­rufs­be­leh­rung spä­tes­tens mit Ver­trags­schluß in Text­form bekannt gege­ben wird.

Wider­ruf bei eBay-Geschäf­ten

Dies ist bei eBay-Geschäf­ten aber nicht mög­lich, da der Erstei­ge­rer dort eine eMail, in der die Wider­rufs­be­leh­rung ent­hal­ten sein kann, erst nach Abschluß der Ver­stei­ge­rung erhält. Die Beleh­rung auf der Ange­bots­sei­te des Ver­käu­fers genügt hier­für nicht, wie jetzt sowohl das Kam­mer­ge­richt in Ber­lin als auch das Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg ent­schie­den haben, da hier­durch die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne “Text­form” nicht erfüllt wird.

Ebay-Kun­den kön­nen daher wegen die­ser ver­spä­te­ten Beleh­rung ihr Wider­rufs­recht einen Monat und nicht nur zwei Wochen gel­tend machen.

Kam­mer­ge­richt, Beschluss vom 18. Juli 2006 – 5 W 156/​06
OLG Ham­burg, Urteil vom 24. August 2006 – 3 U 103/​06