Wider­ruf einer Erle­di­gungs­er­klä­rung

Ein ein­sei­ti­ger Wider­ruf der Erle­di­gungs­er­klä­rung ist nach der Anschlie­ßung durch den Beklag­ten nur mög­lich, wenn ein Resti­tu­ti­ons­grund besteht.

Wider­ruf einer Erle­di­gungs­er­klä­rung

Das Ver­fah­ren ist über­ein­stim­mend für erle­digt erklärt wor­den. Die Erle­di­gungs­er­klä­rung des Klä­gers konn­te, nach­dem der Beklag­te zuge­stimmt hat, nicht mehr wider­ru­fen oder ange­foch­ten wer­den. Nach der Anschlie­ßung durch den Beklag­ten kommt ein ein­sei­ti­ger Wider­ruf nur in Fra­ge, wenn ein Resti­tu­ti­ons­grund besteht. Frei wider­ruf­lich ist eine Erle­di­gungs­er­klä­rung, solan­ge sich der Beklag­te ihr nicht ange­schlos­sen hat 1.

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs sind die für Wil­lens­er­klä­run­gen gel­ten­den Vor­schrif­ten über Nich­tig­keit oder Anfecht­bar­keit wegen Wil­lens­män­geln auf Pro­zess­hand­lun­gen weder direkt noch ent­spre­chend anwend­bar. Pro­zess­hand­lun­gen kön­nen nur aus­nahms­wei­se bei Vor­lie­gen eines Resti­tu­ti­ons­grun­des im Sin­ne des § 580 ZPO wider­ru­fen wer­den oder soweit das Gesetz dies aus­drück­lich gestat­tet, wie z.B. § 290 ZPO für das Geständ­nis 2. Das gilt auch für die Erle­di­gungs­er­klä­rung 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Mai 2013 – II ZR 262/​08

  1. vgl. BGH, Urteil vom 07.06.2001 I ZR 157/​98, NJW 2002, 442[]
  2. BGH, Beschluss vom 13.12.2006 XII ZB 71/​04, NJW 2007, 1460 Rn. 13[]
  3. Münch­Komm-ZPO/­Lin­dacher, 4. Aufl., § 91a Rn. 37; Stein/​Jonas/​Bork, ZPO, 22. Aufl., § 91a Rn. 22[]