Wider­ruf und Wert­er­satz bei Fern­ab­satz­ver­trä­gen

Die Bun­des­re­gie­rung hat einen Gesetz­ent­wurf zu Fra­gen des Wert­er­sat­zes beim Wider­ruf von Fern­ab­satz­ge­schäf­ten in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht. Danach sol­len Ver­brau­cher Wert­er­satz für gezo­ge­ne Nut­zun­gen wie zum Bei­spiel Vor­tei­le aus dem Gebrauch einer Sache und für die Ver­schlech­te­rung von im Fern­ab­satz gekauf­ten Waren nur leis­ten müs­sen, soweit sie die Ware in einer Art und Wei­se genutzt haben, die über die Prü­fung der Eigen­schaf­ten und der Funk­ti­ons­wei­se der Ware hin­aus­geht. Hier­durch soll gewähr­leis­tet wer­den, dass Ver­brau­cher ihr Wider­rufs­recht effek­tiv nut­zen kön­nen. Bei einer über die Prü­fung hin­aus­ge­hen­den Nut­zung wie dem Tra­gen teue­rer Abend­gar­de­ro­be zu einem beson­de­ren Anlass kann der Unter­neh­mer jedoch auch wei­ter­hin einen Anspruch auf Wert­er­satz gel­tend machen.

Wider­ruf und Wert­er­satz bei Fern­ab­satz­ver­trä­gen

Mit dem Gesetz­ent­wurf kommt die Bun­des­re­gie­rung einem Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on nach. Die­ser hat­te am 3. Sep­tem­ber 2009 ent­schie­den, dass die Bestim­mun­gen der Fern­ab­satz­richt­li­nie einer natio­na­len Rege­lung ent­ge­gen­ste­hen, nach der Unter­neh­mer von Ver­brau­chern für die Nut­zung einer im Fern­ab­satz gekauf­ten Ware bei frist­ge­rech­tem Wider­ruf gene­rell Wert­er­satz ver­lan­gen kön­nen 1. Einen Anspruch auf Wert­er­satz hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof aber in den Fäl­len für mög­lich gehal­ten, in denen Ver­brau­cher die Ware auf eine mit den Grund­sät­zen des bür­ger­li­chen Rechts – wie denen von Treu und Glau­ben und der unge­recht­fer­tig­ten Berei­che­rung – unver­ein­ba­re Wei­se benutzt haben.

  1. EuGH, Urteil vom 03.09.2009 – C‑489/​07 [Pia Mess­ner /​Fir­ma Ste­fan Krü­ger][]