Wie­der­auf­nah­me eines PKH-Ver­fah­rens

Der Wie­der­auf­nah­me­an­trag gemäß § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO ana­log ist bei einem PKH-Ver­fah­ren unzu­läs­sig.

Wie­der­auf­nah­me eines PKH-Ver­fah­rens

Zwar ist aner­kannt, dass die Rege­lun­gen über die Wie­der­auf­nah­me des Ver­fah­rens gemäß §§ 578 ff. ZPO ent­spre­chen­de Anwen­dung fin­den, wenn sich der Antrag gegen einen in einem ech­ten Streit­ver­fah­ren ergan­ge­nen, urteils­ver­tre­ten­den und der mate­ri­el­len Rechts­kraft fähi­gen Beschluss rich­tet 1.

Ein der­ar­ti­ger Beschluss liegt bei einem die Gewäh­rung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe able­hen­den Beschluss aber nicht vor. Im Ver­fah­ren der Pro­zess­kos­ten­hil­fe fin­den die Rege­lun­gen über die Wie­der­auf­nah­me bereits des­halb kei­ne Anwen­dung, weil die dort ergan­ge­nen Ent­schei­dun­gen nicht der mate­ri­el­len Rechts­kraft fähig sind und das Ver­fah­ren nicht been­den 2.

Soweit die Antrag­stel­ler in die­sem Zusam­men­hang eine nicht vor­schrifts­mä­ßi­ge Beset­zung des Gerichts gemäß § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO gel­tend macht und die Auf­fas­sung ver­tritt, der Bun­des­ge­richts­hof habe das von ihr gel­tend gemach­te Ableh­nungs­ge­such zu Unrecht als unzu­läs­sig ver­wor­fen, kommt eben­falls kein Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren in Betracht. Bei Rich­terab­leh­nungs­ge­su­chen han­delt es sich ledig­lich um ein selb­stän­di­ges Zwi­schen­ver­fah­ren, nicht aber um ein Ver­fah­ren, das das strei­ti­ge Ver­fah­ren einem Urteil ver­gleich­bar been­det 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Juli 2018 – IV ZA 5/​18

  1. BGH, Beschluss vom 08.05.2006 – II ZB 10/​05, NJW-RR 2006, 1184 Rn. 5; vgl. auch Mel­ler-Han­nich in Prütting/​Gehrlein, ZPO 10. Aufl. § 578 Rn. 4[]
  2. vgl. BSG SozR 41500 § 179 Nr. 1 Rn. 6; BFH BFH/​NV 2010, 2088 Rn. 5[]
  3. vgl. LSG Bay­ern, Beschluss vom 28.07.2017 – L 1 SV 4/​17 B, BeckRS 2017, 123868 Rn. 13; Musielak in ders./Voit, ZPO 15. Aufl. § 578 Rn. 13[]