Wie­der­auf­nah­me des Ver­fah­rens nach Insol­venz­eröff­nung – und die Frei­ga­be­er­klä­rung des Insol­venz­ver­wal­ters

Pro­zess­geg­ner nach der Ver­fah­rens­auf­nah­me ist zunächst der Insol­venz­ver­wal­ter. Nach­dem die­ser die Kla­ge­an­sprü­che (hier: die mög­li­chen Deckungs­an­sprü­che aus dem Haft­pflicht­ver­si­che­rungs­ver­trag der Insol­venz­schuld­ne­rin gegen die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft) frei­ge­ge­ben hat, ist die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis an die Insol­venz­schuld­ne­rin zurück­ge­fal­len.

Wie­der­auf­nah­me des Ver­fah­rens nach Insol­venz­eröff­nung – und die Frei­ga­be­er­klä­rung des Insol­venz­ver­wal­ters

Da im vor­lie­gen­den Fall die Frei­ga­be unmit­tel­bar nach Auf­nah­me des Ver­fah­rens durch den Klä­ger erfolgt ist, konn­te es der Bun­des­ge­richts­hof dahin­ste­hen las­sen, ob in Fäl­len einer Frei­ga­be nach Ver­fah­rens­auf­nah­me die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis stets wie­der an den Schuld­ner zurück­fällt 1 oder ob, wenn die Frei­ga­be nicht sofort nach Ver­fah­rens­auf­nah­me (vgl. § 86 Abs. 2 InsO) erfolgt, in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 265 Abs. 2 ZPO die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis beim Insol­venz­ver­wal­ter ver­bleibt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. August 2016 – III ZR 69/​16

  1. so BGH, Urteil vom 19.12 1966 – VIII ZR 110/​64, BGHZ 46, 249, 250 ff[]
  2. so Münch­Komm-InsO/­Schu­ma­cher, 3. Aufl., § 86 Rn. 27; Win­del in Jae­ger, Insol­venz­ord­nung, 1. Aufl., § 86 Rn. 23; Kübler/​Prütting/​Bork, InsO [Stand: 05.2016], § 86 Rn. 17; Ham­Komm-Kulei­sa, InsO, 5. Aufl., § 86 Rn. 24; Wittkowski/​Kruth in Nerlich/​Römermann, Insol­venz­ord­nung [Stand: Janu­ar 2016], § 86 Rn. 1; so wohl auch Uhlenbruck/​Mock, Insol­venz­ord­nung, 14. Aufl., § 86 Rn. 22 mit Ver­weis auf Win­del [aaO][]