Wie­der­ein­set­zung bei nicht geglaub­ter eides­statt­li­cher Ver­si­che­rung

Wenn das Beschwer­de­ge­richt im Ver­fah­ren der Wie­der­ein­set­zung einer eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung kei­nen Glau­ben schenkt, muss es den Antrag­stel­ler dar­auf hin­wei­sen und ent­spre­chen­den Zeu­gen­be­weis erhe­ben 1.

Wie­der­ein­set­zung bei nicht geglaub­ter eides­statt­li­cher Ver­si­che­rung

Soweit das Gericht den eides­statt­li­chen Ver­si­che­run­gen kei­ne hin­rei­chen­de Glaub­haft­ma­chung für den Wie­der­ein­set­zungs­vor­trag ent­nom­men hat, bemän­gelt der Bun­des­ge­richts­hof in einer aktu­el­len Rechts­be­schwer­de-Ent­schei­dung, dass die hier­auf beru­hen­de Ableh­nung des Wie­der­ein­set­zungs­an­trags gegen die Ver­fah­rens­grund­rech­te auf Gewäh­rung wir­kungs­vol­len Rechts­schut­zes und auf recht­li­ches Gehör ver­stößt.

Die Ent­schei­dung kann nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs schon des­we­gen kei­nen Bestand haben, weil das Gericht der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung kei­nen Glau­ben geschenkt hat, ohne dem die Wie­der­ein­set­zung Begeh­ren­den Gele­gen­heit zu ent­spre­chen­dem Beweis­an­tritt zu geben. Denn wenn das Be-chwer­de­ge­richt einer eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung im Ver­fah­ren der Wie­der­ein­set­zung kei­nen Glau­ben schenkt, muss es den Antrag­stel­ler dar­auf hin­wei­sen und ihm Gele­gen­heit geben, ent­spre­chen­den Zeu­gen­be­weis anzu­tre­ten 2.

Unab­hän­gig davon hät­te das Gericht prü­fen müs­sen, so der Bun­des­ge­richts­hof in sei­nen Ent­schei­dugns­grün­den, ob in der Vor­la­ge der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung zugleich ein Beweis­an­ge­bot auf Ver­neh­mung des Ver­si­chern­den als Zeu­gen zu den dar­in genann­ten Tat­sa­chen liegt 3. Dann lie­fe die Ableh­nung der Wie­der­ein­set­zung ohne die vor­he­ri­ge Ver­neh­mung des Zeu­gen auf eine unzu­läs­si­ge vor­weg­ge­nom­me­ne Beweis­wür­di­gung hin­aus 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Febru­ar 2010 – XII ZB 129/​09

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 11. Novem­ber 2009 – XII ZB 174/​08Fam­RZ 2010, 122[]
  2. BGH, Beschluss vom 07.05.2002 – I ZB 30/​01[]
  3. BGH, Beschluss vom 11.11.2009 – XII ZB 174/​08, Fam­RZ 2010, 122 f. m.w.N.[]
  4. vgl. inso­weit BGH, Beschluss vom 19.11.2008 – IV ZR 341/​07, ZfSch 2009, 159[]