Wofür ist das Stan­des­amt zustän­dig?

Das Per­so­nen­stands­ge­setz vom 19. Febru­ar 2007 mit der letz­ten Ände­rung vom 20. Novem­ber 2019 bestimmt die Auf­ga­ben des Stan­des­am­tes. Kurz: Das Amt hält alle Ände­run­gen eines Per­so­nen­stan­des von der Geburt bis zum Tod fest.

Wofür ist das Stan­des­amt zustän­dig?

Defi­ni­ti­on des Begriffs „Per­so­nen­stand“

§ 1 Per­so­nen­stands­ge­setz (PstG) erklärt den Begriff im Detail: Der Per­so­nen­stand im Sin­ne die­ses Geset­zes ergibt sich aus der Stel­lung einer Per­son inner­halb der Rechts­ord­nung begrün­det durch die Merk­ma­le des Fami­li­en­rechts. Dazu gehö­ren Daten über Geburt, Ehe­schlie­ßung, Begrün­dung einer Lebens­part­ner­schaft sowie den Tod einer Per­son. Außer­dem erfasst das Stan­des­amt auch fami­li­en- und namens­recht­li­che Tat­sa­chen.

In der Regel haben Bür­ger Kon­takt mit einem Stan­des­amt, wenn sie hei­ra­ten wol­len oder die Geburt eines Kin­des anzei­gen möch­ten. Auch der Tod eines Men­schen ist der Behör­de mit­zu­tei­len.

Pflicht, das Stan­des­amt zu benach­rich­ti­gen

Die Auf­ga­be des Stan­des­amts umfasst ledig­lich die Regis­trie­rung von Per­so­nen­stands­än­de­run­gen und deren Beur­kun­dung, nicht die Recher­che, ob es Ände­run­gen gab. Wenig bekannt ist, dass jeder Bür­ger ver­pflich­tet sein kann, dem Stan­des­amt eine Geburt oder einen Ster­be­fall anzu­zei­gen.

Vie­le Ange­hö­ri­ge fra­gen sich, nach einem Ster­be­fall, was zu tun ist. Sie müs­sen die­sen ledig­lich münd­lich mel­den. Glei­ches aber auch für jeden Bür­ger, der einem Ster­ben bei­wohnt, wenn er nicht sicher sein kann, dass ein Ange­hö­ri­ger, ein Arzt oder ein Kran­ken­haus die Mel­dung über­nimmt. Gebur­ten muss ein sor­ge­be­rech­tig­ter Eltern­teil anzei­gen. Falls die­ser dar­an gehin­dert ist, geht die Pflicht auf Bür­ger über, die davon aus eige­ner Anschau­ung Kennt­nis haben.

Sorg­falts­pflicht beim Füh­ren des Stan­des­re­gis­ters

Der Stan­des­be­am­te hat die Pflicht, sich von der Rich­tig­keit der Anga­ben einer Mel­dung zu über­zeu­gen, bevor er Ände­run­gen im Per­so­nen­stands­re­gis­ter vor­nimmt. Män­ner, die eine Vater­schaft aner­ken­nen, müs­sen daher ihre Iden­ti­tät nach­wei­sen. Wenn dies nicht mög­lich ist, fügt der pro­to­kol­lie­ren­de Beam­te dem Regis­ter einen ent­spre­chen­den Hin­weis zu.

Außer­dem sind recht­li­che Vor­ga­ben bezüg­lich der Wahl des Vor­na­mens zu beach­ten. Etwas kom­pli­zier­ter gestal­ten sich Son­der­fäl­le, bei­spiels­wei­se kann sich bei Trans­se­xu­el­len die Fra­ge erge­ben, ob eine Per­son Mut­ter oder Vater eines Kin­des ist.

Hoch­zeit und Stan­des­amt

Standesamt Hochzeit

Gene­rell haben Ehe­schlie­ßun­gen auch beim Stan­des­amt statt­zu­fin­den. Daher gehört zur Hoch­zeits­pla­nung der recht­zei­ti­ge Gang zum Stan­des­amt, denn der Beam­te muss zunächst die Ehe­fä­hig­keit fest­stel­len. Unter Umstän­den sind Bele­ge aus dem Aus­land vor­zu­le­gen oder Bewei­se für eine Schei­dung bezie­hungs­wei­se Been­di­gung einer Lebens­part­ner­schaft. Außer­dem ste­hen vie­le Paa­re oft vor der Fra­ge: „Wo bekom­me ich eine Geburts­ur­kun­de her?“

Die Ehe­wil­li­gen müs­sen in der Regel eine aktu­el­le Geburts­ur­kun­de anfor­dern. Zustän­di­ge ist das Stan­des­amt, bei dem die Geburt regis­triert wur­de. Wer nicht in der Nähe sei­nes Geburts­or­tes lebt, kann bei Standesamt24.de ent­spre­chen­de Per­so­nen­stands­ur­kun­den online bean­tra­gen. Die Pla­nung der Hoch­zeit ver­ur­sacht ohne­hin eini­gen Tru­bel, daher soll­te die Beschaf­fung der Geburts­ur­kun­de ohne gro­ßen Auf­wand erfol­gen.

Bei der Ehe­schlie­ßung geben die Part­ner meist eine Erklä­rung über den künf­tig zu füh­ren­den Ehe­na­men ab. Das Stan­des­amt nimmt die Erklä­rung ent­ge­gen und beur­kun­det den Namen. Glei­ches gilt, für Erklä­run­gen der Eltern, wel­chen Namen vor­han­de­ne Kin­der tra­gen sol­len.

Beur­kun­dun­gen durch das Stan­des­amt

Zu den wich­tigs­ten Auf­ga­ben des Stan­des­amts gehört neben dem Füh­ren des Per­so­nen­stands­re­gis­ters das Aus­stel­len von recht­lich ein­wand­frei­en Urkun­den. Das Stan­des­amt ist unter ande­rem für Urkun­den über Ehen (Zeit­punkt der Ehe­schlie­ßung, Ehe­na­men, Schei­dung), Ort und Zeit­punkt von Geburt oder Tod sowie über die Namens­füh­rung zustän­dig.

Vie­le Urkun­den ste­hen im Zusam­men­hang mit dem Fami­li­en­recht. Hier sind Bestä­ti­gun­gen der Erklä­run­gen zur Namens­füh­rung von Ehe­gat­ten bezie­hungs­wei­se Lebens­part­nern zu nen­nen, sowie zur Namens­füh­rung des Kin­des und zur Rei­hen­fol­ge der Vor­na­men. Das Stan­des­amt bestä­tigt auch urkund­lich die Aner­ken­nung der Vater­schaft und der Mut­ter­schaft, eben­so Erklä­rung zur Geschlechts­an­ga­be und Vor­na­mens­füh­rung nach Geschlechts­an­pas­sun­gen.

Wer braucht Urkun­den vom Stan­des­amt?

Wie bereits erwähnt sind für die Ehe­schlie­ßung eini­ge Urkun­den über den Per­so­nen­stand erfor­der­lich. Fer­ner sind Geburts­ur­kun­den und Urkun­den über die Namens­füh­rung beim Bean­tra­gen von Per­so­nal­pa­pie­ren (Per­so­nal­aus­weis, Rei­se­pass) nötig.

Manch­mal sind auch Erbaus­ein­an­der­set­zun­gen der Grund, wie­so Ster­be­ur­kun­den, Geburts­ur­kun­den oder eine Vater­schafts­an­er­ken­nung drin­gend gebraucht wer­den. Der Nach­weis über den Tod eines Nach­kom­mens eines Erb­las­sers bei­spiels­wei­se ist unum­gäng­lich, um die Erb­mas­se kor­rekt aus­zu­tei­len.