Woh­nungs­ei­gen­tum – und der Stell­platz­nach­weis

Die Erfül­lung der öffent­lich­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an den Stell­platz­nach­weis ist auch dann Auf­ga­be aller Woh­nungs­ei­gen­tü­mer, wenn der Nach­weis bei einer Auf­tei­lung gemäß § 3 WEG nicht oder nicht voll­stän­dig geführt wor­den ist 1.

Woh­nungs­ei­gen­tum – und der Stell­platz­nach­weis

Eine ent­spre­chen­de, von der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft beschlos­se­ne Kos­ten­re­ge­lung, die einen etwai­gen Ablö­se­be­trag für einen Stell­platz betrifft, ent­spricht der gesetz­li­chen Kos­ten­re­ge­lung gemäß § 16 Abs. 2 WEG und ist daher nicht zu bean­stan­den. Auch inso­weit han­delt es sich um Kos­ten der Instand­hal­tung und Instand­set­zung des gemein­schaft­li­chen Eigen­tums.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits ent­schie­den, dass die Erfül­lung der öffent­lich­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an den Stell­platz­nach­weis Auf­ga­be aller Woh­nungs­ei­gen­tü­mer ist, wenn der Bau­trä­ger bei der Errich­tung der Wohn­an­la­ge und der Tei­lung nach § 8 WEG von den der Bau­ge­neh­mi­gung zugrun­de­lie­gen­den Plä­nen abge­wi­chen ist und dadurch die öffent­lich­recht­li­che Ver­pflich­tung besteht, wei­te­re Stell­plät­ze zu schaf­fen 2.

Nichts ande­res gilt, wenn die öffent­lich-recht­li­chen Anfor­de­run­gen an den Stell­platz­nach­weis – wie hier – bei einer Auf­tei­lung gemäß § 3 WEG nicht oder nicht voll­stän­dig erfüllt wor­den sind. Hier wie dort betrifft die Ver­pflich­tung zur Her­stel­lung von Stell­plät­zen die erst­ma­li­ge ord­nungs­mä­ßi­ge Her­stel­lung des Gemein­schafts­ei­gen­tums, die auf die bau­li­che Anla­ge und nicht auf eine ein­zel­ne Ein­heit bezo­gen ist (vgl. § 47 Abs. 1 NBauO). Den Nach­weis hät­ten die tei­len­den Mit­ei­gen­tü­mer bei der Auf­tei­lung füh­ren müs­sen; die öffent­lich­recht­li­che Pflicht traf nicht nur – wie die Klä­ge­rin offen­bar meint – den Beklag­ten, son­dern die­sen gemein­sam mit den Rechts­vor­gän­gern der Klä­ge­rin. Dem­entspre­chend ist es nun­mehr Auf­ga­be aller Woh­nungs­ei­gen­tü­mer, die für die in dem Tei­lungs­ver­trag vor­ge­se­he­nen drei Wohn­ein­hei­ten erfor­der­li­chen Stell­plät­ze nach­zu­wei­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Dezem­ber 2016 – V ZR 84/​16

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 26.02.2016 – V ZR 250/​14, NJW 2016, 2181 Rn. 13 ff.[]
  2. BGH, Urteil vom 26.02.2016 – V ZR 250/​14, NJW 2016, 2181 Rn. 13 ff.[]