Zeit­lich begrenz­ter Ver­jäh­rungs­ver­zicht

Durch einen zeit­lich begrenz­ten Ver­jäh­rungs­ver­zicht wird die Befug­nis des Anfech­tungs­geg­ners, die Ein­re­de der Ver­jäh­rung zu erhe­ben, für den ver­ein­bar­ten Zeit­raum aus­ge­schlos­sen.

Zeit­lich begrenz­ter Ver­jäh­rungs­ver­zicht

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wird durch einen vom Schuld­ner erklär­ten befris­te­ten Ver­jäh­rungs­ver­zicht der Ablauf der Ver­jäh­rung zwar nicht beein­flusst.

Fol­ge des Ver­zichts ist jedoch, dass die Befug­nis des Schuld­ners, die Ein­re­de der Ver­jäh­rung zu erhe­ben, für den genann­ten Zeit­raum aus­ge­schlos­sen ist 1.

Der im hier ent­schie­de­nen Fall erklär­te Ver­jäh­rungs­ver­zicht erstreck­te sich aus­drück­lich auf "alle denk­ba­ren Ansprü­che". Glei­ches gilt auch für die Fol­ge­er­klä­run­gen, mit denen die Befris­tung des Ver­zichts jeweils ver­län­gert wur­de. Damit lässt sich die­sem Ver­zicht kei­ne Beschrän­kung auf bestimm­te Anfech­tungs­an­sprü­che oder Streit­ge­gen­stän­de ent­neh­men. Jede ein­schrän­ken­de Aus­le­gung gin­ge am ein­deu­ti­gen Wort­laut der wie­der­holt inhalts­gleich geäu­ßer­ten ein­schrän­kungs­lo­sen Erklä­run­gen vor­bei. Dar­um gilt der Ver­jäh­rungs­ver­zicht vor­lie­gend auch für jeg­li­che Ansprü­che anfech­tungs­recht­li­cher Natur und damit auch die im Wege der Kla­ge­er­wei­te­rung gel­tend gemach­te For­de­rung.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Dezem­ber 2015 – IX ZR 61/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 16.03.2009 – II ZR 32/​08, NJW 2009, 1598 Rn. 22 mwN; Beschluss vom 07.05.2014 – XII ZB 141/​13, WM 2014, 2130 Rn. 18[]