Zivil­pro­zess und die Zeu­gen­aus­sa­gen im Straf­ver­fah­ren

Die Nie­der­schrift der in einem Straf­ver­fah­ren pro­to­kol­lier­ten Zeu­gen­aus­sa­gen kann im Wege des Urkun­den­be­wei­ses in den Zivil­pro­zess ein­ge­führt wer­den.

Zivil­pro­zess und die Zeu­gen­aus­sa­gen im Straf­ver­fah­ren

Die Nie­der­schrift der in einem Straf­ver­fah­ren pro­to­kol­lier­ten Zeu­gen­aus­sa­gen kann im Wege des Urkun­den­be­wei­ses in den Zivil­pro­zess ein­ge­führt wer­den 1. Die von einer Par­tei bean­trag­te Ver­wer­tung einer Zeu­gen­aus­sa­ge aus einem ande­ren Ver­fah­ren im Wege des Urkun­den­be­wei­ses bedarf nicht der Zustim­mung des Geg­ners; die­sem ist nur frei­ge­stellt, die Ver­neh­mung des Zeu­gen vor dem Pro­zess­ge­richt zu bean­tra­gen. Erfolgt ein sol­cher Antrag nicht oder nimmt das Gericht Abstand von einer bean­trag­ten erneu­ten Ver­neh­mung vor dem Pro­zess­ge­richt, darf es die von einer Par­tei bean­trag­te Ver­wer­tung der Aus­sa­ge als Urkun­den­be­weis nicht ver­sa­gen 2.

Im Streit­fall ist das Amts­ge­richt von die­sen Grund­sät­zen abge­wi­chen, indem es den davon abwei­chen­den Ober­satz auf­ge­stellt hat, im Zivil­pro­zess sei der Beweis unmit­tel­bar her­bei­zu­füh­ren und ein Beru­fen auf die Strafak­te sei nicht mög­lich.

BGH, Beschluss vom 12. April 2011 – VI ZB 31/​10

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 19.12. 1969 – VI ZR 128/​68VersR 1970, 322, 323; vom 19.04.1983 – VI ZR 253/​81, VersR 1983, 667, 668; und vom 09.06.1992 – VI ZR 215/​91, VersR 1992, 1028, 1029[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 19.04.1983 – VI ZR 253/​81, aaO; vom 09.06.1992 – VI ZR 215/​91, aaO[]