Zivil­pro­zes­sua­le Wahr­heits­pflicht bei lau­fen­dem Straf­ver­fah­ren

Anders denn als Ange­klag­ter im Straf­ver­fah­ren unter­liegt der Beklag­te als Par­tei im Zivil­pro­zess jedoch grund­sätz­lich der Wahr­heits­pflicht (§ 138 I ZPO) und hat der ihn tref­fen­den Dar­le­gungs­last zu genü­gen, um in erheb­li­cher Wei­se zu bestrei­ten (§ 138 II, III ZPO). Auch wenn das Straf­ver­fah­ren gegen den Beklag­ten noch nicht abge­schlos­sen wer­den konn­te, ent­bin­det es die­sen nicht von der zivil­pro­zes­sua­len Wahr­heits­pflicht. Ins­be­son­de­re ist der straf­pro­zes­sua­le Grund­satz "nemo ten­e­tur se ipsum accusa­re" durch § 138 ZPO nicht ver­letzt. Noch so zen­tra­le straf­pro­zes­sua­le Grund­sät­ze dis­pen­sie­ren selbst bei Zeit­gleich­heit des Straf- und Zivil­pro­zes­ses nicht von der Beach­tung zen­tra­ler zivil­pro­zes­sua­ler Grund­sät­ze.

Zivil­pro­zes­sua­le Wahr­heits­pflicht bei lau­fen­dem Straf­ver­fah­ren

Land­ge­richt Karls­ru­he, Urteil vom 14. November.2008 – 6 O 36/​05