Der Feststellung des Annahmeverzugs im Falle einer Zug-um-Zug-Verurteilung kommt ein eigener wirtschaftlicher Wert nicht zu, weil die Frage des Annahmeverzugs nur ein rechtlich unselbständiges Element der umstrittenen Leistungsverpflichtung und deshalb mit dieser wirtschaftlich identisch ist1.
Auch für das Rechtsmittel der beklagten Partei ist die Feststellung des Annahmeverzugs neben einer Zug-um-Zug-Verurteilung wertmäßig für die Beschwer ohne Bedeutung2.
Die Beschwer der Beklagten ergibt sich aus der Verurteilung zur Zahlung3 und wird durch die Feststellung des Annahmeverzugs nicht erhöht.
In seiner früheren Rechtsprechung hat der Bundesgerichtshof der durch die Feststellung des Annahmeverzugs bewirkten Beschwer zwar noch einen (geringen) zusätzlichen Wert zugemessen4.
Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kommt jedoch der Feststellung des Annahmeverzugs im Falle einer Zug-um-Zug-Verurteilung ein eigener wirtschaftlicher Wert nicht zu, weil die Frage des Annahmeverzugs nur ein rechtlich unselbständiges Element der umstrittenen Leistungsverpflichtung und deshalb mit dieser wirtschaftlich identisch ist5.
Auch für das Rechtsmittel der beklagten Partei ist, wie der Bundesgerichtshof bereits entschieden hat, die Feststellung des Annahmeverzugs neben einer Zug-um-Zug-Verurteilung wertmäßig für die Beschwer ohne Bedeutung6. Zwar laufen die Beklagten durch den Feststellungsausspruch Gefahr, an die Klägerin den titulierten Betrag im Wege der Zwangsvollstreckung zahlen zu müssen, ohne dass wegen des festgestellten Annahmeverzugs gewährleistet ist, dass sie gleichzeitig das der Klägerin überlassene Pferd zurückerhalten. Gleichwohl liegt die Beschwer der Beklagten nicht über der Beschwer einer unterlegenen Klagepartei. Denn dieser vollstreckungsrechtliche Aspekt erhöht nicht das wirtschaftliche Interesse der Beklagten an der Beseitigung der erfolgten Verurteilung. Den Beklagten geht es nicht darum, den festgestellten Annahmeverzug als solchen zu beseitigen, sondern der Verurteilung insgesamt zu entgehen. Hiervon ist aber die Feststellung des Annahmeverzugs, die nur die Vollstreckung des Urteils erleichtern soll, wirtschaftlich betrachtet lediglich ein unselbständiges Element.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 13. Oktober 2020 – VIII ZR 290/19
- st. Rspr.; siehe nur BGH, Beschlüsse vom 18.01.2018 – III ZR 537/16 11; vom 20.03.2018 – II ZR 349/16 1; vom 16.07.2019 – XI ZR 538/18 9; vom 26.05.2020 – XI ZR 414/19 1[↩]
- Anschluss an BGH, Beschlüsse vom 23.06.2016 – III ZR 104/15 5; vom 25.10.2016 – XI ZR 33/15 3[↩]
- vgl. BGH, Beschluss vom 26.11.2009 – III ZR 116/09, NJW 2010, 681 Rn. 6 mwN[↩]
- vgl. etwa BGH, Beschlüsse vom 17.03.2009 – XI ZR 142/08: 200 €; vom 28.01.2010 – III ZR 47/09: 500 €; siehe auch BGH, Beschluss vom 18.08.2009 – VIII ZB 62/08: 300 €[↩]
- BGH, Beschlüsse vom 23.02.2010 – XI ZR 219/09, juris; vom 06.07.2010 – XI ZB 40/09, NJW-RR 2010, 1295 Rn. 16; vom 21.12.2010 – XI ZR 157/10, juris; vom 18.10.2011 – XI ZR 27/11 2; vom 03.11.2011 – III ZR 211/10 4; vom 27.06.2013 – III ZR 143/12, NJW 2013, 3100 Rn. 10; vom 13.05.2014 – II ZR 24/14 1; vom 02.06.2014 – II ZR 61/14 1; vom 09.05.2017 – XI ZR 484/15 4; vom 20.06.2017 – XI ZR 109/17 4; vom 25.07.2017 – XI ZR 545/16, juris; vom 18.01.2018 – III ZR 537/16 11; vom 20.03.2018 – II ZR 349/16 1; vom 16.07.2019 – XI ZR 538/18 9; vom 26.05.2020 – XI ZR 414/19 1; vgl. auch BGH, Beschlüsse vom 21.08.2018 – VIII ZB 1/18, juris; vom 05.03.2019 – VIII ZR 190/18, juris; vom 30.06.2020 – VIII ZR 167/19[↩]
- vgl. BGH, Beschlüsse vom 23.06.2016 – III ZR 104/15 5; vom 25.10.2016 – XI ZR 33/15 3[↩]
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