Zukünf­ti­ge Schä­den – und der Fest­stel­lungs­an­trag

Wird Kla­ge auf Fest­stel­lung erho­ben, dass die Gegen­sei­te ver­pflich­tet sei, zukünf­ti­ge Schä­den zu erset­zen, liegt ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se vor, wenn der Scha­dens­ein­tritt mög­lich ist, auch wenn Art und Umfang sowie Zeit­punkt des Ein­tritts noch unge­wiss sind.

Zukünf­ti­ge Schä­den – und der Fest­stel­lungs­an­trag

Es muss ledig­lich eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit des Scha­dens­ein­tritts bestehen 1.

Unab­hän­gig vom Grad der Wahr­schein­lich­keit kann sich ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se auch aus der dro­hen­den Ver­jäh­rung eines Anspruchs erge­ben 2.

Danach war in dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se nach § 256 Abs. 1 ZPO gege­ben: Es bestand eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit, dass der Arbeit­ge­be­rin durch die behaup­te­ten Kon­kur­renz­tä­tig­kei­ten des Arbeit­neh­mers Gewin­ne ent­gan­gen sein könn­ten. Im Übri­gen droht die Ver­jäh­rung mög­li­cher Scha­dens­er­satz­an­sprü­che nach der drei­mo­na­ti­gen Ver­jäh­rungs­frist des § 61 Abs. 2 HGB.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 19. Dezem­ber 2018 – 10 AZR 233/​18

  1. BAG 26.01.2017 – 8 AZR 848/​13, Rn. 95; vgl. auch BGH 10.07.2014 – IX ZR 197/​12, Rn. 11[]
  2. BGH 10.07.2014 – IX ZR 197/​12 – aaO; 25.02.2010 – VII ZR 187/​08, Rn. 13[]