Zurück­ver­wei­sung durch das Beru­fungs­ge­richt

Bei der Aus­übung des ihm in § 538 Abs. 2 Nr. 1 ZPO ein­ge­räum­te Ermes­sen, eine eige­ne Sach­ent­schei­dung zu tref­fen oder aus­nahms­wei­se den Rechts­streit an das Erst­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen, hat das Beru­fungs­ge­richt in Erwä­gung zu zie­hen, dass die Zurück­ver­wei­sung an die Vor­in­stanz in aller Regel zu einer wei­te­ren Ver­zö­ge­rung und Ver­teue­rung des Rechts­streits.

Zurück­ver­wei­sung durch das Beru­fungs­ge­richt

Eben­so in die Erwä­gung ein­zu­be­zie­hen ist, wenn dies zudem zur Auf­spal­tung des Rechts­streits führt und den schüt­zens­wer­ten Inter­es­sen der Par­tei­en ent­ge­gen­ste­hen kön­nen 1.

Da die Beweis­auf­nah­me und Sach­ent­schei­dung nach § 538 Abs. 1 ZPO grund­sätz­lich dem Beru­fungs­ge­richt oblie­gen, ist die Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung nach § 538 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO auf Aus­nah­me­fäl­le beschränkt, in denen die Durch­füh­rung des Ver­fah­rens in der Beru­fungs­in­stanz zu noch grö­ße­ren Nach­tei­len für die Par­tei­en führ­te als die Zurück­ver­wei­sung der Sache an das erst­in­stanz­li­che Gericht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Novem­ber 2014 – IV ZR 8/​13

  1. vgl. BGH, Ver­säum­nis­ur­teil vom 01.02.2010 – II ZR 209/​08, NJW-RR 2010, 1048 Rn. 16; Ver­säum­nis­ur­teil vom 16.12 2004 – VII ZR 270/​03, BauR 2005, 590 unter – II 3 b[]
  2. BGH, Ver­säum­nis­ur­teil vom 16.12 2004 – VII ZR 270/​03, BauR 2005, 590 unter – II 3 b[]