Zurück­wei­sung eines erheb­li­chen Beweis­an­ge­bots

Die Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines erheb­li­chen Beweis­an­ge­bots ver­stößt gegen Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze mehr fin­det.

Zurück­wei­sung eines erheb­li­chen Beweis­an­ge­bots

Dies gilt auch dann, wenn die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des Beweis­an­ge­bots dar­auf beruht, dass das Gericht ver­fah­rens­feh­ler­haft über­spann­te Anfor­de­run­gen an den Vor­trag einer Par­tei gestellt hat 1.

Danach kann ins­be­son­de­re auch die zu Unrecht erfolg­te Zurück­wei­sung eines Vor­trags und des dazu ange­bo­te­nen Bewei­ses für eine erheb­li­che Tat­sa­che als "ins Blaue hin­ein auf­ge­stellt" Art. 103 Abs. 1 GG ver­let­zen.

Eine Par­tei genügt nach höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung ihrer Dar­le­gungs­last bereits dann, wenn sie Tat­sa­chen vor­trägt, die in Ver­bin­dung mit einem Rechts­satz geeig­net sind, das gel­tend gemach­te Recht als in ihrer Per­son ent­stan­den erschei­nen zu las­sen. Genügt das Par­tei­vor­brin­gen die­sen Anfor­de­run­gen an die Sub­stan­ti­ie­rung, so kann der Vor­trag wei­te­rer Ein­zel­tat­sa­chen nicht ver­langt wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Dezem­ber 2014 – III ZR 125/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 21.10.2014 – VIII ZR 34/​14, WuM 2014, 741 Rn. 13 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 02.06.2008 – II ZR 121/​07, NJW-RR 2008, 1311 Rn. 2[]