Zustel­lung an den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten – und des­sen amt­li­cher Ver­tre­ter

Der Wirk­sam­keit einer gemäß § 172 Abs. 1 Satz 1 ZPO zu Recht an den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten gerich­te­ten Zustel­lung steht nicht ent­ge­gen, dass sich spä­ter ein ande­rer Rechts­an­walt als gemäß § 53 BRAO bestell­ter amt­li­cher Ver­tre­ter zur Akte gemel­det und erklärt hat, der ange­foch­te­ne Beschluss sei ihm erst zu einem spä­te­ren Datum zuge­gan­gen.

Zustel­lung an den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten – und des­sen amt­li­cher Ver­tre­ter

Auf den Zugang bei dem Ver­tre­ter kommt es nicht an.

Die Bestel­lung zum amt­li­chen Ver­tre­ter ver­leiht dem Ver­tre­ter die im Ver­tre­tungs­fall erfor­der­li­che Ver­tre­tungs­macht nach außen, schränkt aber nicht die Rechts­po­si­ti­on des Ver­tre­te­nen auf­grund sei­ner Man­da­tie­rung durch die Par­tei und Bestel­lung zum Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ein [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Febru­ar 2020 – IV ZB 29/​18

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 09.12 1974 – III ZR 134/​72, NJW 1975, 542; vom 05.10.1970 – III ZR 8/​68, Ver­wRspr 1971, 509, 510 f.; Dahns in Gaier/​Wolf/​Göcken, Anwalt­li­ches Berufs­recht 3. Aufl. § 53 BRAO Rn. 49; Nöker in Wey­land, BRAO 10. Aufl. § 53 Rn. 81 f.[]