Zwangs­geld gegen den Insol­venz­ver­wal­ter

Die Fest­set­zung des Zwangs­gel­des nach § 58 Abs. 2 InsO ist auf­zu­he­ben, wenn der Insol­venz­ver­wal­ter die nach § 58 Abs. 1 InsO vom Insol­venz­ge­richt gefor­der­te Hand­lung vor­nimmt, bevor die Ent­schei­dung über die Zwangs­geld­fest­set­zung rechts­kräf­tig wird 1.

Zwangs­geld gegen den Insol­venz­ver­wal­ter

Zweck der Zwangs­geld­fest­set­zung ist es, pflicht­ge­rech­tes Ver­hal­ten des Ver­wal­ters zu erzwin­gen, nicht aber eine began­ge­ne Pflicht­ver­let­zung zu sank­tio­nie­ren 2.

Aus wel­chem Grund er die gefor­der­te Hand­lung (hier: die Rech­nungs­le­gung über die Nach­trags­ver­tei­lung) nicht frü­her vor­ge­nom­men hat­te, ist nach dem Zweck der Zwangs­geld­fest­set­zung eben­so unbe­acht­lich wie die Fra­ge, wes­halb er die Nach­trags­ver­tei­lung nicht hat­te frü­her abschlie­ßen kön­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4.7.2013 – IX ZB 44/​11

  1. BGH, Beschluss vom 01.12.2011 – IX ZB 190/​11, WM 2012, 50 Rn. 4[]
  2. BGH, Beschluss vom 14.04.2005 – IX ZB 76/​04, WM 2005, 1132, 1134; vom 01.12.2011, aaO[]