Zwangs­ver­stei­ge­rung aus Zwangs­si­che­rungs­hy­po­the­ken – und die Titel­ge­gen­kla­ge

Nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs spricht viel dafür, dass eine eigen­stän­di­ge Titel­ge­gen­kla­ge gegen die Zwangs­ver­stei­ge­rung aus Zwangs­si­che­rungs­hy­po­the­ken schon nicht zuläs­sig ist.

Zwangs­ver­stei­ge­rung aus Zwangs­si­che­rungs­hy­po­the­ken – und die Titel­ge­gen­kla­ge

Es trifft zwar zu, dass die Zwangs­ver­stei­ge­rung aus einer Zwangs­si­che­rungs­hy­po­thek nach § 867 Abs. 3 ZPO aF nicht bereits auf Grund des 1998 erstrit­te­nen Titels zuläs­sig war, auf Grund des­sen sie erwirkt wor­den ist, son­dern ein beson­de­res Dul­dungs­ur­teil nach § 1147 BGB erfor­der­te. Die­ses Erfor­der­nis hat der Gesetz­ge­ber aber mit der 2. Zwangs­voll­stre­ckungs­no­vel­le vom 17.12 1997 1 mit Wir­kung vom 01.01.1999 ersatz­los auf­ge­ho­ben. Das hat zur Fol­ge, dass Grund­la­ge der Zwangs­voll­stre­ckung nicht mehr ein auf die Zwangs­si­che­rungs­hy­po­thek gestütz­ter Dul­dungs­ti­tel, son­dern der Titel ist, auf Grund des­sen die Zwangs­si­che­rungs­hy­po­thek erwirkt wur­de 2.

Gegen­stand einer Voll­stre­ckungs- oder Titel­ge­gen­kla­ge kann dann aber – jeden­falls bei auf die For­de­rung bezo­ge­nen Ein­wän­den, um die es hier geht – ähn­lich wie bei der Mobi­liar­voll­stre­ckung nicht die Zwangs­ver­stei­ge­rung als ein­zel­ne Voll­stre­ckungs­maß­nah­me, son­dern nur die Voll­stre­ckung aus dem Titel an sich sein.

Ein Bedürf­nis für eine zusätz­li­che Kla­ge mit letzt­lich dem­sel­ben Ziel ist nicht erkenn­bar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Janu­ar 2015 – V ZR 93/​14

  1. BGBl. I S. 3039[]
  2. BGH, Urteil vom 13.03.2008 – IX ZR 119/​06, NJW 2008, 1599 Rn. 12[]