Zwangs­ver­wal­tung – und die Hei­lung von Zustel­lungs­män­geln

Fehlt es bei der Anord­nung des Zwangs­ver­wal­tungs­ver­fah­rens an einer wirk­sa­men Zustel­lung des Voll­stre­ckungs­ti­tels, kann der Man­gel durch Nach­ho­lung der Zustel­lung geheilt wer­den, sofern die übri­gen Vor­aus­set­zun­gen für die Anord­nung der Zwangs­ver­wal­tung wei­ter­hin vor­lie­gen.

Zwangs­ver­wal­tung – und die Hei­lung von Zustel­lungs­män­geln

Die gegen die Mög­lich­keit einer Hei­lung gerich­te­ten Beden­ken sind unbe­grün­det1. Inso­weit gilt nichts ande­res als im Zwangs­ver­stei­ge­rungs­ver­fah­ren2.

All­ge­mein macht die ent­ge­gen § 750 Abs. 1 ZPO feh­len­de Zustel­lung eine Voll­stre­ckungs­maß­nah­me nur anfecht­bar, und zwar gera­de des­halb, weil ein sol­cher Man­gel durch Nach­ho­lung der Zustel­lung geheilt wer­den kann3; für die Hei­lung kann gemäß § 189 ZPO sogar der tat­säch­li­che Zugang aus­rei­chen4.

Mit der Vor­nah­me der Zustel­lung ist der Grund für die Auf­he­bung des Ver­fah­rens ent­fal­len. Rech­te des Schuld­ners wer­den hier­durch regel­mä­ßig nicht beein­träch­tigt. Die dies­be­züg­li­chen Erwä­gun­gen des Bun­des­ge­richts­hofs zum Ver­fah­ren der Zwangs­ver­stei­ge­rung5 gel­ten im Ver­fah­ren der Zwangs­ver­wal­tung glei­cher­ma­ßen; die Nach­ho­lung der Zustel­lung ver­setzt den Schuld­ner in die Lage, die bereits ange­ord­ne­te Zwangs­ver­wal­tung zu prü­fen und Feh­ler zu bean­stan­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Okto­ber 2016 – V ZB 48/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 18.10.2012 – V ZB 233/​11, NJW-RR 2013, 18 Rn. 7; eben­so für Män­gel der Zustel­lung des Anord­nungs­be­schlus­ses BGH, Beschluss vom 02.12 2010 – V ZB 84/​10, BGHZ 187, 344 Rn. 33 []
  2. vgl. hier­zu BGH, Beschluss vom 21.11.2013 – V ZB 109/​13, NJW-RR 2014, 400 Rn. 7 mwN []
  3. vgl. BGH, Urteil vom 16.02.1976 – II ZR 171/​74, BGHZ 66, 79, 82; PG/​Kroppenberg, ZPO, 7. Aufl., § 750 Rn. 16 []
  4. vgl. Stö­ber, ZVG, 21. Aufl., § 3 Rn. 5; Musielak/​Voit/​Lackmann, ZPO, 13. Aufl., § 750 Rn.19 []
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 10.04.2008 – V ZB 114/​07, NJW-RR 2008, 1018 Rn.19 f. []