Zwangs­voll­stre­ckung vs. Tier­schutz – oder: Räu­mungs­schutz fürs Aqua­ri­um

Bei einen Voll­stre­ckungs­schutz­an­trag nach § 765a Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 ZPO wegen eines vom Gerichts­voll­zie­her anbe­raum­ten Räu­mungs­ter­mins kann auch der Tier­schutz eine Rol­le spie­len, wie das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in einer aktu­el­len Ent­schei­dung betont.

Zwangs­voll­stre­ckung vs. Tier­schutz – oder: Räu­mungs­schutz fürs Aqua­ri­um

So war nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im hier ent­schie­de­nen Fall bei der Ent­schei­dung über den Voll­stre­ckungs­schutz­an­trag zu berück­sich­ti­gen, dass die Räu­mungs­schuld­ner nach § 2 Nr. 1 TierSchG zur Pfle­ge und Ernäh­rung der in dem Aqua­ri­um gehal­te­nen Mee­res­fi­sche ver­pflich­tet ist. Das Voll­stre­ckungs­ge­richt ist daher nach § 765a Abs. 1 Satz 3 ZPO zu einer beson­ders sorg­fäl­ti­gen Abwä­gung unter Berück­sich­ti­gung der betrof­fe­nen Tier­schutz­be­lan­ge gehal­ten [1].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Mai 2016 – 1 BvQ 16/​16

  1. vgl. Stö­ber, in: Zöl­ler, ZPO, 31. Aufl.2016, § 765a Rn. 10a m.w.N.[]