Zweck­ver­feh­lung bei einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft

Die berei­che­rungs­recht­li­che Rück­ab­wick­lung wegen Zweck­ver­feh­lung (§ 812 Abs. 1 Satz 2 2. Alt. BGB) setzt, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem aktu­el­len Urteil fest­ge­stellt hat, vor­aus, dass mit dem Emp­fän­ger der Leis­tung eine Wil­lens­über­ein­stim­mung über den mit der Leis­tung ver­folg­ten Zweck erzielt wor­den ist; ein­sei­ti­ge Vor­stel­lun­gen genü­gen nicht. Nach Auf­lö­sung einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft kommt eine über die Aus­ge­stal­tung des nicht­ehe­li­chen Zusam­men­le­bens hin­aus­ge­hen­de Zweck­be­stim­mung regel­mä­ßig nur bei sol­chen Leis­tun­gen in Betracht, die deut­lich über das hin­aus­ge­hen, was die Gemein­schaft Tag für Tag benö­tigt 1.

Zweck­ver­feh­lung bei einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft

Für den Berei­che­rungs­an­spruch trägt grund­sätz­lich der­je­ni­ge die vol­le Dar­le­gungs- und Beweis­last, der den Anspruch – sei es im Wege der Kla­ge, sei es zum Zwe­cke der Auf­rech­nung – gel­tend macht. Durch die den Berei­che­rungs­schuld­ner für sog. nega­ti­ve Umstän­de tref­fen­de sekun­dä­re Behaup­tungs­last und durch sei­ne Ver­pflich­tung zum sub­stan­ti­ier­ten Bestrei­ten des geg­ne­ri­schen Vor­trags ändert sich nichts an der grund­sätz­li­chen Beweis­last des Berei­che­rungs­gläu­bi­gers.

Bun­des­ge­richts­hof, Ver­säum­nis­ur­teil vom 18. Febru­ar 2009 – XII ZR 163/​07

  1. im Anschluss an BGHZ 177, 193[]