Zweifel am Vorliegen einer wirksamen Prozessvollmacht

Im Anwaltsprozess wird der Mangel der Vollmacht grundsätzlich nur auf Rüge des Gegners hin geprüft (§ 88 Abs. 1 ZPO).

Zweifel am Vorliegen einer wirksamen Prozessvollmacht

Die Rüge nach § 88 Abs. 1 ZPO kann im Verfahren vor dem Bundesgerichtshof nur durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt erhoben werden (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO)1.

Ausnahmsweise kann die Vollmacht aber auch von Amts wegen überprüft werden2.

Die Fristsetzung erfolgt nach § 80 Satz 2 ZPO. Der Nachweis der Vollmacht kann nur durch Vorlage der Originalvollmachten in der Form des § 80 Satz 1 ZPO geführt werden3. Im Hinblick auf § 81 ZPO reicht die Vorlage der erstinstanzlich erteilten Prozessvollmachten aus.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 19. September 2019 – IX ZR 37/19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 25.01.2016 – I ZB 15/15, Rn.19[]
  2. BGH, Urteil vom 05.04.2001 – IX ZR 309/00, NJW 2001, 2095, 2096; BGH, Beschluss vom 25.01.2016 – I ZB 15/15, Rn. 21; Stein/Jonas/Jacoby, ZPO, 23. Aufl., § 88 Rn. 4; Zöller/Althammer, ZPO, 32. Aufl., § 88 Rn. 2[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 23.02.2006 – III ZB 50/05, BGHZ 166, 278 Rn. 9 mwN[]

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