Zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil nach Voll­stre­ckungs­be­scheid – und der Prü­fungs­um­fang bei der Beru­fung

Bei der Beru­fung gegen ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil ist der Prü­fungs­um­fang nach § 514 Abs. 2 ZPO ein­ge­schränkt.

Zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil nach Voll­stre­ckungs­be­scheid – und der Prü­fungs­um­fang bei der Beru­fung

Die Beru­fung kann zunächst ein­mal nur dar­auf gestützt wer­den, dass ein Fall der schuld­haf­ten Säum­nis im Ein­spruchs­ter­min nicht vor­ge­le­gen habe, etwa weil es an einer ord­nungs­ge­mä­ßen Ladung feh­le [1]. Die Dar­le­gungs- und Beweis­last für die Vor­aus­set­zun­gen einer unver­schul­de­ten Säum­nis liegt bei dem die Beru­fung füh­ren­den Beklag­ten [2].

Die Beru­fung gegen ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil, das – wie im vor­lie­gen­den Fall – den zuläs­si­gen Ein­spruch gegen einen Voll­stre­ckungs­be­scheid ver­wirft, kann fer­ner dar­auf gestützt wer­den, dass der Voll­stre­ckungs­be­scheid aus ver­fah­rens­recht­li­chen Grün­den oder man­gels Zuläs­sig­keit oder Schlüs­sig­keit der Kla­ge nicht hät­te erlas­sen wer­den dür­fen [3]. Kei­nes die­ser Kri­te­ri­en ist erfüllt.

Land­ge­richt Rott­weil, Urteil vom 3. Juni 2015 – 1 S 18/​15

  1. BGH NJW 2011, 928[]
  2. BGH NJW 1999, 2120; Heß­ler, in: Zöl­ler, ZPO, 30. Aufl., § 514 Rn. 11[]
  3. BGH NJW 1979, 658; BGH NJW 1991, 43[]