Zwi­schen­ur­teil bei kon­kre­ter Scha­dens­be­rech­nung

Lässt sich ohne wei­te­re Tat­sa­chen­auf­klä­rung nicht fest­stel­len, ob dem Klä­ger ein von ihm aus­schließ­lich kon­kret nach dem ent­gan­ge­nen Roh­ertrag berech-neter Scha­den ent­stan­den ist, kann die für den Erlass eines Zwi­schen­ur­teils über den Grund erfor­der­li­che Wahr­schein­lich­keit, dass der gel­tend gemach­te Scha­dens­er­satz­an­spruch in irgend­ei­ner Höhe besteht 1, nicht damit begrün­det wer­den, dass der Klä­ger den Scha­den auch abs­trakt berech­nen könn­te.

Zwi­schen­ur­teil bei kon­kre­ter Scha­dens­be­rech­nung

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall hat­te das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main in der Vor­in­stanz offen gelas­sen, ob der Klä­ge­rin ein von ihr kon­kret nach dem ent­gan­ge­nen Roh­ertrag berech­ne­ter Scha­den ent­stan­den ist und die Wahr­schein­lich­keit, dass der Klä­ge­rin gleich­wohl ein Scha­dens­er­satz­an­spruch in gewis­ser Höhe zusteht, allei­ne damit begrün­det, dass die Mög­lich­keit einer abs­trak­ten Scha­dens­be­rech­nung nach § 252 Abs. 2 BGB bestehe. Damit legt das Ober­lan­des­ge­richt nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs sei­ner Ent­schei­dung in ver­fah­rens­feh­ler­haf­ter Wei­se Sach­vor­trag zugrun­de, den die Klä­ge­rin nicht gehal­ten hat und der über­dies eben­so wenig wie das Vor­brin­gen der Klä­ge­rin zur Berech­nung des kon­kre­ten Scha­dens geeig­net gewe­sen wäre, die Wahr­schein­lich­keit des Ein­tritts eines erstat­tungs­fä­hi­gen Scha­dens zu begrün­den. Einen abs­trakt nach der gewöhn­li­chen Gewinn­erwar­tung berech­ne­ten Scha­den macht die Klä­ge­rin nicht gel­tend.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Dezem­ber 2011 – VII ZR 12/​09

  1. st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 07.03.2005 – II ZR 144/​03, NJW-RR 2005, 1008, 1009 m.w.N.[]