Moder­ni­sier­ter Zoll­ko­dex

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat am 19. Febru­ar 2008 in zwei­ter Lesung sei­ne Zustim­mung zum neu­en Zoll­ko­dex gege­ben. Die Neu­fas­sung des Zoll­ko­dex bringt eini­ge Neue­run­gen:

Moder­ni­sier­ter Zoll­ko­dex
  • Die elek­tro­ni­sche Vor­la­ge der Zollan­mel­dun­gen und Begleit­pa­pie­re wird zur Regel;
  • künf­tig kön­nen die natio­na­len Zoll­be­hör­den mit den ande­ren zustän­di­gen Behör­den elek­tro­nisch Daten aus­tau­schen;
  • die „zen­tra­le Zoll­ab­wick­lung” wird geför­dert, d. h. zuge­las­se­ne Wirt­schafts­be­tei­lig­te kön­nen ihre Waren elek­tro­nisch anmel­den und Zöl­le am Ort ihrer Nie­der­las­sung ent­rich­ten, unab­hän­gig von dem Mit­glied­staat, in dem die Waren vom Zoll­ge­biet der EU aus­ge­führt, in das Gebiet ein­ge­führt oder in dem sie ver­braucht wer­den;
  • es wer­den die Vor­aus­set­zun­gen für die Ent­wick­lung eines „ein­zi­gen Schal­ters” („sin­gle win­dow“) und einer „ein­zi­gen Anlauf­stel­le” („one-stop shop“) geschaf­fen, bei denen die Markt­teil­neh­mer die Aus­künf­te über die Waren nur noch einer Kon­takt­stel­le ertei­len, auch wenn die Daten für unter­schied­li­che Ver­wal­tun­gen oder Behör­den bestimmt sind, so dass die Prü­fun­gen für ver­schie­de­ne Zwe­cke (Zoll‑, Hygie­ne­vor­schrif­ten usw.) zur sel­ben Zeit und am sel­ben Ort vor­ge­nom­men wer­den kön­nen (Kon­zept der „ein­zi­gen Anlauf­stel­le“).

Die Neu­fas­sung soll den Ver­än­de­run­gen im Umfeld von Zoll­be­hör­den und Wirt­schaft ins­be­son­de­re mit der Ein­füh­rung des elek­tro­ni­schen Daten­aus­tauschs Rech­nung tra­gen. Der moder­ni­sier­te Zoll­ko­dex wird vor­aus­sicht­lich Mit­te 2008 in Kraft tre­ten, anwend­bar wird er jedoch erst, wenn auch die Durch­füh­rungs­vor­schrif­ten in Kraft tre­ten. Die­se wer­den der­zeit über­ar­bei­tet und wer­den ver­mut­lich im Lau­fe des Jah­res 2009 ver­ab­schie­det wer­den. Bis dahin ist wei­ter­hin der der­zei­ti­ge Zoll­ko­dex von 1992 voll anwend­bar.