Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge gegen einen Unter­las­sungs­ti­tel

Die Voll­stre­ckung aus einem Unter­las­sungs­ti­tel kann gemäß § 767 ZPO für unzu­läs­sig erklärt wer­den, wenn der dem Titel zugrun­de lie­gen­de Unter­las­sungs­an­spruch auf­grund nach­träg­lich ent­stan­de­ner Ein­wen­dun­gen (§ 767 Abs. 2 ZPO) weg­ge­fal­len ist.

Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge gegen einen Unter­las­sungs­ti­tel

Die­se kann der zur Unter­las­sung ver­ur­teil­te Schuld­ner mit der Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge gel­tend machen 1. Deren Streit­ge­gen­stand ist die Besei­ti­gung der Voll­streck­bar­keit eines frü­he­ren Titels. Dabei geht es um die Fra­ge, ob die Zwangs­voll­stre­ckung aus dem Titel wegen der nun­mehr vor­ge­brach­ten mate­ri­ell-recht­li­chen Ein­wen­dun­gen unzu­läs­sig gewor­den ist 2.

Als erheb­li­che Ein­wen­dun­gen iSd. § 767 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO kom­men sol­che neu­en Tat­sa­chen in Betracht, die den Sach­ver­halt ver­än­dert haben, der in der frü­he­ren Ent­schei­dung als für die aus­ge­spro­che­ne Rechts­fol­ge maß­ge­bend ange­se­hen wor­den ist. Dabei ist von den Ent­schei­dungs­grün­den der rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­dung aus­zu­ge­hen und zu prü­fen, ob die neu ent­stan­de­nen Tat­sa­chen die dort bejah­ten oder ver­nein­ten Tat­be­stands­merk­ma­le beein­flus­sen. Maß­ge­bend ist inso­weit die letz­te im Rechts­mit­tel­zug ergan­ge­ne Ent­schei­dung, denn die­se bestimmt Umfang und Trag­wei­te der Rechts­kraft 3.

Die­se Grund­sät­zen gel­ten gemäß § 85 Abs. 1 Satz 3 ArbGG auch im arbeits­ge­richt­li­chen Beschluss­ver­fah­ren 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 19. Juni 2012 – 1 ABR 35/​11

  1. BGH 14.03.2008 – V ZR 16/​07, Rn. 11 und Rn. 14, BGHZ 176, 35[]
  2. BGH 8.06.2005 – XII ZR 294/​02 – zu II 1 der Grün­de, BGHZ 163, 187[]
  3. BGH 14.03.2008 – V ZR 16/​07, Rn. 24, aaO[]
  4. BAG 19.02.2008 – 1 ABR 86/​06, Rn. 11, BAGE 125, 361[]