Die frei­wil­li­ge Leis­tung bei der Berech­nung der Abitur­no­te

Dadurch, dass im Abitur die zusätz­li­che Leis­tung einer frei­wil­li­gen Fach­ar­beit in Form von zusätz­li­chen Punk­ten auch belohnt wer­den soll, wäh­rend es sich für die­je­ni­gen, die eine zeit­auf­wen­di­ge Erstel­lung einer zusätz­li­chen Arbeit gescheut haben, neu­tral aus­wirkt, liegt eine bewuss­te Ungleich­be­hand­lung unglei­cher Sach­ver­hal­te vor. Eine Ver­let­zung des Gleich­heits­ge­bo­tes ist daher nicht erkenn­bar.

Die frei­wil­li­ge Leis­tung bei der Berech­nung der Abitur­no­te

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Schü­lers abge­wie­sen, der sich gegen die Berech­nung sei­ner Abitur­no­te gewehrt hat. Der Schü­ler aus der Regi­on Trier hat im Früh­jahr die Abitur­prü­fung mit der Gesamt­no­te 1,6 abge­schlos­sen. Gegen die­ses Zeug­nis erhob er nach erfolg­los durch­ge­führ­tem Wider­spruch­ver­fah­ren Kla­ge bei dem Ver­wal­tungs­ge­richt Trier. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier hat­te bereits den zuvor begehr­ten Antrag auf Gewäh­rung einst­wei­li­gen Recht­schut­zes abge­lehnt1. Der Klä­ger ist der Auf­fas­sung, dass der Berech­nungs­mo­dus zur Ermitt­lung der Note rechts­wid­rig sei. Obwohl er kei­ne frei­wil­li­ge Fach­ar­beit geschrie­ben habe, sei die von ihm im „Qua­li­fi­ka­ti­ons­be­reich” erreich­te Gesamt­punkt­zahl durch 44 geteilt wor­den, obwohl er nur 43 Ein­zel­leis­tun­gen ein­ge­bracht habe. Das habe zur Fol­ge, dass sich die Nicht­er­brin­gung einer frei­wil­li­gen Leis­tung für ihn rech­ne­risch nach­tei­lig nie­der­ge­schla­gen habe.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier erhal­te ein Schü­ler, der kei­ne Fach­ar­beit erstellt habe, in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­pha­se auch inso­weit kei­ne Punk­te. Dadurch, dass die zusätz­li­che Leis­tung einer frei­wil­li­gen Fach­ar­beit in Form von zusätz­li­chen Punk­ten auch belohnt wer­den soll­te, wäh­rend es sich für die­je­ni­gen, die zeit­auf­wen­di­ge Erstel­lung einer zusätz­li­chen Arbeit scheu­ten, neu­tral aus­wir­ke, lie­ge eine bewuss­te Ungleich­be­hand­lung unglei­cher Sach­ver­hal­te vor. Eine Ver­let­zung des Gleich­heits­ge­bo­tes sei daher nicht erkenn­bar.

Auch die ange­wen­de­te Berech­nungs­for­mel sei recht­mä­ßig und ins­be­son­de­re, als mathe­ma­ti­sche Berech­nungs­for­mel, nicht aus­le­gungs­fä­hig. Selbst für den Fall, dass man von einer Gesamt­nich­tig­keit der im Streit ste­hen­den Abitur­prü­fungs­ord­nung aus­ge­hen woll­te und daher die vor­he­ri­ge Prü­fungs­ord­nung anzu­wen­den sei, kön­ne der Klä­ger ohne Fach­ar­beit kei­nen bes­se­re Abitur­durch­schnitt erzie­len, da er auch nach der vor­he­ri­gen Prü­fungs­ord­nung einen Noten­durch­schnitt von 1,6 erzielt hät­te. Im Fall des Klä­gers habe sich die Ände­rung daher nicht aus­ge­wirkt.

Die Note im Abitur­zeug­nis sei in zuläs­si­ger Wei­se berech­net wor­den und die ange­grif­fe­ne Rege­lung in der Abitur­prü­fungs­ord­nung sei nicht zu bean­stan­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 4. August 2014 – 6 K 883/​14.TR

  1. VG Trier, Beschluss vom 06.06.2014 – 6 L 884/​14.TR