Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine GbR

Nach § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO erhält eine par­tei­fä­hi­ge Ver­ei­ni­gung Pro­zess­kos­ten­hil­fe nur dann, wenn die Kos­ten weder von ihr noch von den am Gegen­stand des Rechts­streits wirt­schaft­lich Betei­lig­ten auf­ge­bracht wer­den kön­nen und wenn die Unter­las­sung der Rechts­ver­fol­gung oder Rechts­ver­tei­di­gung all­ge­mei­nen Inter­es­sen zuwi­der­lau­fen wür­de.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine GbR

Eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts, die am Rechts­ver­kehr teil­ge­nom­men hat, ist eine sol­che par­tei­fä­hi­ge Ver­ei­ni­gung, die nur unter den Vor­aus­set­zun­gen des ent­spre­chend anwend­ba­ren § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO Pro­zess­kos­ten­hil­fe erhal­ten kann 1.

Vor­aus­set­zung nach § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO ist damit zunächst, dass weder die GbR noch ihre Gesell­schaf­ter als wirt­schaft­lich Betei­lig­te in der Lage sind, die Kos­ten der Rechts­ver­fol­gung auf­zu­brin­gen. Hier­zu sind ent­spre­chen­de Anga­ben und Nach­wei­se zu den wirt­scchaft­li­chen Ver­hält­nis­sen der Gesell­schaft sowie zu den per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen aller Gesell­schaf­ter der Gesell­schaft erfor­der­lich.

Schließ­lich ist nach § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO zusätz­lich noch erfor­der­lich, dass das Unter­blei­ben wei­te­rer Rechts­ver­fol­gung durch die GbR all­ge­mei­nen Inter­es­sen zuwi­der­lau­fen wür­de.

Das ver­langt einen Sach­ver­halt, der grö­ße­re Krei­se der Bevöl­ke­rung oder des Wirt­schafts­le­bens betrifft und sozia­le Wir­kun­gen nach sich zie­hen kann. Dem­ge­gen­über reicht das Ein­zel­in­ter­es­se Betei­lig­ter an einer rich­ti­gen Ent­schei­dung des Pro­zes­ses grund­sätz­lich nicht aus 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Juli 2017 – XI ZA 7/​17

  1. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 10.02.2011 – IX ZB 145/​09, WM 2011, 807 Rn. 7[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 05.03.2015 – IX ZB 77/​14, WM 2015, 731 Rn. 9 mwN[]