Der Pla­nungs­feh­ler des Archi­tek­ten – und sei­ne Zurech­nung zum Bau­herrn

Der Bestel­ler muss sich ein schuld­haf­tes Ver­hal­ten des mit der Pla­nung beauf­trag­ten Archi­tek­ten gemäß § 254 Abs. 2 Satz 2, § 278 Abs. 1 BGB zurech­nen las­sen, wenn der Archi­tekt zwar nicht ein­sei­tig eine Pla­nungs­än­de­rung vor­gibt, eine sol­che jedoch auf sein Betrei­ben hin ein­ver­nehm­lich zwi­schen Bestel­ler und Unter­neh­mer ver­ein­bart wird und der Archi­tekt hin­sicht­lich die­ser Ände­rung die Pla­nungs­ver­ant­wor­tung über­nimmt. In einem sol­chen Fall kommt es nicht dar­auf an, ob der Unter­neh­mer einen Ände­rungs­vor­schlag unter­brei­tet hat.

Der Pla­nungs­feh­ler des Archi­tek­ten – und sei­ne Zurech­nung zum Bau­herrn

Der Bestel­ler muss sich im Rah­men eines gel­tend gemach­ten Män­gel­be­sei­ti­gungs­an­spruchs das Pla­nungs­ver­schul­den des Archi­tek­ten gemäß § 254 Abs. 2 Satz 2, § 278 BGB zurech­nen las­sen.

Ein auf Sei­ten des Bestel­lers mit­wir­ken­des Ver­schul­den ist gemäß §§ 254, 242 BGB auch gegen­über einem ein Ver­schul­den nicht erfor­dern­den Anspruch auf Män­gel­be­sei­ti­gung gemäß § 633 BGB zu berück­sich­ti­gen 1. Dem Bestel­ler obliegt es grund­sätz­lich, dem Unter­neh­mer zuver­läs­si­ge Plä­ne und Unter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Bedient er sich für die ihm oblie­gen­den Pla­nungs­auf­ga­ben eines Archi­tek­ten, ist die­ser sein Erfül­lungs­ge­hil­fe im Ver­hält­nis zum Bau­un­ter­neh­mer, so dass der Bestel­ler für das Ver­schul­den des Archi­tek­ten ein­ste­hen muss 2. Ein schuld­haf­tes Ver­hal­ten des mit der Pla­nung beauf­trag­ten Archi­tek­ten ist dem Bestel­ler gemäß § 278 BGB zuzu­rech­nen, wenn die­ser im Lau­fe der Bau­aus­füh­rung feh­ler­haf­te Anord­nun­gen erteilt, auf­grund derer von der ursprüng­li­chen Pla­nung abge­wi­chen wer­den soll 3. Einer sol­chen Anord­nung steht es gleich, wenn der Archi­tekt zwar nicht ein­sei­tig eine Pla­nungs­än­de­rung vor­gibt, eine sol­che jedoch auf sein Betrei­ben hin ein­ver­nehm­lich zwi­schen Bestel­ler und Unter­neh­mer ver­ein­bart wird und der Archi­tekt hin­sicht­lich die­ser Ände­rung die Pla­nungs­ver­ant­wor­tung über­nimmt. In einem sol­chen Fall kommt es nicht dar­auf an, ob der Unter­neh­mer einen Ände­rungs­vor­schlag unter­brei­tet hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Okto­ber 2014 – VII ZR 152/​12

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.03.1984 – VII ZR 50/​82, BauR 1984, 395, 397 f. in BGHZ 90, 344 inso­weit nicht abge­druckt[]
  2. BGH, Urteil vom 27.11.2008 – VII ZR 206/​06, BGHZ 179, 55 Rn. 33 ff. m.w.N.; BGH, Urteil vom 24.02.2005 – VII ZR 328/​03, BauR 2005, 1016, 1018 = NZBau 2005, 400[]
  3. BGH, Urteil vom 24.02.2005 – VII ZR 328/​03, BauR 2005, 1016, 1018 = NZBau 2005, 400[]