Flug­gast­ab­fer­ti­gung auf dem Flug­ha­fen Tegel – Mas­sen­ent­las­sung und kein Sozi­al­plan

Das Arbeits­ge­richt Ber­lin hat den bei der Avia­ti­on Pas­sa­ge Ser­vice Ber­lin GmbH & Co. KG im Zusam­men­hang mit einer Mas­sen­ent­las­sung bei der Flug­gast­ab­fer­ti­gung des Flug­ha­fens Ber­lin-Tegel von der Eini­gungs­stel­le beschlos­se­nen Sozi­al­plan für unwirk­sam erklärt.

Flug­gast­ab­fer­ti­gung auf dem Flug­ha­fen Tegel – Mas­sen­ent­las­sung und kein Sozi­al­plan

Die Arbeit­ge­be­rin fer­tig­te im Auf­trag eines zum glei­chen Kon­zern gehö­ren­den Unter­neh­mens auf dem Flug­ha­fen Ber­lin-Tegel Pas­sa­gie­re ab, wobei die ent­stan­de­nen betriebs­wirt­schaft­li­chen Ver­lus­te stets kon­zern­in­tern aus­ge­gli­chen wur­den. Nach einer Kün­di­gung aller Auf­trä­ge kün­dig­te sie die Arbeits­ver­hält­nis­se aller Arbeit­neh­mer und ver­han­del­te mit dem Betriebs­rat in einer betrieb­li­chen Eini­gungs­stel­le über einen Sozi­al­plan. Die Eini­gungs­stel­le beschloss am 21.01.2015 einen Sozi­al­plan, des­sen Leis­tun­gen teil­wei­se von Vor­ga­ben eines Kon­zern­un­ter­neh­mens abhin­gen und der die Bil­dung einer so genann­ten Trans­fer­ge­sell­schaft zur Fort- und Wei­ter­bil­dung der Arbeit­neh­mer vor­sieht.

Das Arbeits­ge­richt hat den Sozi­al­plan auf Antrag des Betriebs­rats für unwirk­sam erklärt. Es sei unzu­läs­sig, die Dotie­rung des Sozi­al­plans von der Ent­schei­dung eines Drit­ten abhän­gig zu machen; viel­mehr müs­se die Eini­gungs­stel­le selbst ent­schei­den, ob und ggf. in wel­cher Wei­se die den Arbeit­neh­mern ent­ste­hen­den Nach­tei­le aus­ge­gli­chen oder gemil­dert wer­den. Die vor­ge­se­he­nen Leis­tun­gen sei­en zudem unzu­rei­chend. Die Eini­gungs­stel­le habe nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt, dass die auf­ge­tre­te­nen Ver­lus­te bis­lang kon­zern­in­tern aus­ge­gli­chen wur­den und des­halb zu erwar­ten gewe­sen sei, dass auch ange­mes­se­ne Abfin­dun­gen inner­halb des Kon­zerns finan­ziert wer­den wür­den. Die Rege­lun­gen zur Trans­fer­ge­sell­schaft unter­lä­gen teil­wei­se nicht dem zwin­gen­den Mit­be­stim­mungs­recht des Betriebs­rats und könn­ten daher nicht durch einen Spruch der Eini­gungs­stel­le getrof­fen wer­den. Es sei auch zwei­fel­haft, ob durch die erfolg­te Aus­ge­stal­tung der Trans­fer­ge­sell­schaft eine Arbeits­lo­sig­keit der Arbeit­neh­mer wirk­lich ver­mie­den wer­den konn­te.

Die Ent­schei­dung ist noch nicht rechts­kräf­tig; sie kann mit der Beschwer­de an das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ange­foch­ten wer­den. Soll­te die Ent­schei­dung rechts­kräf­tig wer­den, muss die Eini­gungs­stel­le erneut über die Auf­stel­lung eines Sozi­al­plans ent­schei­den; die Wirk­sam­keit der aus­ge­spro­che­nen Kün­di­gun­gen hängt nicht von der Ent­schei­dung über die Wirk­sam­keit des Sozi­al­plans ab.

Arbeits­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 7. Juli 2015 – – Akten­zei­chen 13 BV 1848/​15