Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le Han­no­ver – Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on vs. Wis­sen­schafts­frei­heit

Die mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG garan­tier­te Mit­wir­kung von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern im wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge einer Hoch­schu­le erstreckt sich auf alle wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen. Dies sind auch Ent­schei­dun­gen über die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, den Haus­halt und, weil in der Hoch­schul­me­di­zin mit der Wis­sen­schaft untrenn­bar ver­zahnt, über die Kran­ken­ver­sor­gung.

Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le Han­no­ver – Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on vs. Wis­sen­schafts­frei­heit

Je mehr, je grund­le­gen­der und je sub­stan­ti­el­ler wis­sen­schafts­re­le­van­te per­so­nel­le und sach­li­che Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se dem Ver­tre­tungs­or­gan der aka­de­mi­schen Selbst­ver­wal­tung ent­zo­gen und einem Lei­tungs­or­gan zuge­wie­sen wer­den, des­to stär­ker muss die Mit­wir­kung des Ver­tre­tungs­or­gans an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung und an den Ent­schei­dun­gen des Lei­tungs­or­gans aus­ge­stal­tet sein.

So war nun vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die orga­ni­sa­to­ri­sche Aus­ge­stal­tung der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver im Wesent­li­chen erfolg­reich.

Die Vor­schrif­ten des Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes über die Orga­ni­sa­ti­on der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver (MHH) sind in wesent­li­chen Tei­len nicht mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar. Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG for­dert eine Mit­wir­kung der Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler an allen wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen. Das gilt auch für medi­zi­ni­sche Hoch­schu­len und hier­zu gehö­ren nicht nur Ent­schei­dun­gen über For­schung und Leh­re, son­dern auch Ent­schei­dun­gen über die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, den Haus­halt und – weil in der Hoch­schul­me­di­zin mit der Wis­sen­schaft untrenn­bar ver­zahnt – über die Kran­ken­ver­sor­gung. Wer­den wis­sen­schafts­re­le­van­te Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se auf einen Vor­stand über­tra­gen, muss eine hin­rei­chen­de Mit­wir­kung des Senats an die­sen Ent­schei­dun­gen sowie an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung des Vor­stands gege­ben sein. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber hat bis zum 31.12 2015 eine Neu­re­ge­lung zu schaf­fen.

Neu­glie­de­rung der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on der MHH[↑]

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de rich­tet sich gegen hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­che Vor­schrif­ten für die Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le Han­no­ver, die mit Wir­kung zum 1.01.2007 in das Nie­der­säch­si­sche Hoch­schul­ge­setz über­nom­men wor­den sind [1] und – zum Teil – im Dezem­ber 2013 geän­dert wur­den [2].

Die ange­grif­fe­nen Vor­schrif­ten struk­tu­rie­ren die Ver­ant­wor­tung für die Lei­tung der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver. In Nie­der­sach­sen wur­de die­se Lei­tungs­ver­ant­wor­tung in der Uni­ver­si­täts­me­di­zin vom Ver­tre­tungs­or­gan der Hoch­schul­an­ge­hö­ri­gen, also dem Fach­be­reichs- oder Fakul­täts­rat bezie­hungs­wei­se dem Senat, seit 1998 zuneh­mend auf einen Vor­stand oder ein Prä­si­di­um als Lei­tungs­or­gan ver­la­gert. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de rich­tet sich gegen die nun­mehr gel­ten­den Rege­lun­gen der Bestel­lung, Neu­be­stel­lung und Ent­las­sung des Vor­stands nach § 63c Abs. 1 bis 6 NHG sowie gegen bestimm­te Befug­nis­se des Vor­stands nach § 63e NHG, jeweils in der Fas­sung vom 26.02.2007 [3].

Nach dem Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­ge­setz in der Fas­sung vom 21.01.1994 [4] oblag dem Senat – und in der Uni­ver­si­täts­me­di­zin nach § 121 Abs. 6 NHG a.F. dem Fach­be­reichs­rat – die Ent­schei­dung in allen die gesam­te Hoch­schu­le oder den Fach­be­reich betref­fen­den Ange­le­gen­hei­ten von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung. Der Senat konn­te neben dem Kon­zil, in dem die Hoch­schul­leh­re­rin­nen und Hoch­schul­leh­rer wie im Senat die Mehr­heit hat­ten, gemäß § 96 Abs. 1 NHG a.F. auch zu hoch­schul­po­li­ti­schen Grund­satz­fra­gen Stel­lung neh­men. Die „ins­be­son­de­re“ dem Senat vor­be­hal­te­nen Ent­schei­dun­gen betra­fen unter ande­rem die Beschluss­fas­sung über die Ent­wick­lungs­pla­nung, die Anmel­dung des Haus­halts­be­darfs, die Errich­tung, Ände­rung, Zusam­men­le­gung und Auf­he­bung von Ein­rich­tun­gen der Hoch­schu­le ein­schließ­lich ihrer Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur und ihrer Auf­ga­ben, die Stel­lung­nah­me zu Beru­fungs­vor­schlä­gen und den Frau­en­för­der­plan. In der Uni­ver­si­täts­me­di­zin hat­ten die Hoch­schul­leh­ren­den nach den §§ 121 bis 125 NHG a.F. eben­falls maß­geb­li­chen Ein­fluss, wohin­ge­gen der Vor­stand die ope­ra­ti­ve Ver­ant­wor­tung ins­be­son­de­re für die Kran­ken­ver­sor­gung trug. So obla­gen dem Fach­be­reichs­rat alle wesent­li­chen, teils vom Vor­stand aus­drück­lich nur vor­zu­be­rei­ten­den Ent­schei­dun­gen, wobei er die Kran­ken­ver­sor­gung zu berück­sich­ti­gen hat­te und Ent­schei­dun­gen des Vor­stands bean­stan­den konn­te, wenn sie For­schung und Leh­re nach­tei­lig berühr­ten; umge­kehrt konn­te der Vor­stand Ent­schei­dun­gen des Fach­be­reichs­rats bean­stan­den, wenn er die Kran­ken­ver­sor­gung für beein­träch­tigt hielt.

Grund­sätz­lich waren die Auf­ga­ben des Lei­tungs­or­gans ein­ge­schränkt. Das Prä­si­di­um oder Rek­to­rat nach § 86 Abs. 2 NHG a.F. oder der Vor­stand des Kli­ni­kums nach § 123 NHG a.F. waren für alle Ange­le­gen­hei­ten zustän­dig, die nicht einem ande­ren Organ über­tra­gen waren. Im Wesent­li­chen ver­trat die Lei­tung die Hoch­schu­le nach außen und koor­di­nier­te die Arbeit nach innen, sorg­te also für das Zusam­men­wir­ken und die lau­fen­de Unter­rich­tung der Orga­ne und Glie­de­run­gen, der Mit­glie­der und Ange­hö­ri­gen der Hoch­schu­le, außer­dem initi­ier­te die Lei­tung die erfor­der­li­chen Ent­schei­dungs­pro­zes­se und wirk­te auf die ange­mes­se­ne Berück­sich­ti­gung der wesent­li­chen Belan­ge hin. Nach § 86 Abs. 2 Satz 5 Nr. 1 NHG a.F. bezie­hungs­wei­se § 123 Abs. 1 Nr. 8 NHG a.F. war die Lei­tung dafür zustän­dig, Vor­schlä­ge zur Ent­wick­lungs­pla­nung der Hoch­schu­le aus­zu­ar­bei­ten.

Der Senat bezie­hungs­wei­se der Fach­be­reichs­rat hat­ten auf die Zusam­men­set­zung der Hoch­schul- oder Kli­ni­kums­lei­tung ent­schei­den­den Ein­fluss. Rek­tor oder Rek­to­rin wur­den durch das Kon­zil auf­grund eines Wahl­vor­schlags des Senats gewählt (§ 90 Abs. 2 Satz 1 NHG a.F.); Pro­rek­to­rin­nen oder Pro­rek­to­ren wur­den vom Kon­zil auf Vor­schlag von Rek­tor oder Rek­to­rin gewählt (§ 90 Abs. 3, § 89 Abs. 2 NHG a.F.). Die Ernen­nung des Kanz­lers oder der Kanz­le­rin erfolg­te durch das Minis­te­ri­um auf­grund eines Vor­schlags der Hoch­schu­le (§ 92 Abs. 4 Satz 1 NHG a.F.), den der Senat auf der Grund­la­ge eines Vor­schlags der Hoch­schul­lei­tung beschloss. Falls eine Mehr­heit nicht erreicht wur­de, ent­schied der Senat auf Grund eines eige­nen Vor­schlags (§ 92 Abs. 6 NHG a.F.). Die im Vor­stand eines Kli­ni­kums ent­schei­den­den Vor­ste­he­rin­nen oder Vor­ste­her kli­ni­scher Abtei­lun­gen, die auf Vor­schlag des Fach­be­reichs­rats – bei der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver damit auf Vor­schlag des Senats – vom Fach­mi­nis­te­ri­um bestellt waren, wur­den von den Vor­ste­he­rin­nen und Vor­ste­hern aller Abtei­lun­gen gewählt (§ 123 Abs. 3 NHG a.F.); die Medi­zi­ni­schen Zen­tren wur­den von einem nach Grup­pen zusam­men­ge­setz­ten Vor­stand, mit einer Mehr­heit von fünf Hoch­schul­leh­ren­den, gelei­tet (§ 124 Abs. 3 NHG a.F.).

Auf der Grund­la­ge einer hoch­schul­recht­li­chen Expe­ri­men­tier­klau­sel in § 125a NHG in der Fas­sung vom 24.03.1998 [5] ermög­lich­te es der nie­der­säch­si­sche Gesetz­ge­ber, die Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se an den Hoch­schu­len im Bereich Human­me­di­zin im Wege von Ver­ord­nun­gen suk­zes­si­ve umzu­ge­stal­ten, um neue Lei­tungs­struk­tu­ren zu tes­ten. Die ers­te Ver­ord­nung vom 16.10.1998 [6] wur­de durch Ver­ord­nun­gen vom 14.08.2001 [7]; und vom 13.01.2003 [8] gering­fü­gig geän­dert und dann mit der Ver­ord­nung vom 01.12 2004 maß­geb­lich anders gefasst [9]. Im Jah­re 2006 hat der nie­der­säch­si­sche Gesetz­ge­ber die in den Ver­ord­nun­gen expe­ri­men­tell erprob­ten neu­en Lei­tungs­struk­tu­ren in das Nie­der­säch­si­sche Hoch­schul­ge­setz über­nom­men, um die neu­en Lei­tungs­struk­tu­ren end­gül­tig fest­zu­schrei­ben [10].

Die Orga­ni­sa­ti­on der Uni­ver­si­täts­me­di­zin muss zwei auch in der Ver­fas­sung ver­an­ker­te Auf­ga­ben erfül­len: Wis­sen­schaft und Kran­ken­ver­sor­gung. Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­len lie­gen damit auf der Schnitt­stel­le zwi­schen Wis­sen­schafts- und Gesund­heits­sys­tem als Ver­bund von For­schung und Leh­re einer­seits und der Kran­ken­ver­sor­gung ande­rer­seits. So erbrin­gen die human­me­di­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen in Nie­der­sach­sen „zusätz­lich“ zur Wis­sen­schaft (vgl. § 3 Abs. 5 NHG, § 1 Abs. 2 Grund­ord­nung der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver – GO MHH -) Dienst­leis­tun­gen im Rah­men des öffent­li­chen Gesund­heits­we­sens, hoch­spe­zia­li­sier­te Auf­ga­ben der Kran­ken­ver­sor­gung und Auf­ga­ben in der Aus­bil­dung von Ange­hö­ri­gen nicht-ärzt­li­cher Heil­be­ru­fe.

Die Ver­bin­dung der bei­den Berei­che – Wis­sen­schaft und Kran­ken­ver­sor­gung – ist bun­des­weit nicht ein­heit­lich orga­ni­siert [11]: Im Koope­ra­ti­ons­mo­dell arbei­ten die Funk­ti­ons­be­rei­che (Medi­zi­ni­sche Fakul­tät und Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum) getrennt, wer­den aber per­so­nell, orga­ni­sa­to­risch und sach­lich ver­floch­ten und zur Zusam­men­ar­beit ver­pflich­tet; im Inte­gra­ti­ons­mo­dell wer­den die Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se für For­schung, Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung in einem Organ zusam­men­ge­fasst. Nie­der­sach­sen hat­te sich im Jah­re 1998 mit der Human­me­di­zin­ver­ord­nung für das Inte­gra­ti­ons­mo­dell ent­schie­den. Die­ses ist in der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver, der bis­lang ein­zi­gen nur medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Deutsch­lands, beson­ders deut­lich aus­ge­prägt, weil die Hoch­schul­me­di­zin unab­hän­gig von der Uni­ver­si­tät zusam­men mit dem Kli­ni­kum als eige­ne Hoch­schu­le eta­bliert ist [12].

Die mehr­fa­che Auf­ga­ben­stel­lung der Hoch­schul­me­di­zin wirkt sich auch in finan­zi­el­ler Hin­sicht aus. Das Zusam­men­spiel von Wis­sen­schaft und Kran­ken­ver­sor­gung führt dazu, dass Mit­tel für Inves­ti­ti­ons- und Betriebs­kos­ten und für For­schung und Leh­re von­ein­an­der unter­schie­den wer­den müs­sen. In eini­gen Län­dern ist des­halb der Uni­ver­si­täts­me­di­zin eine getrenn­te Haus­halts­füh­rung vor­ge­ge­ben. Danach wer­den bei einer Orga­ni­sa­ti­on im Inte­gra­ti­ons­mo­dell die jewei­li­gen Finanz­mit­tel durch die Erstel­lung von Teil­wirt­schafts­plä­nen und gespal­te­ne Rech­nungs­le­gung oder Ver­wen­dungs­nach­wei­se regel­mä­ßig getrennt [13]. Eine sol­che Vor­ga­be gibt es in Nie­der­sa­chen nicht.

Die Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le Han­no­ver steht als Hoch­schu­le in Trä­ger­schaft des Staa­tes in staat­li­cher Ver­ant­wor­tung (§ 1 Abs. 1 Satz 1 NHG). Das zustän­di­ge Fach­mi­nis­te­ri­um trifft mit der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver auf­grund der Lan­des­hoch­schul­pla­nung und der uni­ver­si­tä­ren Ent­wick­lungs­pla­nung Ziel­ver­ein­ba­run­gen, die alle wesent­li­chen Fra­gen der For­schung und Leh­re meist für meh­re­re Jah­re regeln (§ 1 Abs. 3 Satz 1 und 4 NHG). In Ange­le­gen­hei­ten der Selbst­ver­wal­tung unter­liegt die Medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le Han­no­ver der Rechts­auf­sicht und in staat­li­chen Ange­le­gen­hei­ten der Fach­auf­sicht des Fach­mi­nis­te­ri­ums. Staat­li­che Ange­le­gen­hei­ten (§ 47 NHG) sind unter ande­rem die Per­so­nal­ver­wal­tung und die Bewirt­schaf­tung der den Hoch­schu­len zuge­wie­se­nen Lan­des­mit­tel sowie die Kran­ken­ver­sor­gung und ande­re Auf­ga­ben auf dem Gebiet des öffent­li­chen Gesund­heits­we­sens. Das Fach­mi­nis­te­ri­um kann dazu jeder­zeit Aus­kunft ver­lan­gen, ein zen­tra­les Organ der Hoch­schu­le zur Pflicht­er­fül­lung anhal­ten und erfor­der­li­chen­falls die not­wen­di­gen Maß­nah­men an sei­ner Stel­le tref­fen (§ 51 Abs. 1 NHG).

a)) Die Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se inner­halb der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver wur­den mit der Human­me­di­zin­ver­ord­nung 1998 und dann mit den hier ange­grif­fe­nen gesetz­li­chen Rege­lun­gen vom Senat weit­ge­hend auf einen drei­köp­fi­gen Vor­stand über­tra­gen. Der Senat ist wie zuvor für die Beschluss­fas­sung über die Ord­nun­gen der Hoch­schu­le, ins­be­son­de­re auch die Grund­ord­nung, zustän­dig (§ 41 Abs. 1 NHG in der Fas­sung vom 26.02.2007, NdsGVBl S. 69, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 11.12 2013, NdsGVBl S. 287) und beschließt – im Ein­ver­neh­men mit dem Vor­stand – die Grund­zü­ge der Ent­wick­lungs­pla­nung sowie den Gleich­stel­lungs­plan (§ 41 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 63e Abs. 2 Nr. 1 NHG); die tat­säch­li­che Ent­wick­lungs­pla­nung wird vom Vor­stand allein beschlos­sen (§ 63e Abs. 2 Nr. 2 NHG). Ihm steht dane­ben auch das Vor­schlags­recht für die Beru­fung von Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren (§ 26 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 36 Abs. 3 Satz 2 NHG) und die Beschluss­fas­sung über den vom Prä­si­di­um ein­ge­brach­ten Wirt­schafts- oder Haus­halts­plan des Kör­per­schafts­ver­mö­gens (§ 50 Abs. 2 Satz 2 NHG) zu. Er nimmt nach § 41 Abs. 2 Satz 2 NHG zu allen Selbst­ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung Stel­lung. Der Senat hat gegen­über dem Vor­stand ein umfas­sen­des Infor­ma­ti­ons­recht (§ 41 Abs. 3 Satz 1 NHG); der Vor­stand ist dem Senat in Selbst­ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten rechen­schafts­pflich­tig (§ 41 Abs. 2 Satz 3 NHG). An wei­te­ren Ent­schei­dun­gen des Vor­stands (Ent­schei­dun­gen betref­fend die Errich­tung, Ände­rung, Zusam­men­le­gung und Auf­he­bung von Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten sowie die Fest­le­gung ihrer Auf­ga­ben und Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren, der Beschluss­fas­sung über den Wirt­schafts­plan und dem Abschluss einer Ziel­ver­ein­ba­rung) ist der Senat in unter­schied­li­chem Maß (durch Beneh­men, Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me und Anhö­rung) betei­ligt.

Der Vor­stand der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver bil­det, bedingt durch ihren Sta­tus als eigen­stän­di­ge Hoch­schu­le, zugleich deren Prä­si­di­um. Der Vor­stand besteht aus einem Mit­glied mit Zustän­dig­keit für das Res­sort For­schung und Leh­re (§ 63b Satz 4 Nr. 1 NHG), das zugleich Prä­si­dent oder Prä­si­den­tin ist, einem Mit­glied mit Zustän­dig­keit für das Res­sort Kran­ken­ver­sor­gung (§ 63b Satz 4 Nr. 2 NHG) und einem Mit­glied für das Res­sort Wirt­schafts­füh­rung und Admi­nis­tra­ti­on (§ 63b Satz 4 Nr. 3 NHG). Die Vor­stands­mit­glie­der sind haupt­be­ruf­lich tätig und wer­den für die Dau­er von bis zu sechs Jah­ren durch das Fach­mi­nis­te­ri­um bestellt.

Neben dem Vor­stand und dem Senat ist an der Lei­tung der Hoch­schu­le der in Nie­der­sach­sen mehr­heit­lich extern besetz­te Hoch­schul­rat (§ 52 NHG) betei­ligt. Von sei­nen sie­ben Mit­glie­dern sind fünf kei­ne Hoch­schul­an­ge­hö­ri­gen. Sie wer­den im Ein­ver­neh­men mit dem Senat vom Fach­mi­nis­te­ri­um bestellt. Im Hoch­schul­rat sind dane­ben der Senat der Hoch­schu­le sowie das Fach­mi­nis­te­ri­um ver­tre­ten (§ 52 Abs. 2 NHG). Ein wei­te­res Organ der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver ist die Kli­nik­kon­fe­renz, die das Vor­stands­mit­glied für Kran­ken­ver­sor­gung berät (§ 63g NHG).

Die Kon­sti­tu­ti­on des Vor­stands rich­tet sich nach § 63c NHG, der mit Gesetz vom 11.12 2013 modi­fi­ziert wor­den ist. Der Hoch­schul­rat rich­tet zur Vor­be­rei­tung des Vor­schlags für die Bestel­lung der Vor­stands­mit­glie­der Fin­dungs­kom­mis­sio­nen mit zehn bis zwölf Mit­glie­dern ein (Anla­ge 1 zu § 63c Abs. 2 Satz 1 NHG). Dies sind immer die jeweils ande­ren bei­den Mit­glie­der des Vor­stands, zwei (für die Vor­stands­mit­glie­der nach § 63b Satz 4 Nr. 2 NHG – Kran­ken­ver­sor­gung – und Nr. 3 – Wirt­schafts­füh­rung) oder drei (für das Vor­stands­mit­glied nach § 63b Satz 4 Nr. 1 NHG – For­schung und Leh­re) Mit­glie­der des Hoch­schul­rats, das Fach­mi­nis­te­ri­um (ohne Stimm­recht) und die Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te. Die Betei­li­gung des Senats an der Fin­dung unter­schei­det sich je nach Vor­stands­po­si­ti­on: In die Fin­dungs­kom­mis­si­on für die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten ent­sen­det der Senat drei, in die Fin­dungs­kom­mis­si­on für das Vor­stands­mit­glied für Wirt­schafts­füh­rung und Admi­nis­tra­ti­on zwei sei­ner Mit­glie­der; in der Fin­dungs­kom­mis­si­on für das Vor­stands­mit­glied für Kran­ken­ver­sor­gung ist der Senat nicht ver­tre­ten. Bei die­sen wei­te­ren Mit­glie­dern des Vor­stands wer­den die Kli­nik­kon­fe­renz und der Pfle­ge­dienst betei­ligt.

Auf die Fin­dung folgt der Vor­schlag zur Bestel­lung des Vor­stands. Auch an die­ser ist der Senat in unter­schied­li­cher Wei­se betei­ligt. Seit der Ände­rung durch das Gesetz vom 11.12 2013 hat er das Recht, das Vor­stands­mit­glied für das Res­sort For­schung und Leh­re zur Bestel­lung vor­zu­schla­gen. Die­ser Vor­schlag bedarf nicht mehr des Ein­ver­neh­mens mit dem Hoch­schul­rat, der nach § 63c Abs. 3 NHG nur noch Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me erhält. Bei der Bestel­lung der übri­gen Vor­stands­mit­glie­der ist dem Senat, der zuvor nicht betei­ligt war, Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me zu geben. Das Letzt­ent­schei­dungs­recht bleibt beim Fach­mi­nis­te­ri­um, das die Bestel­lung auch ver­sa­gen kann (§ 63c Abs. 1 Satz 2 NHG).

Die erneu­te Bestel­lung des Vor­stands­mit­glieds für For­schung und Leh­re für wei­te­re Amts­zei­ten ohne Aus­schrei­bung soll nach § 63c Abs. 4 NHG durch das Fach­mi­nis­te­ri­um auf Vor­schlag des Senats erfol­gen und nicht mehr auf Vor­schlag des Hoch­schul­rats, der nur noch Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me erhält. Ein Recht zur Stel­lung­nah­me hat nun der Senat bei der erneu­ten Bestel­lung der ande­ren Vor­stands­mit­glie­der ohne Aus­schrei­bung.

Die Betei­li­gung des Senats an der Ent­las­sung des Vor­stands durch das Fach­mi­nis­te­ri­um ist eben­falls gestaf­felt. Die Ent­las­sung des Vor­stands­mit­glieds für das Res­sort For­schung und Leh­re soll nach § 63c Abs. 5 NHG bei Vor­lie­gen eines wich­ti­gen Grun­des auf mit Drei­vier­tel­mehr­heit beschlos­se­nen Vor­schlag des Senats erfol­gen. Das Vor­schlags­recht lag frü­her beim Hoch­schul­rat. Heu­te muss der Hoch­schul­rat den Vor­schlag bestä­ti­gen, doch ent­schei­det der Senat, wenn die Bestä­ti­gung ver­wei­gert wird und eine Eini­gung schei­tert. Der Senat hat nach § 63c Abs. 6 NHG nun­mehr auch Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me bei der Ent­las­sung der übri­gen Vor­stands­mit­glie­der.

Der Vor­stand hat nach § 63e NHG umfas­sen­de Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se. Es han­delt sich sowohl um Befug­nis­se des Gesamt­vor­stands als auch um Ein­zel­be­fug­nis­se der drei Vor­stands­mit­glie­der. Die ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen zu den Befug­nis­sen des Gesamt­vor­stands betref­fen die Zustän­dig­kei­ten des Gesamt­vor­stands für die Ent­wick­lungs­pla­nung (§ 63e Abs. 2 Nr. 2 NHG), die Errich­tung, Ände­rung, Zusam­men­le­gung und Auf­he­bung von Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten sowie die Fest­le­gung ihrer Auf­ga­ben und Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren (§ 63e Abs. 2 Nr. 3 NHG) jeweils im Beneh­men mit dem Senat (§ 63e Abs. 3 Satz 1 NHG), fer­ner die Zustän­dig­kei­ten für die Beschluss­fas­sung über den Wirt­schafts­plan (§ 63e Abs. 2 Nr. 5 NHG) nach Anhö­rung des Senats (§ 63e Abs. 3 Satz 3 NHG), für die Auf­tei­lung der Sach, Inves­ti­ti­ons- und Per­so­nal­bud­gets auf die Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten (§ 63e Abs. 2 Nr. 10 NHG) und für die Bereit­stel­lung von Mit­teln für zen­tra­le Lehr- und For­schungs­fonds (§ 63e Abs. 2 Nr. 11 NHG). Die ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen über allei­ni­ge Befug­nis­se des Vor­stands­mit­glieds für For­schung und Leh­re betref­fen die Orga­ni­sa­ti­on und Wei­ter­ent­wick­lung von For­schung und Leh­re (§ 63e Abs. 4 Nr. 1 NHG), nur bei grund­sätz­li­cher Bedeu­tung, ein­schließ­lich der Bil­dung von Schwer­punk­ten, im Beneh­men mit dem Senat (§ 63e Abs. 4 Satz 2 NHG), sowie die Auf­tei­lung der Res­sour­cen für die For­schung und die Leh­re (§ 63e Abs. 4 Nr. 2 und Nr. 4 NHG), jeweils im Beneh­men mit dem Senat (§ 63e Abs. 4 Satz 2 NHG).

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de[↑]

Der Beschwer­de­füh­rer ist Hoch­schul­leh­rer und Mit­glied des Senats der MHH. Mit sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de wen­det er sich dage­gen, dass der Gesetz­ge­ber wich­ti­ge Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se inner­halb der MHH vom Senat auf einen drei­köp­fi­gen Vor­stand über­tra­gen hat. Ange­grif­fen wur­den die hoch­schul­recht­li­chen Rege­lun­gen über die Bestel­lung, Neu­be­stel­lung und Ent­las­sung des Vor­stands nach § 63c Abs. 1 bis 6 sowie über bestimm­te Befug­nis­se des Vor­stands nach § 63e des Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes.

Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die gesetzt­li­che Neu­re­ge­lung[↑]

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist über­wie­gend zuläs­sig. Der Beschwer­de­füh­rer hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de inner­halb der Jah­res­frist des § 93 Abs. 3 BVerfGG erho­ben. Ob er zuvor in zuläs­si­ger Wei­se gegen die zum Teil inhalts­glei­che Human­me­di­zin­ver­ord­nung im Wege der ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Nor­men­kon­trol­le (§ 47 VwGO) vor­ge­gan­gen war, ist dafür uner­heb­lich. Der Wech­sel von einer Ver­ord­nung zu einem Gesetz nach Abschluss einer Expe­ri­men­tier­pha­se hat nicht nur dekla­ra­to­ri­sche Bedeu­tung, son­dern belas­tet den Beschwer­de­füh­rer mit einer von nun an dau­er­haf­ten Rege­lung. Im Gesetz mani­fes­tiert sich eine dau­er­haf­te Ent­schei­dung neu­en Gewichts, wes­halb die Frist des § 93 Abs. 3 BVerfGG erneut in Gang gesetzt wird [14].

Beschwer­de­be­fug­nis[↑]

Der Beschwer­de­füh­rer ist über­wie­gend beschwer­de­be­fugt.

Gegen­über Orga­ni­sa­ti­ons­nor­men für die Wis­sen­schaft kann der Grund­rechts­schutz aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG unmit­tel­bar gel­tend gemacht wer­den, wenn eine wis­sen­schafts­i­nad­äqua­te Orga­ni­sa­ti­on eine Grund­rechts­ge­fähr­dung für den Beschwer­de­füh­rer bewirkt [15].

Hier­nach ist die Beschwer­de­be­fug­nis auch gege­ben, soweit sich die Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen die ein­ge­schränk­te Mit­wir­kung des Senats bei der in § 63c Abs. 2 Satz 1 NHG gere­gel­ten Fin­dung der Vor­stands­mit­glie­der rich­tet. Die Fin­dung ist ent­schei­dend für die Vor­auswahl des Vor­stands. Zwar ent­schei­det die Fin­dungs­kom­mis­si­on nicht ver­bind­lich, son­dern berei­tet eine Per­so­nal­ent­schei­dung ledig­lich vor. Doch wird tat­säch­lich, der gesetz­li­chen Ziel­set­zung der Ein­rich­tung der Fin­dungs­kom­mis­si­on ent­spre­chend, nur in den Vor­stand bestellt, wer dort „gefun­den“ wor­den ist, oder aber nicht bestellt, wer dort abge­lehnt wur­de. Damit kommt bereits der Fin­dung eine erheb­li­che Bedeu­tung für die wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen an der Hoch­schu­le zu.

Soweit der Beschwer­de­füh­rer sich gegen die Rege­lun­gen über die Bestel­lung, Neu­be­stel­lung und Ent­las­sung des Vor­stands sowie gegen die Über­tra­gung von Befug­nis­sen an die­sen wen­det, ist er eben­falls beschwer­de­be­fugt. Sei­ne Dar­le­gun­gen las­sen es als mög­lich erschei­nen, dass das durch die ange­grif­fe­nen Vor­schrif­ten gere­gel­te orga­ni­sa­to­ri­sche Gesamt­ge­fü­ge die Wis­sen­schafts­frei­heit struk­tu­rell gefähr­det. Der Beschwer­de­füh­rer wen­det sich gegen Befug­nis­nor­men nicht im Hin­blick auf eine kon­kre­te zukünf­ti­ge Ent­schei­dung, gegen die dann auch zunächst fach­ge­richt­li­cher Rechts­schutz gesucht wer­den kann und müss­te. Viel­mehr wen­det er sich gegen eine wis­sen­schafts­i­nad­äqua­te Orga­ni­sa­ti­on, also gegen das struk­tu­rel­le Risi­ko wis­sen­schafts­frem­der Ent­schei­dun­gen, die sei­ne Wis­sen­schafts­frei­heit gefähr­den. Eine gegen die Orga­ni­sa­ti­on als wis­sen­schafts­i­nad­äquat gerich­te­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist ein aliud, nicht aber eine Vor­stu­fe der Abwehr einer künf­ti­gen Ent­schei­dung, denn von zen­tra­ler Bedeu­tung ist die struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit durch das hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Gesamt­ge­fü­ge, die nicht nur dazu genutzt wird, um eine eigent­lich kri­ti­sier­te Ent­schei­dung im Ein­zel­fall anzu­grei­fen. Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gewähr­leis­tet Grund­rechts­schutz im Hin­blick auf eine frei­heits­si­chern­de Aus­ge­stal­tung von Wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­tio­nen durch den Staat. Die Wis­sen­schafts­frei­heit ent­hält einen Anspruch dar­auf, dass der Gesetz­ge­ber durch die Aus­ge­stal­tung der Krea­ti­on der Lei­tungs­or­ga­ne kein Sys­tem schafft, das typi­scher­wei­se Ent­schei­dun­gen ermög­licht, die die Frei­heit von For­schung und Leh­re gefähr­den.

Unzu­läs­sig ist die Ver­fas­sungs­be­schwer­de dage­gen hin­sicht­lich der Rege­lung in § 63c Abs. 2 Satz 1 Halb­satz 2 NHG, wonach in der Grund­ord­nung Nähe­res über die Wahl der Mit­glie­der der Fin­dungs­kom­mis­si­on bestimmt wird. Sie ver­mag inso­weit nicht auf­zu­zei­gen, dass damit die Mög­lich­keit einer Ver­let­zung von Grund­rech­ten des Beschwer­de­füh­rers ver­bun­den ist. Nach § 41 Abs. 1 Satz 3 NHG steht dem Senat als dem zen­tra­len Organ für die Mit­wir­kung der Hoch­schul­leh­ren­den an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen die Ent­schei­dung über die Grund­ord­nung zu. Eine sol­che Befug­nis lässt eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit gera­de nicht erken­nen.

Der Beschwer­de­füh­rer ist hin­sicht­lich der in § 63c Abs. 2 Satz 2, § 63c Abs. 3 Satz 3, § 63c Abs. 4 Satz 3, § 63c Abs. 6 Satz 1 Halb­satz 2 NHG ent­hal­te­nen Rege­lun­gen, die bestimm­te Per­so­nen – betrof­fe­ne Vor­stands­mit­glie­der, Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten – von der Mit­wir­kung bei der Bestel­lung, Neu­be­stel­lung und Ent­las­sung aus­schlie­ßen, der Ver­schwie­gen­heits­ver­pflich­tung in § 63c Abs. 2 Satz 3 NHG und der Moda­li­tä­ten der Beschluss­fas­sung in der Fin­dungs­kom­mis­si­on gemäß § 63c Abs. 2 Satz 4 NHG nicht beschwer­de­be­fugt. Aus die­sen Rege­lun­gen kann sich eine Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit nicht erge­ben.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist man­gels Beschwer­de­be­fug­nis über­dies unzu­läs­sig, soweit sie sich gegen Rege­lun­gen über die Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen und gegen Mit­wir­kungs­rech­te der Kli­nik­kon­fe­renz in § 63e NHG rich­tet. Die durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG geschütz­ten Rech­te des Beschwer­de­füh­rers sind dadurch nicht betrof­fen.

Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät[↑]

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de genügt dem in § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG zum Aus­druck kom­men­den Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät.

Es ist dem Beschwer­de­füh­rer nicht zumut­bar, vor einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen Rege­lun­gen über Per­so­nal­ent­schei­dun­gen (§ 63c Abs. 1, Abs. 3 bis 6 NHG), in denen er eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit sieht, zunächst den fach­ge­richt­li­chen Rechts­weg gegen kon­kre­te Per­so­nal­ent­schei­dun­gen zu beschrei­ten.

Gegen die mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen Pla­nungs­be­fug­nis­se in § 63e Abs. 2 Nr. 2 und Nr. 5 NHG ist ein fach­ge­richt­li­cher Rechts­weg bereits nicht ersicht­lich. Hin­sicht­lich der Bud­get­be­fug­nis­se in § 63e Abs. 2 Nr. 10 und Nr. 11 und Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 und Nr. 4 NHG ist zwar nicht aus­ge­schlos­sen, den fach­ge­richt­li­chen Rechts­weg gegen ein­zel­ne Aus­stat­tungs­ent­schei­dun­gen zu beschrei­ten [16]; für den hier gege­be­nen Fall einer struk­tu­rel­len Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit durch die Befug­nis, sol­che Ent­schei­dun­gen zu fäl­len, gilt dies jedoch nicht.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de genügt dem Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät auch, soweit sich der Beschwer­de­füh­rer gegen die dem Vor­stand über­tra­ge­ne Befug­nis für Orga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dun­gen in § 63e Abs. 2 Nr. 3 und Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 NHG wen­det. Für die­se Rüge, in die­ser orga­ni­sa­to­ri­schen Aus­ge­stal­tung lie­ge eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG grund­recht­lich geschütz­ten Wis­sen­schafts­frei­heit, ist kein Rechts­weg eröff­net.

Wis­sen­schafts­frei­heit (Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG) als indi­vi­du­el­les Frei­heits­recht[↑]

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist, soweit sie zuläs­sig ist, weit­ge­hend begrün­det. Die Rege­lun­gen über die Bestel­lung und Abbe­stel­lung sowie über die Befug­nis­se des Vor­stands in § 63c Abs. 1 Satz 1 und 2, Abs. 2 bis 6 und § 63e Abs. 2 Nr. 2, 3, 5, 10, 11, Abs. 3, Abs. 4 Satz 1, Nr. 1, 2, 4 NHG sind in ihrem Gesamt­ge­fü­ge mit den Anfor­de­run­gen des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG an den Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit vor struk­tu­rel­len Gefähr­dun­gen nicht ver­ein­bar.

Abs. 3 Satz 1 GG ent­hält neben einem indi­vi­du­el­len Frei­heits­recht eine objek­ti­ve, das Ver­hält­nis von Wis­sen­schaft, For­schung und Leh­re zum Staat regeln­de, wert­ent­schei­den­de Grund­satz­norm. Der Staat muss danach für funk­ti­ons­fä­hi­ge Insti­tu­tio­nen eines frei­en uni­ver­si­tä­ren Wis­sen­schafts­be­triebs sor­gen und durch geeig­ne­te orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men sicher­stel­len, dass das indi­vi­du­el­le Grund­recht der frei­en wis­sen­schaft­li­chen Betä­ti­gung so weit unan­ge­tas­tet bleibt, wie das unter Berück­sich­ti­gung der ande­ren legi­ti­men Auf­ga­ben der Wis­sen­schafts­ein­rich­tun­gen und der Grund­rech­te der ver­schie­de­nen Betei­lig­ten mög­lich ist [17]. In einer wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tung der Uni­ver­si­täts­me­di­zin, die sowohl Auf­ga­ben der For­schung und Leh­re wie auch Auf­ga­ben der Kran­ken­ver­sor­gung erfüllt, hat der Gesetz­ge­ber neben dem Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG und dem für die Auf­ga­ben der Berufs­aus­bil­dung bedeut­sa­men Grund­recht des Art. 12 Abs. 1 GG [18] auch den Schutz der Gesund­heit nach Art. 2 Abs. 2 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG zu berück­sich­ti­gen [19], die eng mit­ein­an­der ver­zahnt sind.

Wis­sen­schaft ist ein grund­sätz­lich von Fremd­be­stim­mung frei­er Bereich auto­no­mer Ver­ant­wor­tung. Dem Frei­heits­recht liegt auch der Gedan­ke zu Grun­de, dass eine von gesell­schaft­li­chen Nütz­lich­keits- und poli­ti­schen Zweck­mä­ßig­keits­vor­stel­lun­gen freie Wis­sen­schaft die ihr zukom­men­den Auf­ga­ben am bes­ten erfül­len kann [20]. Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ver­pflich­tet daher den Staat zu Schutz und För­de­rung wis­sen­schaft­li­cher Betä­ti­gung und garan­tiert den in der Wis­sen­schaft Täti­gen zugleich eine Teil­ha­be am Wis­sen­schafts­be­trieb [21]; die­se Mit­wir­kung ist kein Selbst­zweck, son­dern dient dem Schutz vor wis­sen­schafts­i­nad­äqua­ten Ent­schei­dun­gen [22].

Wis­sen­schafts­frei­heit und der Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers[↑]

Der Gesetz­ge­ber ver­fügt über einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, um den Wis­sen­schafts­be­trieb mit Blick auf die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben von wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen und auf die Inter­es­sen aller dar­an Betei­lig­ten in Wahr­neh­mung sei­ner gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung zu regeln. Er ist nicht an über­kom­me­ne Model­le der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on gebun­den [23] und darf zur Ver­wirk­li­chung sei­ner hoch­schul­po­li­ti­schen Auf­fas­sun­gen [24] Anfor­de­run­gen an eine effi­zi­en­te Orga­ni­sa­ti­on, gute Haus­halts­füh­rung und kla­re Ver­ant­wor­tungs­zu­wei­sung unter­schied­lich gewich­ten. Die Siche­rung der Wis­sen­schafts­frei­heit durch orga­ni­sa­to­ri­sche Rege­lun­gen ver­langt aber, dass die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler durch ihre Ver­tre­tung in Hoch­schul­or­ga­nen Gefähr­dun­gen der Wis­sen­schafts­frei­heit abweh­ren und ihre fach­li­che Kom­pe­tenz zur Ver­wirk­li­chung der Wis­sen­schafts­frei­heit in die Orga­ni­sa­ti­on ein­brin­gen kön­nen. Der Gesetz­ge­ber muss für die Orga­ni­sa­ti­on der Wis­sen­schafts­frei­heit ein Gesamt­ge­fü­ge schaf­fen, in dem Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se und Mit­wir­kungs­rech­te, Ein­fluss­nah­me, Infor­ma­ti­on und Kon­trol­le so beschaf­fen sind, dass Gefah­ren für die Frei­heit von Leh­re und For­schung ver­mie­den wer­den [25]. Orga­ni­sa­ti­ons­nor­men sind dann mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG nicht ver­ein­bar, wenn durch sie ein Gesamt­ge­fü­ge geschaf­fen wird, das die freie wis­sen­schaft­li­che Betä­ti­gung und Auf­ga­ben­er­fül­lung struk­tu­rell gefähr­det [26].

Wis­sen­schafts­frei­heit und Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on[↑]

Die mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG garan­tier­te hin­rei­chen­de Mit­wir­kung von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern im wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge einer Hoch­schu­le erstreckt sich auf alle wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen. Dies sind nicht nur Ent­schei­dun­gen über kon­kre­te For­schungs­vor­ha­ben oder Lehr­an­ge­bo­te, son­dern auch über die Pla­nung der wei­te­ren Ent­wick­lung einer Ein­rich­tung und über die Ord­nun­gen, die für die eige­ne Orga­ni­sa­ti­on gel­ten sol­len [27]. Wis­sen­schafts­re­le­vant sind auch alle den Wis­sen­schafts­be­trieb prä­gen­den Ent­schei­dun­gen über die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur und den Haus­halt [28], denn das Grund­recht auf Wis­sen­schafts­frei­heit lie­fe leer, stün­den nicht auch die orga­ni­sa­to­ri­schen Rah­men­be­din­gun­gen und die Res­sour­cen zur Ver­fü­gung, die Vor­aus­set­zun­gen für die tat­säch­li­che Inan­spruch­nah­me die­ser Frei­heit sind [29]. Soweit die wis­sen­schaft­li­che Tätig­keit mit der Erfül­lung ande­rer Auf­ga­ben wie der der Kran­ken­ver­sor­gung untrenn­bar ver­zahnt ist [30], sind auch Ent­schei­dun­gen über die­se ande­ren Auf­ga­ben wis­sen­schafts­re­le­vant.

Der Gesetz­ge­ber darf ins­be­son­de­re die Art und Wei­se der Mit­wir­kung im wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge frei gestal­ten, solan­ge die wis­sen­schaft­lich Täti­gen an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen hin­rei­chend mit­wir­ken kön­nen [31]. Ange­le­gen­hei­ten, die der Selbst­be­stim­mung der Grund­rechts­trä­ger unter­lie­gen, dür­fen aller­dings ohne­hin weder Ver­tre­tungs­or­ga­nen noch Lei­tungs­or­ga­nen zur Ent­schei­dung zuge­wie­sen wer­den [32]. Ande­re wis­sen­schafts­re­le­van­te Ange­le­gen­hei­ten kann der Gesetz­ge­ber ange­mes­sen aus­ge­stal­te­ten Orga­nen zur Ent­schei­dung zuwei­sen. So kön­nen Ver­tre­tungs­or­ga­ne die ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Selbst­be­stim­mung auch der Orga­ni­sa­ti­on von Wis­sen­schaft sichern und vor wis­sen­schafts­ge­fähr­den­den Ent­schei­dun­gen schüt­zen, sofern sie plu­ra­lis­tisch zusam­men­ge­setzt sind und es so ermög­li­chen, die auch inner­halb der Wis­sen­schaft bestehen­den Unter­schie­de in die Orga­ni­sa­ti­on sach­ver­stän­dig ein­zu­brin­gen [33]. Klei­ne Lei­tungs­or­ga­ne sind dem­ge­gen­über auf straf­fe Ent­schei­dungs­fin­dung hin ange­legt und kön­nen in Distanz zu den ein­zel­nen Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern dyna­mi­scher agie­ren.

Aus der Bedeu­tung plu­ral zusam­men­ge­setz­ter Ver­tre­tungs­or­ga­ne für die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on der Wis­sen­schaft folgt kein grund­sätz­li­cher Vor­rang sol­cher Orga­ne gegen­über den Lei­tungs­or­ga­nen. Die Zuwei­sung von Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen an Lei­tungs­or­ga­ne darf jedoch nur in dem Maße erfol­gen, wie sie inhalt­lich begrenzt und orga­ni­sa­to­risch so abge­si­chert sind, dass eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schaft aus­schei­det [34]. Zum Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit kann es daher erfor­der­lich sein, den Grund­rechts­be­rech­tig­ten die Mög­lich­keit ein­zu­räu­men, ihre Auf­fas­sung mit Blick auf sol­che Ent­schei­dun­gen tat­säch­lich selbst durch­zu­set­zen, und sie nicht auf die Mög­lich­keit blo­ßer Stel­lung­nah­men zu ver­wei­sen [35]. Aus der Wis­sen­schafts­frei­heit ergibt sich dabei zwar kein Recht, die Per­so­nen zur Lei­tung einer wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tung aus­schließ­lich selbst zu bestim­men [36]. Doch ist das Recht eines plu­ral zusam­men­ge­setz­ten Ver­tre­tungs­or­gans zur Bestel­lung und auch zur Abbe­ru­fung von Lei­tungs­per­so­nen ein zen­tra­les und effek­ti­ves Ein­fluss- und Kon­troll­in­stru­ment der wis­sen­schaft­lich Täti­gen auf die Orga­ni­sa­ti­on. Je höher Aus­maß und Gewicht der den Lei­tungs­per­so­nen zuste­hen­den Befug­nis­se sind, des­to eher muss die Mög­lich­keit gege­ben sein, sich selbst­be­stimmt von die­sen zu tren­nen [37]. Je mehr, je grund­le­gen­der und je sub­stan­ti­el­ler wis­sen­schafts­re­le­van­te per­so­nel­le und sach­li­che Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se dem kol­le­gia­len Selbst­ver­wal­tungs­or­gan ent­zo­gen und einem Lei­tungs­or­gan zuge­wie­sen wer­den, des­to stär­ker muss im Gegen­zug die Mit­wir­kung des Selbst­ver­wal­tungs­or­gans an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung die­ses Lei­tungs­or­gans und an des­sen Ent­schei­dun­gen aus­ge­stal­tet sein. Der Gesetz­ge­ber muss die­sen Zusam­men­hang durch­gän­gig berück­sich­ti­gen.

Der orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­che Gewähr­leis­tungs­ge­halt des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG schützt vor der struk­tu­rel­len Gefähr­dung durch wis­sen­schafts­i­nad­äqua­te Ent­schei­dun­gen in der Orga­ni­sa­ti­on selbst und begrenzt die staat­li­che Auf­sicht. Der Gesetz­ge­ber muss ein hin­rei­chen­des Maß an Mit­wir­kung der wis­sen­schaft­lich Täti­gen an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen von Lei­tungs­or­ga­nen inner­halb der Orga­ni­sa­ti­on sichern. Zwar kann sich die staat­li­che Auf­sicht wis­sen­schaft­li­cher Ein­rich­tun­gen in Fra­gen all­ge­mei­ner Ver­wal­tung an Zweck­mä­ßig­keits­er­wä­gun­gen ori­en­tie­ren, in wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ange­le­gen­hei­ten ist sie aber begrenzt [38]. Zugleich hat der Staat hier eine durch weit­rei­chen­de Auf­sichts­rech­te zu rea­li­sie­ren­de Ver­ant­wor­tung für die Kran­ken­ver­sor­gung, die in der Hoch­schul­me­di­zin eng mit For­schung und Leh­re ver­zahnt ist. Ver­fas­sungs­recht­lich folgt hier­aus, dass das Grund­recht der medi­zi­ni­schen Hoch­schul­leh­ren­den aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG auf Wis­sen­schafts­frei­heit auch bei ihrer Tätig­keit in der Kran­ken­be­hand­lung und ‑ver­sor­gung nicht gänz­lich aus­ge­klam­mert wer­den darf. Der Gesetz­ge­ber muss einer­seits die­ses Grund­recht ach­ten, ande­rer­seits eine best­mög­li­che Kran­ken­ver­sor­gung gewähr­leis­ten, denn auch inso­weit gilt es, ver­fas­sungs­recht­lich in Art. 2 Abs. 2 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG aner­kann­te Rechts­gü­ter von gro­ßer Bedeu­tung zu schüt­zen [39]. Des­halb sind in der Kran­ken­ver­sor­gung Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se so aus­zu­ge­stal­ten, dass die selbst­be­stimm­te Grund­rechts­wahr­neh­mung und die wis­sen­schafts­ad­äqua­ter Orga­ni­sa­ti­on ent­spre­chen­den Mit­wir­kungs­rech­te der Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler soweit wie mög­lich erhal­ten blei­ben.

Wis­sen­schafts­frei­heit in der Hoch­schul­me­di­zin[↑]

Die zuläs­sig ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen des Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes zur Aus­ge­stal­tung der Lei­tung der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver als eigen­stän­di­ger medi­zi­ni­scher Hoch­schu­le genü­gen in ihrer Gesamt­heit nicht den sich aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG erge­ben­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen. Im hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge sind die in ihrer Wis­sen­schafts­frei­heit geschütz­ten Ange­hö­ri­gen der Hoch­schu­le über den Senat an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen im Ver­hält­nis zum Vor­stand nicht hin­rei­chend betei­ligt. Die Orga­ni­sa­ti­ons­an­for­de­run­gen aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gel­ten auch für medi­zi­ni­sche Fakul­tä­ten und Hoch­schu­len. Das der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver durch die ange­grif­fe­nen Vor­schrif­ten vor­ge­ge­be­ne orga­ni­sa­to­ri­sche Gesamt­ge­fü­ge aus Krea­ti­ons­rech­ten und Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen birgt ver­fas­sungs­wid­ri­ge struk­tu­rel­le Gefah­ren für die Frei­heit von Leh­re und For­schung, weil wei­chen­stel­len­de Ent­schei­dun­gen über deren Ent­wick­lung, Orga­ni­sa­ti­on und Res­sour­cen im Wesent­li­chen dem Gesamt­vor­stand zuge­wie­sen und dem Senat ent­zo­gen sind. Dies wird bei prä­gen­den wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen nicht durch Veto­rech­te des für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds oder durch Krea­ti­ons­rech­te des Senats kom­pen­siert.

Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG schützt die Frei­heit der Wis­sen­schaft auch in einer ver­selb­stän­dig­ten Hoch­schul­kli­nik. Daher erge­ben sich für eine Uni­ver­si­täts­me­di­zin, die wie im Fall der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver nach einem Inte­gra­ti­ons­mo­dell aus­ge­stal­tet ist und in der „zusätz­lich“ (§ 3 Abs. 5 Satz 1 NHG, § 1 Abs. 2 GO MHH) zur Wis­sen­schaft in erheb­li­chem Maße hoch­spe­zia­li­sier­te Auf­ga­ben der Kran­ken­ver­sor­gung wahr­ge­nom­men wer­den, aus der Ver­fas­sung Anfor­de­run­gen an die hin­rei­chen­de Mit­wir­kung der Grund­rechts­trä­ger an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen. Eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der hoch­schul­me­di­zi­ni­schen For­schung lässt sich im orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Gesamt­ge­fü­ge nicht unter Ver­weis auf den medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­auf­trag recht­fer­ti­gen, weil bei­de letzt­lich von­ein­an­der abhän­gig sind.

Der Senat im Gefü­ge der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on[↑]

Durch­grei­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken begeg­net im hier zu beur­tei­len­den orga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge, dass wei­chen­stel­len­de Ent­schei­dun­gen über die Ent­wick­lung, die Orga­ni­sa­ti­on und die Res­sour­cen für For­schung und Leh­re im Wesent­li­chen dem Gesamt­vor­stand zuge­wie­sen und dem Senat ent­zo­gen sind.

Ver­fas­sungs­recht­lich bestehen aller­dings gegen die Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers, die Lei­tung einer wis­sen­schaft­li­chen Hoch­schu­le auf einen drei­köp­fi­gen Vor­stand zu über­tra­gen, im Aus­gangs­punkt kei­ne Beden­ken. Das Grund­ge­setz ent­hält kei­ne hoch­schul­po­li­ti­sche Vor­ga­be für ein bestimm­tes Lei­tungs­mo­dell. Daher ist es ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich, in einer medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le selbst wis­sen­schafts­re­le­van­te Ent­schei­dun­gen nicht allein dem Senat oder nur dem – hier durch die Bestel­lungs- und Abbe­ru­fungs­vor­schrif­ten enger an der Senat gebun­de­nen – für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Mit­glied des Vor­stands zu über­ant­wor­ten, son­dern die für den Haus­halt und auch für die Kran­ken­ver­sor­gung zustän­di­gen Mit­glie­der des Vor­stands an sol­chen Ent­schei­dun­gen zu betei­li­gen. Soweit sich aus der Ver­fas­sung ein Mit­wir­kungs­recht zum Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit an Ent­schei­dun­gen zum Haus­halt und zur Kran­ken­ver­sor­gung ergibt, erlaubt die Ver­fas­sung umge­kehrt auch, in der Aus­ge­stal­tung von Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen die wei­te­ren in der wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tung zu über­neh­men­den Auf­ga­ben mit dem Ziel des Aus­gleichs [40] im Sin­ne prak­ti­scher Kon­kor­danz aller grund­recht­lich geschütz­ten Belan­ge zu berück­sich­ti­gen [41].

Auch das Nie­der­säch­si­sche Hoch­schul­ge­setz erkennt in der Aus­ge­stal­tung der Wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on an, dass die Frei­heit der medi­zi­ni­schen For­schung nicht zuletzt vor den erheb­li­chen Gefähr­dungs­po­ten­zia­len geschützt wer­den muss, die aus gesund­heits­po­li­ti­schen und öko­no­mi­schen – und damit nicht an die Eigen­ge­setz­lich­kei­ten von For­schung und Leh­re gebun­de­nen, son­dern mit ihnen auch in Kon­flikt ste­hen­den – Vor­ga­ben für die Kran­ken­ver­sor­gung resul­tie­ren [42]. Dem­entspre­chend wur­den mit dem Ände­rungs­ge­setz zum Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­ge­setz vom 11.12 2013 Mit­wir­kungs­rech­te zuguns­ten des Senats nor­miert; das für For­schung und Leh­re zustän­di­ge Vor­stands­mit­glied hat gegen­über Ent­schei­dun­gen inner­halb des Vor­stands nach § 63f Abs. 1 Satz 3 NHG eige­ne Veto­po­si­tio­nen erhal­ten, um For­schung und Leh­re davor zu schüt­zen, der Auf­ga­be und den Anfor­de­run­gen der Kran­ken­ver­sor­gung ohne Wei­te­res unter­ge­ord­net zu wer­den.

Es stößt auch nicht auf ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken, den Beschluss über den Ent­wick­lungs­plan nach § 63e Abs. 2 Nr. 2 NHG dem Vor­stand zu über­ant­wor­ten. Denn in § 41 Abs. 2 Satz 1 in Ver­bin­dung mit § 63e Abs. 2 Nr. 1 NHG ist dem Senat die Befug­nis zur Ent­schei­dung über die Grund­zü­ge der Ent­wick­lungs­pla­nung zuge­wie­sen; der Gesetz­ge­ber belässt damit die Wei­chen­stel­lung für die Gesamt­or­ga­ni­sa­ti­on in der Hand des aka­de­mi­schen Ver­tre­tungs­or­gans. Der Beschluss des Vor­stands ist, was die Lan­des­re­gie­rung bestä­tigt hat, an die­sen Beschluss des Senats auch gebun­den [43]. Es ist in einer medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le ver­fas­sungs­recht­lich zudem unbe­denk­lich, dass der Vor­stand nach § 63e Abs. 2 Nr. 1 NHG zum Beschluss des Senats über die Grund­zü­ge der Ent­wick­lungs­pla­nung sein Ein­ver­neh­men erklä­ren muss und dar­an auch die für den Haus­halt und die Kran­ken­ver­sor­gung zustän­di­gen Mit­glie­der des Gesamt­vor­stands betei­ligt sind, um alle in der Hoch­schul­me­di­zin zu berück­sich­ti­gen­den Rechts­gü­ter zum Aus­gleich zu brin­gen. Zudem hat das für For­schung und Leh­re zustän­di­ge Mit­glied des Vor­stands bei der Beschluss­fas­sung über den Ent­wick­lungs­plan nach § 63e Abs. 2 Nr. 2 NHG nach § 63f Abs. 1 Satz 3 NHG ein Veto­recht, falls die res­sort­spe­zi­fi­schen Belan­ge berührt sind.

Im vor­lie­gen­den Fall erge­ben sich ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken jedoch dar­aus, dass an der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver seit 2005 tat­säch­lich kei­ne Ent­wick­lungs­pla­nung erfolgt ist, son­dern grund­le­gen­de Fra­gen nur im Rah­men der mit dem für die Hoch­schu­len zustän­di­gen Minis­te­ri­um zu tref­fen­den Ziel­ver­ein­ba­rung ent­schie­den wer­den (vgl. § 1 Abs. 3 NHG). Die Befug­nis zum Abschluss einer Ziel­ver­ein­ba­rung ist nach § 63e Abs. 2 Nr. 4 NHG dem Vor­stand zuge­wie­sen; der Senat hat nach § 63e Abs. 2 Nr. 4 in Ver­bin­dung mit Abs. 3 Satz 2 NHG inso­weit nur die Mög­lich­keit zur Stel­lung­nah­me. Damit ist eine hin­rei­chen­de Mit­wir­kung an grund­le­gen­den wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen tat­säch­lich nicht gege­ben. Ob dies grund­sätz­lich mit den Anfor­de­run­gen des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ver­ein­bar ist [44], ist in die­sem Ver­fah­ren nicht zu ent­schei­den, da der Beschwer­de­füh­rer § 63e Abs. 2 Nr. 4 NHG nicht ange­grif­fen hat. Die Gesamt­re­ge­lung ist jedoch inso­fern defi­zi­tär, als sie offen­sicht­lich ermög­licht, Gestal­tungs­rech­te des Senats in der Ent­wick­lungs­pla­nung zu unter­lau­fen. Es liegt im Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers, wie er die Mit­wir­kungs­rech­te des Senats an Ziel­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Hoch­schu­le und Staat aus­ge­stal­tet. Er kann sein Ein­ver­neh­men vor­se­hen oder aber die Ziel­ver­ein­ba­run­gen in ihrem wis­sen­schafts­re­le­van­ten Teil zwin­gend an eine vom Senat zu beschlie­ßen­de Ent­wick­lungs­pla­nung bin­den (vgl. § 1 Abs. 3 Satz 1 und 2 NHG). In jedem Fall muss jedoch sicher­ge­stellt sein, dass der Senat die Befug­nis zur Ent­schei­dung über die oder maß­geb­li­che Ent­schei­dungs­teil­ha­be an der Ent­wick­lungs­pla­nung tat­säch­lich nut­zen kann; hier­zu gehört, dass er dazu gege­be­nen­falls erfor­der­li­che vor­be­rei­ten­de Hand­lun­gen des Vor­stands not­falls auch gericht­lich erzwin­gen kann. Inso­weit könn­te das Feh­len der hier ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Mit­wir­kung von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern auch nicht durch deren Ein­fluss auf die Bestel­lung und Abbe­ru­fung des Lei­tungs­or­gans [45] kom­pen­siert wer­den.

Die Aus­ge­stal­tung der Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se stößt im hier nor­mier­ten Gesamt­ge­fü­ge auf durch­grei­fen­de Beden­ken, weil § 63e Abs. 2 Nr. 3 NHG die Ent­schei­dun­gen über die Orga­ni­sa­ti­on der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver dem Vor­stand zuweist, in dem die Mit­glie­der für For­schung und Leh­re und für Haus­halt jeweils Veto­rech­te haben, aber eine aus­schlag­ge­ben­de Betei­li­gung des Senats mit sei­nem gefä­cher­ten Sach­ver­stand an der Ent­schei­dung nicht vor­sieht. Der Vor­stand muss sich mit die­sem ledig­lich ins Beneh­men set­zen. Das Nie­der­säch­si­sche Hoch­schul­ge­setz begrenzt damit im Gesamt­ge­fü­ge, auch unter Berück­sich­ti­gung der Bestel­lung und Abbe­ru­fung des Vor­stands, die Mit­wir­kung des Senats an der Ent­schei­dung über die Orga­ni­sa­ti­on als Wei­chen­stel­lung auch für die Wis­sen­schaft [27] aus­drück­lich in einer Wei­se, die mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG nicht ver­ein­bar ist. Eine Aus­le­gung der Vor­schrift, wonach das Beneh­men als Ein­ver­neh­men ver­stan­den wer­den könn­te, ent­spricht nicht dem Wil­len des Gesetz­ge­bers.

Eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit kann aus den nicht hin­rei­chen­den Mit­wir­kungs­be­fug­nis­sen des Senats an den Ent­schei­dun­gen des Vor­stands über den Wirt­schafts­plan (§ 63e Abs. 2 Nr. 5 NHG) und die Auf­tei­lung der Sach, Inves­ti­ti­ons- und Per­so­nal­bud­gets auf die Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten (§ 63e Abs. 2 Nr. 10 NHG) sowie über die Bereit­stel­lung von Mit­teln für zen­tra­le Lehr- und For­schungs­fonds (§ 63e Abs. 2 Nr. 11 NHG) resul­tie­ren, da die damit begrün­de­ten Ein­fluss­de­fi­zi­te des Senats vor­lie­gend nicht ander­wei­tig kom­pen­siert sind.

Grund­le­gen­de öko­no­mi­sche Ent­schei­dun­gen wie die­je­ni­ge über den Wirt­schafts­plan einer Hoch­schu­le sind nicht etwa wis­sen­schafts­fern, son­dern ange­sichts der Ange­wie­sen­heit von For­schung und Leh­re auf die Aus­stat­tung mit Res­sour­cen wis­sen­schafts­re­le­vant. Haus­halts- und Bud­get­ent­schei­dun­gen müs­sen die ver­fas­sungs­recht­lich in Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG garan­tier­ten Anfor­de­run­gen an den Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit hin­rei­chend beach­ten. Den­noch hat der Gesetz­ge­ber bei der Ent­schei­dung über den Wirt­schafts­plan neben dem Veto­recht des Vor­stands­mit­glieds für Wirt­schafts­füh­rung und Admi­nis­tra­ti­on kein Veto­recht zuguns­ten des Vor­stands für For­schung und Leh­re vor­ge­se­hen.

Im Rah­men sei­nes Gestal­tungs­spiel­raums ist der Gesetz­ge­ber zwar nicht gezwun­gen, die Wis­sen­schafts­frei­heit allein durch die Aus­ge­stal­tung von Mit­wir­kungs­rech­ten zu sichern. Er kann auch auf gesetz­li­che Vor­ga­ben zur Mit­tel­ver­wen­dung zurück­grei­fen [46]. In Nie­der­sach­sen feh­len jedoch haus­halts­recht­li­che Rege­lun­gen, die zum Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit bei­tra­gen könn­ten, indem sie bei­spiels­wei­se den Gefah­ren der inter­nen Quer­sub­ven­tio­nie­rung der Kran­ken­ver­sor­gung aus Mit­teln für For­schung und Leh­re mit Hil­fe einer ver­bind­li­chen Tren­nungs­rech­nung zu begeg­nen suchen. Die Rechen­schafts­pflicht des Vor­stands nach § 41 Abs. 2 Satz 3 und 4 NHG, § 5 Abs. 5 GO MHH genügt für sich genom­men nicht, um das Feh­len eines auch auf Mit­ge­stal­tung gerich­te­ten Teil­ha­be­rechts zu kom­pen­sie­ren.

Soweit die Befug­nis über die Auf­tei­lung der Bud­gets nach § 63e Abs. 2 Nr. 10 NHG die ope­ra­ti­ve Umset­zung der Vor­ga­ben des Wirt­schafts­plans umfasst, stößt eine Zuwei­sung an den Vor­stand nicht auf ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken, da die beson­de­ren Belan­ge der Wis­sen­schaft durch das im Jah­re 2013 ein­ge­füg­te Veto­recht des für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds gesi­chert wer­den. Sind mit der Bud­ge­t­auf­tei­lung aller­dings tief­grei­fen­de wis­sen­schafts­re­le­van­te Ent­schei­dun­gen ver­bun­den, dürf­ten sie hier nicht ohne Mit­wir­kung des Senats als dem von gefä­cher­tem wis­sen­schaft­li­chen Sach­ver­stand gepräg­ten Ver­tre­tungs­or­gan getrof­fen wer­den, deren Feh­len sich auch nicht durch eine Veto­po­si­ti­on im Vor­stand kom­pen­sie­ren lässt. Es liegt im Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers, das Gesamt­ge­fü­ge zur Siche­rung der Wis­sen­schafts­frei­heit selbst zu bestim­men.

Die wis­sen­schafts­re­le­van­te Befug­nis zur Bereit­stel­lung von Mit­teln für zen­tra­le Fonds für die Leh­re und für die For­schung ist vom Gesetz­ge­ber als Ent­schei­dung über die Auf­tei­lung des Gesamt­bud­gets der Hoch­schu­le kon­zi­piert. Der Gesetz­ge­ber hat die­se Befug­nis dem Vor­stand zuge­wie­sen, wobei den für For­schung und Leh­re bezie­hungs­wei­se für den Haus­halt zustän­di­gen Vor­stands­mit­glie­dern jeweils Veto­rech­te zuste­hen. Es stößt ange­sichts des orga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ges jedoch auf ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken, dass der Senat nach den ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen an die­ser Ent­schei­dung über­haupt nicht betei­ligt ist. In einem orga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge, in der die Wis­sen­schafts­frei­heit hin­rei­chend geschützt ist, kann dies den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen zwar genü­gen, wenn bei­spiels­wei­se der Umfang der Mit­tel begrenzt ist. Zudem lässt sich eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit ver­mei­den, wenn die­se Ent­schei­dung an einen unter Mit­wir­kung des Senats erstell­ten Wirt­schafts­plan gebun­den wird und eine Abwei­chung von die­ser Bin­dung kon­trol­liert und kor­ri­giert wer­den kann. All dies ist vor­lie­gend jedoch nicht der Fall.

Die Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se des Hoch­schul-Vor­stands[↑]

Die mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen über die Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se des für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds sto­ßen in der hier gewähl­ten Aus­ge­stal­tung auf durch­grei­fen­de Beden­ken. Zwar trägt es zum Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit bei, wenn in einem mehr­köp­fi­gen Vor­stand eines Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums eine eige­ne Zustän­dig­keit für Ange­le­gen­hei­ten von For­schung und Leh­re geschaf­fen wird, sofern der Senat auf die Beru­fung und Abbe­stel­lung die­ses Vor­stands­mit­glieds wesent­li­chen Ein­fluss hat. Zudem ent­spricht es der Bedeu­tung der in Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG garan­tier­ten Wis­sen­schafts­frei­heit, wenn die­ses Mit­glied des Vor­stands in einer medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le zugleich die her­aus­ge­ho­be­ne Funk­ti­on des Prä­si­den­ten oder der Prä­si­den­tin der Hoch­schu­le hat. Die Zuwei­sung wis­sen­schafts­re­le­van­ter Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se an eine Lei­tungs­per­son, die enger an die Wis­sen­schaft­ler und Wis­sen­schaft­le­rin­nen der Hoch­schu­le rück­ge­bun­den ist, kann die Mit­wir­kung eines Ver­tre­tungs­or­gans der aka­de­mi­schen Selbst­ver­wal­tung an der­ar­ti­gen Ent­schei­dun­gen aller­dings nicht voll­stän­dig erset­zen.

Die Zuwei­sung von Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen über die Orga­ni­sa­ti­on und Wei­ter­ent­wick­lung von For­schung und Leh­re nach § 63e Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 NHG an das zustän­di­ge Mit­glied des Vor­stands hält im hier maß­geb­li­chen Gesamt­ge­fü­ge einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung nicht stand. Es han­delt sich dabei nicht ledig­lich um eine Auf­ga­ben­zu­wei­sung zur Koor­di­nie­rung, son­dern nach der Kon­zep­ti­on des Geset­zes um ech­te Gestal­tungs­be­fug­nis­se. Das ver­deut­licht ins­be­son­de­re § 63e Abs. 4 Satz 2 NHG, wonach über die Bil­dung von Schwer­punk­ten ent­schie­den wer­den kann. An die­sen sogar im Kern wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen ist der Senat nur bei grund­sätz­li­cher Bedeu­tung und allein im Wege des Beneh­mens betei­ligt. Damit hat der Gesetz­ge­ber die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen nicht hin­rei­chend beach­tet, wonach einem – selbst nach den hier gel­ten­den Vor­schrif­ten bestell- und abbe­ruf­ba­ren – Vor­stand nur Ent­schei­dun­gen zuge­wie­sen wer­den dür­fen, die nicht selbst­be­stimmt getrof­fen wer­den müs­sen [47]. Zudem dürf­te der Gesetz­ge­ber zum orga­ni­sa­to­ri­schen Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit vor Gefähr­dun­gen im Regel­fall gehal­ten sein, gera­de bei den Wei­chen­stel­lun­gen, die For­schung und Leh­re unmit­tel­bar betref­fen, ein Ein­ver­neh­men mit dem Ver­tre­tungs­or­gan aka­de­mi­scher Selbst­ver­wal­tung zu for­dern.

Des­glei­chen ist jeden­falls im vor­lie­gen­den Gesamt­ge­fü­ge die Ent­schei­dungs­be­fug­nis über die Auf­tei­lung der Mit­tel für For­schung und Leh­re nach § 63e Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 und 4 NHG zu bean­stan­den. Auch hier ent­schei­det das Vor­stands­mit­glied ledig­lich im Beneh­men mit dem Senat und unter­liegt, soweit ersicht­lich, kei­nen wei­te­ren nor­ma­ti­ven Vor­ga­ben (anders als bei­spiels­wei­se in Ham­burg, wo die Grund­sät­ze für die Aus­stat­tung und die Mit­tel­ver­tei­lung vom Hoch­schul­rat beschlos­sen wer­den, § 84 Abs. 1 Nr. 5 HmbHG [48]). Die im Ein­ver­neh­men mit dem Senat ein­ge­setz­te For­schungs­de­ka­nin und die For­schungs­kom­mis­si­on, deren Mit­glie­der alle zwei Jah­re vom Senat gewählt wer­den, bewer­tet zwar inter­ne För­der­an­trä­ge, doch ist mit § 10 GO MHH nicht gesi­chert, dass so unter Mit­wir­kung der Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler über die Mit­tel­ver­tei­lung ent­schie­den wird.

Struk­tu­rel­le Gefah­ren für die Wis­sen­schafts­frei­heit[↑]

Die für die Wis­sen­schafts­frei­heit struk­tu­rell bestehen­den Gefah­ren wer­den im hier maß­geb­li­chen Gesamt­ge­fü­ge nicht durch die Rege­lun­gen über die Fin­dung, Bestel­lung, Neu­be­stel­lung und Ent­las­sung des Vor­stands kom­pen­siert. Der Senat hat ins­be­son­de­re kei­ne Mög­lich­keit, sich selbst­be­stimmt von einem Lei­tungs­or­gan zu tren­nen, das von ihm nicht mehr akzep­tiert wird. Das wiegt jeden­falls dann schwer, wenn dem Senat, wie hier, kei­ne Kon­troll- und Infor­ma­ti­ons­rech­te und ins­be­son­de­re kei­ne ande­ren Ein­fluss­be­fug­nis­se in Gestalt von Veto­rech­ten zuste­hen, so dass das Feh­len einer Befug­nis zur Abwahl eine wirk­sa­me Kon­trol­le des Vor­stands durch den Senat fak­tisch unmög­lich macht [49].

Der mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­ne § 63c Abs. 3 NHG zur Bestel­lung der Mit­glie­der des Vor­stands stößt in einem Gesamt­ge­fü­ge, in dem der Gesetz­ge­ber die­ses Lei­tungs­or­gan einer­seits mit weit­rei­chen­den Befug­nis­sen aus­stat­tet, ande­rer­seits aber den Senat als aka­de­mi­sches Ver­tre­tungs­or­gan nicht durch­ge­hend zur Mit­wir­kung berech­tigt, jeden­falls teil­wei­se auf durch­grei­fen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken.

Dem aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG resul­tie­ren­den Schutz vor wis­sen­schafts­i­nad­äqua­ten Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren ist aller­dings durch die mit der Ände­rung des § 63c Abs. 3 Satz 1 NHG nun­mehr aus­schlag­ge­ben­de Mit­wir­kung des die Per­spek­ti­ven der wis­sen­schaft­lich täti­gen Ange­hö­ri­gen der Hoch­schu­le abbil­den­den Ver­tre­tungs­or­gans inso­fern Rech­nung getra­gen, als es nun bei der Bestel­lung des für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds das allei­ni­ge Vor­schlags­recht hat.

Kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Ein­wän­de erge­ben sich gegen die Vor­schrif­ten über die Bestel­lung des für die Kran­ken­ver­sor­gung zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds. Zwar sind in der Hoch­schul­me­di­zin For­schung und Leh­re und Kran­ken­ver­sor­gung eng mit­ein­an­der ver­zahnt. Auch hat das Vor­stands­mit­glied für die Kran­ken­ver­sor­gung erheb­li­che wis­sen­schafts­re­le­van­te Mit­ent­schei­dungs­be­fug­nis­se, da Ent­schei­dun­gen unter ande­rem über die Ent­wick­lungs­pla­nung, die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, die Ziel­ver­ein­ba­rung, den Wirt­schafts­plan, die Bud­ge­t­auf­tei­lung und den Lehr- und For­schungs­fonds im Vor­stand gemein­sam getrof­fen wer­den (§ 63e Abs. 2 Nr. 2, 3, 4, 5, 10, 11, § 63f Abs. 1 Satz 1 NHG). Doch liegt es im Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers, die Bestel­lun­gen die­ses Vor­stands­mit­glieds an das Vor­schlags­recht eines exter­nen Gre­mi­ums wie den in Nie­der­sach­sen mehr­heit­lich extern besetz­ten Hoch­schul­rat (§ 52 NHG) zu bin­den. Den wis­sen­schaft­li­chen Belan­gen trägt der Gesetz­ge­ber zumin­dest seit 2013 in ver­tret­ba­rer Wei­se Rech­nung, inso­weit er dem Senat das Recht zur Stel­lung­nah­me zu die­ser Bestel­lung ein­räumt.

Die Aus­ge­stal­tung der Krea­ti­on des Lei­tungs­or­gans der Hoch­schu­le stößt bei der der­zei­ti­gen Aus­ge­stal­tung der Befug­nis­se des Vor­stands inso­fern auf ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken, als das für Wirt­schafts­füh­rung und Admi­nis­tra­ti­on zustän­di­ge Vor­stands­mit­glied ohne hin­rei­chen­de Mit­wir­kung des Senats auf Vor­schlag des exter­nen Hoch­schul­rats im Ein­ver­neh­men mit dem für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Vor­stands­mit­glied bestellt wird. Nach dem vom nie­der­säch­si­schen Gesetz­ge­ber gewähl­ten drei­köp­fi­gen Vor­stands­mo­dell mit eige­nen Res­sorts ist die­ses Vor­stands­mit­glied sowohl der Kran­ken­ver­sor­gung wie auch der Wis­sen­schaft ver­pflich­tet. Der Senat kann zu der Bestel­lung auch nach der 2013 neu gefass­ten Rege­lung nur Stel­lung neh­men. Anders als die Kran­ken­ver­sor­gung han­delt es sich jedoch bei den Haus­halts­an­ge­le­gen­hei­ten nicht um eine Auf­ga­be, die in den prä­gen­den Berei­chen gänz­lich ande­ren, wis­sen­schafts­frem­den Eigen­ge­setz­lich­kei­ten unter­liegt. Viel­mehr sind Haus­halts­ent­schei­dun­gen in der Sache regel­mä­ßig auch Ent­schei­dun­gen über die tat­säch­li­che Mög­lich­keit, medi­zi­ni­sche For­schung und Leh­re zu betrei­ben. Auch hat der nie­der­säch­si­sche Gesetz­ge­ber dem für den Haus­halt zustän­di­gen Vor­stands­mit­glied erheb­li­che Mit­wir­kungs­be­fug­nis­se an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen zuge­wie­sen, die über die des für Kran­ken­ver­sor­gung zustän­di­gen Mit­glieds hin­aus­ge­hen, weil ihm bei der Ent­schei­dung über die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, den Wirt­schafts­plan und die Lehr- und For­schungs­fonds eige­ne Veto­rech­te zukom­men (§ 63f Abs. 1 Satz 4 NHG). Die­sen steht nur bei der Bereit­stel­lung von Mit­teln für einen Lehr- und einen For­schungs­fonds (§ 63e Abs. 2 Nr. 11 NHG) ein gegen­läu­fi­ges Veto­recht des für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Mit­glieds des Vor­stands gegen­über.

Die zum Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit erfor­der­li­che Mit­wir­kung eines Ver­tre­tungs­or­gans bei der Krea­ti­on einer wie hier star­ken Hoch­schul­lei­tung darf nicht dadurch in Fra­ge gestellt sein, dass dem Staat die Mög­lich­keit ver­bleibt, die Bestel­lung nach § 63c Abs. 1 Satz 1 und 2 NHG belie­big nach Maß­stä­ben einer eige­nen Per­so­nal­po­li­tik zu ver­sa­gen. Zwar neh­men die Hoch­schu­len nicht nur Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­ben, son­dern auch staat­li­che Auf­ga­ben wahr. Daher darf die Beset­zung der Lei­tung als Kon­do­mi­ni­al­an­ge­le­gen­heit von Staat und Hoch­schu­le aus­ge­stal­tet [50], aber auch als Ange­le­gen­heit der Selbst­ver­wal­tung allein dem Ver­tre­tungs­or­gan der Hoch­schu­le zuge­wie­sen wer­den (vgl. § 39 Abs. 2 Hes­si­sches Hoch­schul­ge­setz, § 63 Abs. 2 Satz 1 Bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz, § 80 Abs. 1 Satz 1 Ham­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz). Jeden­falls dür­fen die Mit­wir­kungs­rech­te der Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler selbst weder durch staat­li­che Befug­nis­se noch durch Befug­nis­se eines mehr­heit­lich extern besetz­ten Hoch­schul­rats ent­wer­tet wer­den. Dem­entspre­chend ist auch das in § 63c Abs. 1 Satz 1 und 2 NHG gere­gel­te Bestel­lungs­recht so zu ver­ste­hen, dass dem Staat hier kein frei­es poli­ti­sches Ermes­sen zusteht. Die Bestel­lung des für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds darf nur ver­sagt wer­den, wenn recht­lich trag­fä­hi­ge Grün­de vor­lie­gen, die also von einem die Wis­sen­schaft als Bereich auto­no­mer Ver­ant­wor­tung ach­ten­den, ent­spre­chend gewich­ti­gen öffent­li­chen Inter­es­se getra­gen sein müs­sen.

Durch­grei­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken begeg­net es, der Bestel­lung einer wie hier mit weit­rei­chen­den Befug­nis­sen aus­ge­stat­te­ten Hoch­schul­lei­tung ein Fin­dungs­ver­fah­ren vor­zu­schal­ten, in dem – anders als nach dem für sons­ti­ge Hoch­schu­len gel­ten­den § 38 Abs. 2 Satz 2 NHG – eine Mit­wir­kung der Wis­sen­schaft­ler und Wis­sen­schaft­le­rin­nen nicht hin­rei­chend gesi­chert ist. Dem Fin­dungs­ver­fah­ren, das der Gesetz­ge­ber mit § 63c Abs. 2 Satz 1 NHG zwin­gend vor­schal­tet, da er anders als in § 38 Abs. 2 Satz 4 NHG kei­ne Emp­feh­lung nor­miert hat, kommt nach der Kon­zep­ti­on des Gesetz­ge­bers für die Bestel­lung der Vor­stands­mit­glie­der ent­schei­den­de Bedeu­tung zu. Zwar muss dem Vor­schlag einer Fin­dungs­kom­mis­si­on nicht gefolgt wer­den, doch kann die Fin­dungs­kom­mis­si­on ent­schei­dend fil­tern, wer über­haupt als Vor­stands­mit­glied in Betracht gezo­gen wird. Inso­fern gel­ten die Mit­wir­kungs­an­for­de­run­gen zum Schutz der Wis­sen­schafts­frei­heit, die hier an die Bestel­lung von Vor­stands­mit­glie­dern zu rich­ten sind, auch für die Aus­ge­stal­tung des Fin­dungs­ver­fah­rens. Die Mit­wir­kung des Ver­tre­tungs­or­gans an der Fin­dung von Vor­stands­mit­glie­dern muss im hier zu beur­tei­len­den Gesamt­ge­fü­ge gewich­tig sein, um Gefähr­dun­gen der Wis­sen­schafts­frei­heit aus­zu­schlie­ßen, weil dem Vor­stand umfang­rei­che und sub­stan­zi­el­le wis­sen­schafts­re­le­van­te Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se zuge­wie­sen sind und er nur begrenzt wei­te­ren Kon­troll­me­cha­nis­men – durch nor­ma­ti­ve Bin­dun­gen oder durch Ein­wir­kungs­rech­te – unter­liegt.

Die Rege­lung des § 63c Abs. 2 Satz 1 NHG erweist sich im Gesamt­ge­fü­ge inso­weit als defi­zi­tär, als dem Senat als Ver­tre­tungs­or­gan aka­de­mi­scher Selbst­ver­wal­tung bei der Fin­dung des Vor­stands­mit­glieds für For­schung und Leh­re ein aus­schlag­ge­ben­der Ein­fluss fehlt. Der Gesetz­ge­ber muss sicher­stel­len, dass gera­de für das Wis­sen­schafts­res­sort in einem mehr­köp­fi­gen Vor­stand kei­ne Per­son vor­ge­schla­gen wer­den kann, die nicht das Ver­trau­en der Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler genießt.

Die Aus­ge­stal­tung der Fin­dung eines Vor­stands­mit­glieds mit der Zustän­dig­keit für die Kran­ken­ver­sor­gung unter­liegt zwar nicht den­sel­ben Mit­wir­kungs­an­for­de­run­gen wie die Fin­dung des Vor­stands­mit­glieds für For­schung und Leh­re. Jedoch sind bei­de Auf­ga­ben­ge­bie­te mit­ein­an­der ver­zahnt und im Vor­stands­mo­dell auch Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se mit­ein­an­der ver­bun­den, wes­halb eine Fin­dung ohne jeg­li­che Mit­wir­kung des Senats als dem Ver­tre­tungs­or­gan der Grund­rechts­trä­ger eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit dar­stellt.

Ein Fin­dungs­ver­fah­ren hin­sicht­lich des für den Haus­halt der Hoch­schu­le zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds muss eben­falls sicher­stel­len, dass die Belan­ge der Wis­sen­schaft hin­rei­chend gewich­tig zum Tra­gen kom­men. Dar­aus folgt die Auf­ga­be für den Gesetz­ge­ber, eine Mit­wir­kung des Ver­tre­tungs­or­gans an der Fin­dung ent­spre­chend aus­zu­ge­stal­ten. Die Rege­lung des Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­ge­set­zes, wonach bei die­sem Vor­stands­mit­glied zwei von elf stimm­be­rech­tig­ten Mit­glie­dern der Fin­dungs­kom­mis­si­on durch den Senat bestimmt wer­den, erscheint ange­sichts der gewich­ti­gen Befug­nis­se des Vor­stands daher als nicht hin­rei­chend.

Auch die Rege­lun­gen zur Neu­be­stel­lung einer Hoch­schul­lei­tung unter­lie­gen im Aus­gangs­punkt den­sel­ben Anfor­de­run­gen an die Mit­wir­kung des Ver­tre­tungs­or­gans und damit an die Legi­ti­ma­ti­on durch die Grund­rechts­trä­ger, die auch an die Bestel­lung und die Fin­dung zu stel­len sind. Aller­dings darf der Gesetz­ge­ber hier berück­sich­ti­gen, ob an der erst­ma­li­gen Bestel­lung das Ver­tre­tungs­or­gan aka­de­mi­scher Selbst­ver­wal­tung mit­ge­wirkt hat.

Die Rege­lung in § 63c Abs. 4 Satz 1 NHG, die das Vor­schlags­recht zur Neu­be­stel­lung des für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Mit­glieds dem Senat zuweist, dann eine Stel­lung­nah­me des Hoch­schul­rats und schließ­lich die Bestel­lung durch das Fach­mi­nis­te­ri­um vor­sieht, ist dann ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich, wenn der Senat an Fin­dung und Bestel­lung ent­spre­chend mit­ge­wirkt hat.

Ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich ist auch die Aus­ge­stal­tung der Neu­be­stel­lung für das Vor­stands­mit­glied für die Kran­ken­ver­sor­gung, das auf Vor­schlag des Vor­stands im Ein­ver­neh­men mit dem Hoch­schul­rat und einer Stel­lung­nah­me des Senats erneut bestellt wer­den kann (§ 63c Abs. 4 Satz 2 NHG). Die gering aus­ge­präg­te Mit­wir­kung des Senats recht­fer­tigt sich aus der anders gear­te­ten Auf­ga­ben­stel­lung die­ses Vor­stands­mit­glieds.

Eine struk­tu­rel­le Gefähr­dung der Wis­sen­schafts­frei­heit ist aller­dings nicht aus­ge­schlos­sen, wenn der Gesetz­ge­ber die Mit­wir­kung des Ver­tre­tungs­or­gans bei der Neu­be­stel­lung des für Haus­halt zustän­di­gen Vor­stands­mit­glieds auf die zurück­ge­nom­me­ne Mög­lich­keit der Stel­lung­nah­me beschränkt (§ 63c Abs. 4 Satz 2 NHG).

Im Gesamt­ge­fü­ge der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­tio­nen kommt der Mög­lich­keit des Ver­tre­tungs­or­gans, sich von einem Lei­tungs­or­gan zu tren­nen, umso grö­ße­re Bedeu­tung zu, je mehr Befug­nis­se die­sem zuge­wie­sen und dem Ver­tre­tungs­or­gan ent­zo­gen sind [37].

Ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich ist es, wenn der Gesetz­ge­ber hier auch die Per­spek­ti­ve extern besetz­ter Orga­ne, also hier die­je­ni­ge des Hoch­schul­rats, zur Gel­tung kom­men lässt (§ 63c Abs. 5 Satz 2 und 3 NHG), solan­ge die­ser dem Ver­tre­tungs­or­gan aka­de­mi­scher Selbst­ver­wal­tung sein Mit­wir­kungs­recht nicht aus der Hand neh­men kann (§ 63c Abs. 5 Satz 4 NHG).

Ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich ist auch, wenn der Staat eine der­art schwer­wie­gen­de Ent­schei­dung wie die Ent­las­sung eines Vor­stands- oder Prä­si­di­ums­mit­glieds noch­mals bestä­ti­gen muss. Soweit es sich jedoch um Vor­stands­mit­glie­der han­delt, denen wis­sen­schafts­re­le­van­te Befug­nis­se zukom­men, darf ein sol­ches Auf­sichts­recht des Staa­tes die Selbst­be­stim­mungs­rech­te der Grund­rechts­trä­ger nicht kon­ter­ka­rie­ren. Daher stößt es nicht auf Beden­ken, wenn § 63c Abs. 5 Satz 1 NHG vor­gibt, dass das Fach­mi­nis­te­ri­um das für For­schung und Leh­re zustän­di­ge Vor­stands­mit­glied auf Vor­schlag des Senats ent­las­sen „soll“. Im Unter­schied dazu räumt der Gesetz­ge­ber dem Fach­mi­nis­te­ri­um bei der Ent­las­sung der ande­ren Vor­stands­mit­glie­der ein Ermes­sen ein, über den Vor­schlag des Vor­stands im Ein­ver­neh­men mit dem Hoch­schul­rat (§ 63c Abs. 6 Satz 2 Halb­satz 2 NHG) und mit der Mög­lich­keit zur Stel­lung­nah­me des Senats zu ent­schei­den; das Fach­mi­nis­te­ri­um „kann“ dem Vor­schlag nach § 63c Abs. 6 Satz 1 NHG fol­gen. Soweit das für das Vor­stands­mit­glied für Kran­ken­ver­sor­gung gilt, ist dies ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich, da den beson­de­ren Belan­gen des Kran­ken­ver­sor­gungs­auf­trags auf die­se Wei­se Rech­nung getra­gen wer­den darf. Ver­fas­sungs­recht­lich bedenk­lich ist die­se Aus­ge­stal­tung der Mit­wir­kungs­rech­te jedoch bei dem Vor­stands­mit­glied für Wirt­schafts­füh­rung und Admi­nis­tra­ti­on, das wis­sen­schafts­re­le­van­te Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se hat.

Die Rege­lung des § 63c Abs. 5 Satz 1 und 2 NHG stößt inso­weit auf durch­grei­fen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken, als sie die Belan­ge der Wis­sen­schaft an einer aus­schlag­ge­ben­den Mit­wir­kung an der Krea­ti­on von Lei­tungs­or­ga­nen zuguns­ten des Schut­zes der Inter­es­sen des betrof­fe­nen Lei­tungs­or­gans an einem Ver­bleib im Amt zu stark zurück­drängt. Zwar muss der Gesetz­ge­ber bei der Aus­ge­stal­tung von Ent­las­sungs­ver­fah­ren nicht nur das Inter­es­se der Grund­rechts­trä­ge­rin­nen und Grund­rechts­trä­ger des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG berück­sich­ti­gen, an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung der für Wis­sen­schafts­be­lan­ge zustän­di­gen Lei­tungs­or­ga­ne aus­schlag­ge­bend mit­zu­wir­ken. Der Gesetz­ge­ber kann über die dem Staat zuste­hen­den Auf­sichts­rech­te hin­aus viel­mehr auch die Inter­es­sen der betrof­fe­nen Per­son zu schüt­zen suchen. Jedoch drängt ein Ent­las­sungs­ver­fah­ren wie in § 63c Abs. 5 Satz 1 und 2 NHG, wonach das Ver­tre­tungs­or­gan zwar eine Ent­las­sung vor­schla­gen darf, dabei aber an eine Drei­vier­tel­mehr­heit und einen wich­ti­gen Grund gebun­den ist, die Belan­ge der Wis­sen­schaft in einem die­se gefähr­den­den Maß zurück. Zwar ist es ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig, Ent­schei­dun­gen von Ver­tre­tungs­or­ga­nen an qua­li­fi­zier­te Mehr­hei­ten zu bin­den. Doch stößt es auf erheb­li­che Beden­ken, wenn die­se von den Wis­sen­schaft­lern und Wis­sen­schaft­le­rin­nen allein nicht erreicht wer­den kann [51] und die Ent­las­sung über­dies an eng gefass­te sach­li­che Vor­aus­set­zun­gen geknüpft wird. Es ist ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig und zum Schutz der Betrof­fe­nen auch gebo­ten, eine Ent­las­sungs­ent­schei­dung an sach­li­che Kri­te­ri­en zu bin­den. Die Bin­dung der Ent­las­sung an einen wich­ti­gen Grund muss ange­sichts des hier sehr hoch ange­setz­ten Quo­rums jedoch zur Wah­rung der Wis­sen­schafts­frei­heit so ver­stan­den wer­den, dass die­ser Grund gege­ben ist, wenn die erfor­der­li­che Mehr­heit im Ver­tre­tungs­or­gan für die Abbe­stel­lung votiert; die­ses weist dann grund­sätz­lich dar­auf hin, dass ein Lei­tungs­or­gan das Ver­trau­en der Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler ver­lo­ren hat [52].

Das hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Gesamt­ge­fü­ge, das die ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen der §§ 63c, 63e NHG nach dem Inte­gra­ti­ons­mo­dell zur Orga­ni­sa­ti­on der Hoch­schul­me­di­zin und nach dem Vor­stands­mo­dell zur Orga­ni­sa­ti­on der Hoch­schul­lei­tung aus­ge­stal­ten, ver­stößt auch unter Berück­sich­ti­gung des wei­ten Spiel­raums, der dem Gesetz­ge­ber bei der Gestal­tung der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on zukommt, und auch unter Berück­sich­ti­gung des Auf­trags, bei der Orga­ni­sa­ti­on der Hoch­schul­me­di­zin die Auf­ga­be der Kran­ken­ver­sor­gung hin­rei­chend zu berück­sich­ti­gen, gegen Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG. Die dem Vor­stand ins­ge­samt und die dem für For­schung und Leh­re zustän­di­gen Vor­stands­mit­glied allein zuge­wie­se­nen Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se wer­den weder durch Mit­wir­kungs­rech­te des Ver­tre­tungs­or­gans aka­de­mi­scher Selbst­ver­wal­tung selbst noch durch die Betei­li­gung an der Krea­ti­on der Lei­tung durch das Ver­tre­tungs­or­gan hin­rei­chend gegen die struk­tu­rel­le Gefahr wis­sen­schafts­i­nad­äqua­ter Ent­schei­dun­gen gesi­chert. Veto­po­si­tio­nen inner­halb des Vor­stands kön­nen die feh­len­den Mit­wir­kungs­rech­te des Ver­tre­tungs­or­gans nicht kom­pen­sie­ren.

Ver­bot des Ein­zel­fall­ge­setz­tes, Art.19 Abs. 1 S. 1 GG[↑]

Anhalts­punk­te für eine Ver­let­zung von Art.19 Abs. 1 Satz 1 GG sind nicht ersicht­lich. Auch Orga­ni­sa­ti­ons­ge­set­ze, die eine ein­zi­ge Hoch­schu­le ver­fas­sen, begrün­den Zustän­dig­kei­ten, Auf­ga­ben, Befug­nis­se und Ver­fah­ren für eine Viel­zahl von Fäl­len.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Juni 2014 – 1 BvR 3217/​07

  1. NdsGVBl 2006 S. 538 – NHG[]
  2. NdsGVBl S. 287[]
  3. NdsGVBl S. 69; zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 11.12 2013, NdsGVBl S. 287[]
  4. NdsGVBl S. 13 – NHG a.F.[]
  5. NdsGVBl 1998 S. 300; spä­ter § 46 NHG, NdsGVBl 2002 S. 286; NdsGVBl 2004 S. 33[]
  6. Ver­ord­nung zur Neu­re­ge­lung von Auf­ga­ben und Orga­ni­sa­ti­on der Hoch­schul­me­di­zin – Human­med­VO – NdsGVBl S. 670[]
  7. NdsGVBl S. 596[]
  8. NdsGVBl S. 12[]
  9. NdsGVBl S. 562[]
  10. vgl. LTDrucks 15/​2670, S. 61 f.[]
  11. Wis­sen­schafts­rat, All­ge­mei­ne Emp­feh­lun­gen zur Uni­ver­si­täts­me­di­zin, 2007, S. 45 ff.[]
  12. Loos/​Albrecht/​Sander/​Schliwen, in: EFI (Hrsg.), For­schung und Inno­va­ti­on in der Uni­ver­si­täts­me­di­zin, 2014, S. 88[]
  13. vgl. die gesetz­li­che Ver­an­ke­rung der Tren­nungs­rech­nung in § 25 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2, § 24 Abs. 2 Uni­MedG, Ber­lin; § 17 Abs. 1 und 3, § 21 UKEG, Ham­burg; § 18 Abs. 2 und 3 UMG, Rhein­land-Pfalz; § 94 Abs. 3 und 5 ThürHG für die Hoch­schul­me­di­zin nach dem Inte­gra­ti­ons­mo­dell; vgl. für die Hoch­schul­me­di­zin nach dem Koope­ra­ti­ons­mo­dell Art. 5 Abs. 2 Satz 2, Art. 12 Satz 2 BayU­ni­KlinG[]
  14. vgl. BVerfGE 61, 210, 233[]
  15. vgl. BVerfGE 35, 79, 108; 111, 333, 352; 127, 87, 113[]
  16. vgl. für Hoch­schul­leh­ren­de BVerfGE 127, 87, 125 m.w.N.[]
  17. vgl. BVerfGE 127, 87, 114; stRspr[]
  18. vgl. BVerfGE 35, 79, 121[]
  19. vgl. dazu BVerfGE 57, 70, 98 ff.[]
  20. vgl. BVerfGE 47, 327, 370; 111, 333, 354; 127, 87, 115[]
  21. vgl. BVerfGE 35, 79, 115 f.[]
  22. vgl. BVerfGE 127, 87, 115; 130, 263, 299 f.[]
  23. vgl. BVerfGE 35, 79, 116; 127, 87, 116 f. m.w.N.; stRspr[]
  24. vgl. BVerfGE 35, 79, 120[]
  25. vgl. BVerfGE 127, 87, 116 ff.[]
  26. vgl. BVerfGE 127, 87, 115 f.[]
  27. vgl. BVerfGE 35, 79, 123[][]
  28. vgl. BVerfGE 35, 79, 123; 61, 260, 279; 127, 87, 124 ff., 126[]
  29. vgl. BVerfGE 35, 79, 114 f.[]
  30. vgl. BVerfGE 57, 70, 98 ff.; sie­he auch BVerfGE 111, 333, 359; 127, 87, 125[]
  31. vgl. BVerfGE 127, 87, 116 f.[]
  32. vgl. BVerfGE 127, 87, 118[]
  33. zum funk­tio­na­len Plu­ra­lis­mus BVerfGE 35, 79, 126 ff.[]
  34. vgl. BVerfGE 111, 333, 357 f.; 127, 87, 118[]
  35. vgl. für die Grup­pe der Hoch­schul­leh­ren­den BVerfGE 35, 79, 145[]
  36. vgl. BVerfGE 111, 333, 365[]
  37. vgl. BVerfGE 127, 87, 130 f.[][]
  38. vgl. BVerfGE 35, 79, 122 f.[]
  39. vgl. BVerfGE 57, 70, 98 f.[]
  40. vgl. BVerfGE 57, 70, 99[]
  41. vgl. Feh­ling, Die Ver­wal­tung 2002, S. 399, 417; Becker, Das Recht der Hoch­schul­me­di­zin, 2005, S. 112 ff.[]
  42. vgl. Wis­sen­schafts­rat, Emp­feh­lun­gen zur Struk­tur der Hoch­schul­me­di­zin, 1999, S. 47 ff.; grund­sätz­lich Becker, Das Recht der Hoch­schul­me­di­zin, 2005, S. 61 ff.[]
  43. vgl. BVerfGE 127, 87, 127[]
  44. vgl. Groß, DVBl 2005, S. 721, 726 f.; Tru­te, WissR 2000, S. 134, 144; 154; vor­sich­ti­ger Feh­ling, Die Ver­wal­tung 2002, S. 399, 409[]
  45. unten C. II. 4.[]
  46. vgl. BVerfGE 127, 87, 119 f.[]
  47. vgl. BVerfGE 35, 79, 126 ff.; 127, 87, 118[]
  48. vgl. BVerfGE 127, 87, 125[]
  49. vgl. BVerfGE 127, 87, 131; oben C. I. 6.[]
  50. vgl. BVerfGE 111, 333, 362 f.[]
  51. vgl. BVerfGE 127, 87, 130 f. und bereits BVerfGE 35, 79, 132 f.[]
  52. vgl. auch BVerw­GE 135, 286, 301[]