Kon­trol­le der Trai­nings­ge­rä­te im Fit­ness­stu­dio

Wer sich zum Trai­ning in ein pro­fes­sio­nel­les Fit­ness­stu­dio begibt, darf sich dar­auf ver­las­sen, dass die Trai­nings­ge­rä­te in einem ord­nungs­ge­mä­ßen Zustand sind. Den Stu­dio­be­trei­ber tref­fen daher hohe Kon­troll­an­for­de­run­gen. Wird er die­sen nicht gerecht, so haf­tet er sei­nen Kun­den für Schä­den. Das ver­deut­licht eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts Coburg, mit der der Betrei­ber eines Sport­stu­di­os zur Zah­lung von Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld an einen sei­ner Kun­den ver­ur­teilt wur­de. Der war näm­lich erheb­lich ver­letzt wor­den, als ein Stahl­seil riss und er von einer Metall­stan­ge am Kopf getrof­fen wur­de. Bei aus­rei­chen­der Kon­trol­le hät­te der Beklag­te erken­nen kön­nen, dass das Seil schad­haft war.

Kon­trol­le der Trai­nings­ge­rä­te im Fit­ness­stu­dio

Der Klä­ger besuch­te regel­mä­ßig das Fit­ness­stu­dio des Beklag­ten. Eines Tages tat er aber zu viel des Guten und leg­te 90 kg zum Zie­hen auf einem Rücken­zug­ge­rät auf. Dem hielt das Stahl­seil, an dem die Gewich­te hin­gen, nicht stand: Es riss, die Gewich­te krach­ten her­un­ter und der Klä­ger wur­de von der metal­le­nen Quer­stan­ge am Kopf getrof­fen. Er erlitt eine klaf­fen­de Kopf­platz­wun­de und eine Schä­del­prel­lung, die Hör­fä­hig­keit ist auf Dau­er ein­ge­schränkt und er lei­det unter Tin­ni­tus und Schwin­del. Daher begehr­te er vom Beklag­ten Schmer­zens­geld und Scha­dens­er­satz.

Mit Erfolg: Das Land­ge­richt Coburg befand, dass den Beklag­ten wegen des hohen Ver­let­zungs­ri­si­kos sei­ner Kun­den auch hohe Sorg­falts­an­for­de­run­gen tref­fen. Von ihm ist zu ver­lan­gen, dass er mit geschul­tem Blick in kur­zen Inter­val­len sei­ne Sport­ge­rä­te einer fach­kun­di­gen Über­prü­fung unter­zieht oder, wenn er nicht selbst über die erfor­der­li­chen Kennt­nis­se ver­fügt, sich dazu fach­kun­di­ger Hil­fe bedient. An dem Stahl­seil hät­te er recht­zei­tig mit blo­ßem Auge brau­nen Rost und den Bruch ein­zel­ner Dräh­te erken­nen kön­nen und das Seil aus­wech­seln müs­sen. Des­halb wur­de er zu einer Schmer­zens­geld­zah­lung von 4000 € ver­ur­teilt und dazu, dem Klä­ger auch die künf­ti­gen Schä­den zu erset­zen.

Land­ge­richt Coburg, Urteil vom 3. Febru­ar 2009 – 23 O 249/​06 (rechts­kräf­tig)