Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – und die Miss­brauchs­ge­bühr

Bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des § 34 Abs. 2 BVerfGG kann vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Miss­brauchs­ge­bühr auf­er­legt wer­den.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – und die Miss­brauchs­ge­bühr

Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung des­halb von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss [1].

Hier­von ist etwa bei einer völ­lig sub­stanz­lo­sen Ver­fas­sungs­be­schwer­de aus­zu­ge­hen, bei der die vor­ge­tra­ge­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Aspek­te an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen sind, oder wenn es sich um eine ledig­lich in ein neu­es Gewand geklei­de­te Wie­der­ho­lung einer bereits abge­lehn­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de oder eines Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung han­delt [2].

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, dass es durch eine sinn­ent­leer­te Inan­spruch­nah­me sei­ner Arbeits­ka­pa­zi­tät bei der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben behin­dert wird und dadurch ande­ren Rechts­su­chen­den den ihnen zukom­men­den Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewäh­ren kann [3].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 18. März 2020 – 1 BvR 337/​20

  1. BVerfGK 6, 219; 10, 94, 97; 14, 468, 470[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.03.2017 – 1 BvR 373/​17, Rn. 5; Beschluss vom 29.09.2016 – 1 BvQ 33/​16, Rn. 3[]
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 10.02.2020 – 1 BvR 168/​20, Rn. 3; Beschluss vom 30.10.2019 – 2 BvR 1598/​19, Rn. 2[]