Ein­la­ge von Boden­schät­zen

Der Gro­ße Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs muß­te eine Fra­ge ent­schie­den, die seit län­ge­rem zwi­schen drei BFH-Sena­ten strei­tig war. Der Klä­ger woll­te einen im Pri­vat­ver­mö­gen ent­deck­ten Boden­schatz mit dem Teil­wert in sein Betriebs­ver­mö­gen ein­le­gen und Abset­zun­gen für Sub­stanz­ver­rin­ge­rung (AfS) vor­neh­men. Das Finanz­amt ließ die AfS nicht zu. Das Finanz­ge­richt gab der Kla­ge statt. Der III. Senat beab­sich­tig­te, die Revi­si­on des FA als unbe­grün­det zurück­zu­wei­sen, sah sich dar­an aber durch die Recht­spre­chung des I. und des VIII. Senats gehin­dert und leg­te durch Beschluss vom 16. Dezem­ber 2004 III R 8/​98 dem Gro­ßen Senat die Fra­ge vor: Kann ein Steu­er­pflich­ti­ger einen Boden­schatz, der sich in sei­nem Pri­vat­ver­mö­gen zu einem Wirt­schafts­gut kon­kre­ti­siert hat, mit dem Teil­wert in sein Betriebs­ver­mö­gen ein­le­gen und hier­von AfS vor­neh­men?

Ein­la­ge von Boden­schät­zen

Der Gro­ße Senat bejah­te die ers­te und ver­nein­te die zwei­te Fra­ge. Er beur­teil­te das Kies­vor­kom­men als ein mate­ri­el­les Wirt­schafts­gut, das – anders als ein unent­gelt­lich erwor­be­nes Nut­zungs­recht – mit dem Teil­wert in das Betriebs­ver­mö­gen ein­zu­le­gen sei. Die Ein­ord­nung als mate­ri­el­les Wirt­schafts­gut fin­de im Gesetz hin­rei­chend Aus­druck (§ 7 Abs. 6 EStG; § 11d Abs. 2 ESt­DV; § 17a EStG a.F.); auch die Recht­spre­chung habe in der Ver­gan­gen­heit Boden­schät­ze "zwang­los" als mate­ri­el­le Wirt­schafts­gü­ter beur­teilt.

Um aber zu ver­hin­dern, dass die Besteue­rung der Abbau­er­trä­ge unter­bleibt, dür­fen nach Auf­fas­sung des Gro­ßen Senats kei­ne AfS vor­ge­nom­men wer­den. Die Gestat­tung ent­spre­chen­der Abset­zun­gen auf der Basis des Teil­werts ver­hin­der­te die nach dem Gesetz vor­ge­se­he­ne Brut­to-Besteue­rung der Abbau­er­trä­ge: Wird das Kies­vor­kom­men im Pri­vat­ver­mö­gen ent­deckt, ist der Abbau des Kies­vor­kom­mens durch Ver­pach­tung "brut­to" ohne Abset­zun­gen zu besteu­ern. Wird hin­ge­gen das Kies­vor­kom­men im Betriebs­ver­mö­gen ent­deckt, ist die Besteue­rung man­gels auf die Sub­stanz ent­fal­len­der Anschaf­fungs­kos­ten eben­falls brut­to vor­zu­neh­men. Allein durch die Über­füh­rung des Wirt­schafts­guts aus dem Pri­vat­ver­mö­gen in das Betriebs­ver­mö­gen kön­nen und dür­fen kei­ne Abset­zungs­mög­lich­kei­ten begrün­det wer­den. Wie bei der Ein­la­ge von Nut­zungs­rech­ten die Nut­zung zu besteu­ern ist, muss bei der Ein­la­ge des Boden­schat­zes der Abbau steu­er­bar blei­ben.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 04.12.06 – GrS 1/​05